Ein Laster voller Neuigkeiten

Überraschen die Bessunger mit Greek Burger und Blaubeer-Mojitos: Der Food Truck von Khalid El-Abdellati, Lucius Kleene und Denis Ewald (von links) rollt regelmäßig am Prinz-Emil-Garten an.Foto: Andreas Kelm  Foto: Andreas Kelm

Verträumtes Gitarrengeplinker schallt durch die schmale Niederstraße, dringt durch die Hecken des neuen Nachbarschaftsgartens. Mediterrane Grillgerüche wehen herüber. Da...

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DARMSTADT. Verträumtes Gitarrengeplinker schallt durch die schmale Niederstraße, dringt durch die Hecken des neuen Nachbarschaftsgartens. Mediterrane Grillgerüche wehen herüber. Da brät nicht irgendwas auf dem Rost, schon klar – aber was genau? Das wollen an diesem stillen Sommernachmittag einige Dutzend Bessunger wissen. Mit vergnügter Miene stromern sie durch den Park, hin zum Eingang des Gemeinschaftsgartens, wo ein silbergrauer Imbisswagen seine Läden aufgeklappt hat. Kurz die Kreidetafel vor der Theke studiert: Aha – „Greek Burger“ wird hier heute gebraten. Ganz was Neues. Dann mal mutig bestellt.

Was der Food Truck des Dieburger Start-Ups „Dekhalu“ an Eigenkreationen auskocht, hat schnell Anklang gefunden. Um die 100 Bessunger sind es im Schnitt, die zum Imbiss ins Grüne kommen. Familien mit kleinen Kindern breiten ihre Picknickdecken vor dem Wagen aus. Ein älteres Paar hockt sich mit seinen Rotwein-Gläsern auf Getränkekisten. Später schlendern jüngere Szene-Typen herein, wollen mal die Mojito-Varianten durchprobieren.

Solch buntes Treiben freut die Initiatoren: Sandra Freitag, Geschäftsführerin des Nachbarschaftsheims Bessungen und Patin des Gartenprojekts, strahlt an diesem Nachmittag mit Lucius Kleene, Co-Geschäftsführer von „Dekhaklu“, um die Wette. Dass sich auch 30- bis 40-Jährige von den Aktionen des Vereins angezogen fühlen, wertet Freitag als Erfolg: „Da war das Nachbarschaftsheim bisher eher schwach“, sagt sie. Jetzt profitiere man vom Trend, „sich an besonderen Orten zu treffen“ – nicht in der Kneipe, sondern eben auf der ehemaligen Minigolf-Bahn in Bessungen. Quer durch alle Altersschichten ziehe es die Bessunger in die Oase, die ja erst seit dem Frühjahr bepflanzt wird. Und nun auch bewirtschaftet wird. „Für beide Seiten ein Gewinn“, sagt Freitag.

Als Kleene und seine Kompagnons Ende Juni zum ersten Mal mit ihrer mobilen Küche anrollten, einem umgebauten Siebeneinhalb-Tonner, der es mit ausgeklappter Bar auf elf Meter Länge bringt, „wurden wir überrannt von den Leuten“, sagt Kleene. Rund 150 Neugierige standen sehr pünktlich auf der Matte beziehungsweise auf dem Rasen und wollten gleich mal kosten. Papaya-Curry, wie schmeckt denn das?

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Faser für Faser wird der Burger gebastelt

Die kleinen Überraschungen liebt Denis Ewald, der Chefkoch. Während er mit spitzen Fingern das endlos gegarte Lammfleisch auf dem Burgerbrötchen drapiert – Faser für Faser –, erklärt er, dass er gern Traditionelles und Neues verbindet: „Crossover-Küche“ neuen Stils. Die Zutaten müssen frisch und aus der Region sein. Beim „Food-Truck-Festival“ auf dem Karolinenplatz haben einige Darmstädter davon schon gekostet.

Für „Dekhalu“ sind die Garten-Partien vor allem „Werbung für unser Catering-Geschäft“, sagt Lucius Kleene. Die Preise hält man niedrig, bei vier Euro beginnt die warme Mahlzeit – dafür gibt’s immerhin schon den „Greek Burger“. Das nächste Mal am Dienstag, 29. August, von 17 bis 22 Uhr.