Eberstädter Mühltalbad soll saniert werden

Die solarbetriebene Wasserheizung des Schwimmbads muss dringend repariert und die Dachkonstruktion entlastet werden. Archivfoto: Dirk Zengel

Das Mühltalbad hat jetzt das Darmstädter Stadtparlament beschäftigt, denn die Solarbetriebene Wasserheizung muss dringend repariert und die Dachkonstruktion entlastet werden....

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DARMSTADT. Die Zeit für Freischwimmbäder ist vorbei, trotzdem treibt viele Eberstädter der Zustand im Mühltalbad um. "Wir hatten wochenlang kein geheiztes Wasser", berichtet die Eberstädterin Ilse Sturmfels dem ECHO. Das sei im vergangenen heißen Sommer kein Problem gewesen, doch die etwa 30 Dauerschwimmerinnen, die wie Ilse Sturmfels regelmäßig das Schwimmbad nutzen, sorgen sich, dass das Wasser auch in der nächsten Saison nicht beheizt wird.

Nach Angaben der Pressestelle der Stadt ist die solarbetriebene Wasserheizung im Eberstädter Mühltalbad zwar technisch veraltet, aber noch funktionsfähig. Die Anlage ist auf dem Dach des Umkleidegebäudes installiert. "Im August musste sie aufgrund von Schäden am tragenden Dachgebälk entleert und außer Betrieb genommen werden", heißt es bei der Stadt. Auf diese Weise soll die Dachkonstruktion entlastet werden, so Pressesprecher Daniel Klose. Der Eigenbetrieb Bäder prüfe derzeit mithilfe eines Statikers und Fachfirmen im Rahmen der laufenden Instandhaltung eine "Ertüchtigung der Dachkonstruktion", um in der kommenden Saison die Wasserheizung wieder in Betrieb nehmen zu können. Zudem würden auch Fliesenschäden ausgebessert werden. Diese Sanierung, so Klose, sei im Rahmen der laufenden Instandhaltung vorgesehen: "Mittel hierfür sind im Wirtschaftsplan vorhanden".

Stadt will Baukosten erst noch ermitteln

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Wie berichtet, sind im maroden Mühltalbad ab 2020 drei Bauabschnitte geplant, dazu zählen die Sanierung der Mehrzweckbecken samt Technik, die Sanierung des Kinderbeckens und die Modernisierung der Funktionsgebäude und Außenanlagen. Dafür sind Planungsmittel in Höhe von 770 000 Euro im Haushalt der Stadt vorgesehen. Die Eberstädter Schwimmer fürchten jedoch, dass es aufgrund der Kostensteigerung beim Nordbad nicht bei diesem Plan bleibt. Auf Nachfrage bei der Pressestelle heißt es dazu, dass es sich bei diesem Betrag nicht um die zu erwartenden Baukosten handelt. Diese seien erst noch zu ermitteln. Der Status als familienfreundliches Freizeitbad solle jedoch auf jeden Fall erhalten werden.

Geplant, so die Stadt, sei zudem den Schwimmbadnutzern im Rahmen der Bürgerbeteiligung Mitgestaltungsmöglichkeiten zu geben, etwa wenn es um die Ausstattungsvarianten des Mehrzweckbeckens, des Kinderbeckens und der Rutschen gehe oder um die Funktionsgebäude und Außenanlagen.

Im Verlaufe des Wahlkampfes haben auch Politiker das Thema auf ihre Agenda gesetzt. SPD-Landtagskandidat Bijan Kaffenberger setzt sich etwa für eine schrittweise Sanierung ein und fordert zudem die Anfertigung eines Mängelgutachtens, das Maßnahmen gegen eine eventuelle Schließung aufspüren soll. Wie auch Karin Wolff (CDU), fordert Kaffenberger die Stadt dazu auf, Mittel aus dem hessischen Schwimmbadsanierungsprogramm "Swim" zu beantragen. Es wird im Jahr 2019 neu aufgelegt und hat eine Laufzeit über fünf Jahre. Jährlich stehen Mittel in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung, heißt es dazu beim Hessischen Ministerium des Innern und für Sport in Wiesbaden.