Durch den Ring und über die Wippe

Unter den Augen von Frauchen Kirstin Scheidler springt Toffee durch den Ring. Foto: Andreas Kelm

117 Vierbeiner und ihre Besitzer nehmen an der Deutschen Agility-Meisterschaft beim Schäferhundeverein in Darmstadt teil. Vertreten sind Hunde aller Rassen sowie Mischlinge.

Anzeige

WALDKOLONIE. „Ziel des Agility-Sports ist, dass Mensch und Tier Spaß daran haben“, sagt Kirstin Scheidler. Bei der Deutschen Meisterschaft, die der Verein für Deutsche Schäferhunde Darmstadt am Samstag auf seinem Gelände in der unteren Rheinstraße ausrichtet, geht sie mit Pudel Toffee in der Größenklasse Midi, der Klasse für mittelgroßen Hunde, an den Start.

Vertreten sind an diesem Tag Hunde aller Rassen sowie Mischlinge: große, kleine, langhaarige und kurzgeschorene – alle Vierbeiner, die sich zuvor qualifiziert haben, dürfen sich laut dem Vereinsvorsitzenden Reiner Voltz bei der Meisterschaft in zwei Durchläufen und verschiedenen Disziplinen beweisen.

Kirstin Scheidler und Toffee haben den ersten Teil schon hinter sich. Es sei „für Toffees Verhältnisse“ ganz gut gelaufen erzählt die Hundebesitzerin und lacht. „An einer Hürde hat sie verweigert.“ Wie Reiner Voltz erklärt, gebe es neben der Verweigerung noch die „Parcoursfehler“. „So bezeichnet man es, wenn beispielsweise eine Stange während des Sprungs herunterfällt.“

Anzeige

Bei der Deutschen Meisterschaft, die der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) ausgeschrieben und deren Durchführung er dem Darmstädter Verein übertragen hat, können laut der Veranstalter ausschließlich Hundesportler in der „Premium-Klasse“ A3, der schwierigsten Wettkampfstufe antreten und sich durch eine gute Platzierung die Tickets für die Bundesmeisterschaften des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH) sichern. Insgesamt 117 Teilnehmer gehen am Samstag an den Start.

Auf den Platz geht es für die Hunde gemeinsam mit Frauchen oder Herrchen, die neben ihren Vierbeinern her rennen und knappe Anweisungen geben. „Die Durchläufe werden zuerst nach Fehlern und dann nach Schnelligkeit gewertet. Wir messen mit einem elektronischen Zeitmesser in hundertstel Sekunden. Haben mehrere Hunde null Fehler, ist die Schnelligkeit maßgeblich“, berichtet Voltz.

Beim ersten Teil des Wettbewerbs am Morgen, den A-Läufen, ging es für die Hundesportler laut dem Vorsitzenden darum, die sogenannten Kontaktzonen-Hindernisse, Geräte wie eine Wippe oder eine Schrägwand mit rot markierten Bereichen, so zu überqueren, dass sie mit mindestens einer Pfote auf der Markierung berührt werden. Die Disziplin „Jumping“ ist am Nachmittag an der Reihe. Statt der Kontaktzonen-Hindernisse gibt es jetzt Tunnel, Hürden und einen Slalom.

Auf dem Platz werden die Hundebesitzer aufgefordert, die Strecke abzugehen. Sie haben mehrere Minuten Zeit, die aufgebauten Elemente zu begutachten. Dann geht es los, der erste Vierbeiner der Mini-Klasse ist an der Reihe. Er rast los, überspringt in hohem Bogen die Hürden, rennt bellend durch die Tunnel und absolviert auch den Slalom in Windeseile – sein Frauchen ist immer an seiner Seite, wendig, blitzschnell und hochkonzentriert.

Am Ende, so informiert Reiner Voltz, komme es bei allen Teilnehmern darauf an, wie die Gesamtnote aussehe, die aus den beiden Durchläufen der Meisterschaft berechnet werde. Am Sonntag wurde unter den besten 20 deutschen Vereinsmannschaften der Bundesliga-Meister 2018 ermittelt.

Anzeige

Für Pudel Toffee war es die erste Teilnahme an einem Wettbewerb; Halterin Kirstin Scheidler betreibt das Agility aber schon seit 1994. Sie schwärmt: „Man kommt einfach nicht mehr davon los.“

Von Miriam Gartlgruber