Diskussion mit Landtagswahl-Kandidaten

Auf Einladung von Caritas und Diakonie stellen sich Direktkandidaten, hier Karin Wolff (CDU), den Fragen der Bürger. Foto: Marc Wickel

Caritas und Diakonie organisieren Bürger-Diskussion mit Direktkandidaten für die Landtagswahl. Die Themen reichen von Sozialem bis zur Digitalisierung.

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DARMSTADT. Landtags-Direktkandidaten von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD für den Wahlkreis 50 diskutierten am Freitag an vier Tischen mit wechselnden Eberstädtern im Haus der Vielfalt am Kirnberger Platz. Der AfD-Kandidat war nicht dabei. Die Veranstalter Caritasverband und Diakonisches Werk hatten nur Kandidaten von im Landtag vertretenen Parteien eingeladen. Den Abend moderierte Professor Markus Emanuel von der Evangelischen Hochschule.

Auf Einladung von Caritas und Diakonie stellen sich Direktkandidaten, hier Karin Wolff (CDU), den Fragen der Bürger. Foto: Marc Wickel

„Investoren bauen freiwillig keine Sozialwohnungen“, sagte Philip Krämer (Grüne) zum Thema Wohngeld anstelle Sozialwohnungen, Investoren bauten nur für mittlere und hohe Einkommen. Auf Windräder angesprochen, verteidigte er diese. Mit dezentralen Windkraftanlagen gebe es weniger Übertragungsverluste, sagte er. Und wenn man sie nicht mehr brauche, könne man sie – anders als Kohle- oder Atomkraftwerke – innerhalb weniger Wochen abbauen.

Karin Wolff (CDU) war zu Flüchtlingen gefragt worden und verwies auf Integrationserfolge. „Wir haben in Hessen 15 000 Geflüchtete, die sozialversicherungspflichtig arbeiten“, sagte sie. Und das Land unterstütze auch Vereine mit einem Aktionsplan. „Der SVE macht tolle Fußballarbeit für Geflüchtete“, nannte sie ein Beispiel.

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Zur Digitalisierung sagte Andreas May (FDP), dass Computer AGs an Schulen nicht mehr reichten. Computer müssten Bestandteil aller Fächer sein. Digitalisierung heiße auch nicht, einfach alle Haushalte mit Internet auszustatten. Dem stimmte eine Bürgerin zu, es gehe um Medienpädagogik und Risiken im Netz. Da brauche man auch die richtigen Lehrer, sagte Dennis Eckold (Linken-Direktkandidat im Wahlkreis 49), der die berufsbedingt verhinderte Ann-Christin Sparn vertrat. Er befürchtet, aber, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze kosten werde.

„Wir werden keine massiven Jobverluste haben, wir haben Fachkräftemangel“, sagte hingegen Bijan Kaffenberger (SPD) zu den Chancen der Digitalisierung. „Das Internet kann Bildung ergänzen“, fand Karin Wolff (CDU). Sie sieht auch eine Chance, dass Bürger und Ämter online leichter kommunizieren können. Über das Internet sei Teilhabe einfacher, sagte Philip Krämer (Grüne) und verwies auf das schon bestehende städtische Parlaments-Informationssystem. Auch könnte Digitalisierung helfen, Arbeitszeiten zu verkürzen.

Am Tisch mit Andreas May und Dennis Eckold ging es auch um Verteilungsgerechtigkeit. May warnte davor, Unternehmensvermögen zu besteuern, da das Geld am Ende bei den Arbeitnehmern fehle. Für Eckold gehörte alles zusammen: „Bildung, Wohnen, Armut sind ja ein Ergebnis der gesellschaftlichen Schieflage.“

In der Schlussrunde konnten die Kandidaten das jeweilige Parteiprogramm frei ergänzen; Karin Wolff hatte noch einen Termin und musste vorher weg. „Ich will viel schneller sozialen Wohnungsbau in Hessen vorantreiben“, sagte Philip Krämer. „Im Handwerk liegen grandiose berufliche Chancen“, erinnerte Andreas May. Dennis Eckold wollte Ganztagsschulen nochmal intensiver angehen und Bijan Kaffenberger erinnerte an den SPD-Bundespräsidenten Johannes Rau (1931-2006): „Sagen was man tut und tun, was man sagt.“