Die Schattenseiten der Textilproduktion

Die „Fashion Revolution Week“ will in Darmstadt auf menschenunwürdige und umweltschädliche Arbeitsbedingungen hinweisen. Die Covid-19-Pandemie hat die Situation weiter verschärft.

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DARMSTADT. (schu). „Kleider machen Leute, aber wer macht unsere Kleidung?“ Unter welchen Bedingungen werden Hosen, T-Shirts und Co. hergestellt und was bedeutet das für die Menschen in den Produktionsländern? Welche Verantwortung haben Unternehmen? Um diese Fragen geht es bei der Fashion Revolution Week in Darmstadt, die in diesem Jahr von Montag, 19., bis Freitag, 24. April, veranstaltet wird.

Zum vierten Mal will die Aktionswoche hier, koordiniert von der Eine-Welt-Promotorin Maria Tech, für Aufklärung und Sensibilität bei diesem Thema Sorgen. So gab es schon beim letzten Mal zahlreiche Aktionen, etwa eine Näh- und Flickwerkstatt im Forstmeisterhaus.

In diesem Jahr sind einer Presseinformation zufolge unter anderem Online-Vorträge und -Filmabende, Straßenaktionen und offene Kleiderständer geplant. „Zahlreiche Vereine und Initiativen haben sich zusammengeschlossen, um die Fashion Revolution Week Darmstadt auf die Beine zu stellen und damit auf die Missstände in der globalen Textilindustrie aufmerksam zu machen sowie Handlungsalternativen aufzuzeigen“, schreiben die Veranstalter.

Im Durchschnitt kaufe der Mensch heute elfmal mehr Kleidung als noch vor 20 Jahren, während die Ausgaben für Kleidung in der Summe kaum gestiegen seien, heißt es weiter. Ermöglicht werde dies auch durch menschenunwürdige und umweltschädliche Arbeits- und Produktionsbedingungen.

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Außerdem erinnert die Fashion Revolution Week an ein schweres Unglück: Am 24. April 2013 war der Gebäudekomplex ‚Rana Plaza‘ in Bangladesch eingestürzt. Dabei starben mehr als 1100 Menschen, viele wurden schwer verletzt. „Wir wollen mit unserer Aktionswoche mehr Bewusstsein beim Kleidungskauf schaffen und die Unternehmen zum Handeln bewegen in Richtung einer nachhaltigen und fairen Mode“, erklärt Maria Tech. Die Covid-19-Pandemie habe die Situation verschärft: Einbehaltene Löhne, Unterdrückung von Gewerkschaften und Vernichtung von neu produzierter Ware sind nur einige Beispiele für die Auswirkungen der Pandemie auf die Menschen und den Planeten.