Datensammlung für Maas-Projekt in Darmstadt startet

In den kommenden Wochen sollen die Sensoren der auffällig folierten Straßenbahn ihre Arbeit aufnehmen. Das langfristige Ziel von Maas ist das teleoperierte Fahren.

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DARMSTADT. Drei Monate nach der Vorstellung der Maas-Bahn beginnt nun die Datensammlung für das Projekt, bei dem die Möglichkeiten und Grenzen automatisiert fahrender Straßenbahnen in Darmstadt erforscht werden sollen. Maas (Machbarkeitsstudie zur Automatisierung und zu Assistenzsystemen der Straßenbahn) ist eine Kooperation von Heag, TU Darmstadt, Telekom, Heag mobilo und Digitalstadt.

Nachdem in den vergangenen Wochen und Monaten die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden, soll es nun in den kommenden Wochen mit der Datensammlung losgehen, teilt die TU Darmstadt auf Anfrage mit. Die auffällig folierte Straßenbahn ist ausgestattet mit fünf verschiedenen Sensorsystemen, die in der Tram verbaut wurden. Zum Einsatz kommen dabei Kameras, Ultraschall, Radar, Lidar und Infrarot. Aufgabe der Technik ist es, zuverlässig zu erkennen, ob sich Personen oder andere Hindernisse im Gleisbereich befinden. Zudem müssen die Systeme auch wissen, wie sie auf solche Hindernisse adäquat reagieren.

Das langfristige Ziel des Projekts ist es, Straßenbahnen in Darmstadt teleoperiert fahren zu lassen. Das heißt, die Bahnen werden aus einer Art Leitstelle gesteuert und nicht von einem Fahrer vor Ort. Bis es so weit ist, werde es aber noch etliche Jahre dauern, hieß es bei der Vorstellung des Projekts im Juni. Maas sei zunächst einmal Grundlagenforschung und könne der Heag wichtige Erkenntnisse liefern, sagte Vorstand Markus Hoschek bei der Vorstellung des Projekts im Juni.

Ausgewertet werden die gesammelten Daten von zwei Doktoranden der TU Darmstadt am Fachbereich Maschinenbau, die herausfinden wollen, welche Sensoren besonders gut geeignet sind und wie diese miteinander harmonieren. Dafür wird die Maas-Bahn auf dem gesamten Streckennetz in und um Darmstadt zum Einsatz kommen.

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Ergebnisse und Erkenntnisse der Datensammlung wird es laut TU Darmstadt erst nach Projektende im April 2021 geben.