Das steht 2020 in Darmstadt an

Foto: Sascha Kopp

Was sich in den kommenden zwölf Monaten in Darmstadt bewegen wird: Neue Schulpläne, Neubauten, provisorische Unterführungen, wilde Ecken und ein fertiger Friedensplatz.

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DARMSTADT. Was wird Darmstadt in den kommenden zwölf Monaten bewegen? Auf der Agenda werden sich einige Dauerbrenner finden. Doch es wird auch Neues geben - und natürlich einige Überraschungen, mit denen zum Jahreswechsel niemand gerechnet hat.

Für den Westwald naht Hilfe

Für den angeschlagenen Darmstädter Wald vor allem im Westen der Stadt geht es ums schiere Überleben. Der von der Stadt ins Leben gerufene Runde Tisch Wald soll im neuen Jahr eine Strategie zu dessen Rettung vorlegen. Spannend wird sein, ob dann auch die ausgetretenen Pfade verlassen werden und dort vielleicht ein Pilotprojekt zur naturnahen Bewirtschaftung gestartet wird.

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Provisorium an der B26

Die marode Unterführung der B 26 am Ostbahnhof in Darmstadt soll in den Sommerferien 2020 provisorisch ertüchtigt werden. Dazu wird die Bundesstraße halbseitig gesperrt, der Verkehr soll über die Erbacher Straße umgeleitet werden. Die Komplettsanierung wurde auf 2023 vertagt. Im neuen Jahr wird sich hoffentlich klären, ob sich auf der Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses von 1977 die Unterführung verbreitern und stadteinwärts eine durchgängige Busspur schaffen lässt. Oder ob die lange geplante Spur, die den Busverkehr beschleunigen soll, erst nach der Unterführung beginnen kann.

Straßenbahnplanung beginnt

Darmstadt und der Kreis Darmstadt-Dieburg wollen, wie beim jüngsten Verkehrsgipfel vereinbart, im ersten Quartal eine GmbH zur Planung neuer Straßenbahnen, unter andere nach Groß-Zimmern, gründen.

Radwege-Ausbau geht weiter

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Der Ausbau des löchrigen Radwegenetzes soll weitergehen, konkret mit dem Weiterbau des Schnellwegs in Wixhausen und dem Bau einer Verbindung von der Waldkolonie zur Riedbahn. Bis April soll bereits die Verbreiterung des Radwegs am nördlichen Ende der Heidelberger Straße fertig sein, bis Ende des Jahres die neue Fuß- und Radwegebrücke über die Rheinstraße. Die Stahlbauteile dafür sollen in den Sommerferien montiert werden.

Dauerbrenner ICE-Anbindung

Eine "umfangreiche Präsentation für den Raum Darmstadt" ist vom Beteiligungsforum der Bahn für April 2020 angekündigt. Dann soll es Neuigkeiten zur ICE-Anbindung des Hauptbahnhofes geben - nach jahrelangen Diskussionen.

Pläne für neue Schulen stehen

Der aktuelle Entwicklungsplan für die Grund- und Förderschulen soll zu Beginn des Jahres diskutiert und vom Parlament beschlossen werden - höchste Zeit. Ihren letzten Plan hat die Stadt 2011 entwickelt. Seither ist die Zahl der Grundschüler auf 5960 Kinder in 280 Klassen angewachsen. Tendenz: weiter steigend. Nicht weniger als fünf neue Grundschulen stehen im neuen Plan. Die Lincolnschule ist im Bau. Auch mit der Planung für die Heinrich-Hoffmann-Schule soll es 2020 spürbar vorangehen. Für die übrigen Vorhaben sucht die Stadt noch Bauplätze, zum Beispiel in der Albert-Schweitzer-Anlage, im Pallaswiesenviertel und in den nördlichen Stadtteilen.

Termingerecht bezugsbereit

Nach dem Abriss der alten Kasernenbauten soll 2020 mit dem Neubau des neuen Quartiers zwischen Bessungen und Eberstadt begonnen werden. Die Zeit drängt: Binnen fünf Jahren müssen die 630 geförderten Wohnungen bezugsreif sein, damit Stadt und BVD New Living, eine Tochter des Bauvereins, einen Rabatt des Bundes in Höhe von 15,7 Millionen Euro in Anspruch nehmen können. Insgesamt sind 1400 Wohnungen im neuen Ludwigshöhviertel geplant. Friedensplatz fertig - endlich!

Es ist eines der Darmstädter Projekte, die gerne mit dem für die Stadt typischen "Mir redde nochemal drüwwer" in Verbindung gebracht werden: Im Mai 2017 startete die umfassende Sanierung des Friedensplatzes, voraussichtlich im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten nach Einschätzung der Stadt abgeschlossen sein. Endlich! Insgesamt liegen die Kosten für die Friedensplatzsanierung bei rund 7,3 Millionen Euro.

Großbaustelle Lichtwiese

Seit November ist die Lichtwiese eine Großbaustelle, weil dort eine neue Straßenbahnlinie gebaut wird. Während sich die Nutzer des Freizeitgeländes nun andere Wege suchen und sich die Studenten durch Bauzäune schlängeln, um zu ihren Instituten zu kommen, wird es im Sommer 2020 richtig spannend. Dann werden das neue Gleisdreieck und der Abzweig der Straßenbahnlinie von der Nieder-Ramstädter Straße in den Lichtwiesenweg gebaut und die Durchgangsstraße wird voll gesperrt.

Im Schloss geht's voran

Nach und nach ist die Fassade des Residenzschlosses saniert. Auch im Inneren tut sich einiges, Mitarbeiter der Technischen Universität beziehen nach und nach ihre neuen Räume. Im nächsten Jahr wird die Baustelle zwar nicht komplett fertig sein, einige Schmuckstücke aber schon. So wird den Darmstädtern ab Frühling die sanierte Schlosskirche mit neuer Orgel für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Auch im Schlossgraben wird weiter gearbeitet und der nächste Teilabschnitt in einen Park verwandelt.

Wilde Ecken statt Kurzrasen

Zierrasen ist lebensfeindlich für Insekten. Dass es in Darmstadt auch anders geht, ist etwa auf den Blühstreifen am Carl-Schenck-Ring zu sehen - und auch auf der Wiese zwischen Landesmuseum und Schleiermacherstraße. Dort war im Sommer länger nicht gemäht worden - und plötzlich wuchsen dort nicht nur Gänseblümchen, sondern Salbei, echte Kamille, Beifuß, Feldklee, Disteln, Storchschnabel. Bitte mehr davon!

Forschungsreise zum Mars

"Rosalind Franklin" heißt der Rover, der in dem Zeitfenster zwischen 25. Juli und 13. August auf einer russischen Rakete Richtung Mars starten und im März 2021 auf dem roten Planeten landen und die Oberfläche erforschen soll. Eine spannende Mission von Esa und Roskosmos, allerdings traten bei den Fallschirmtests Probleme auf. Ob der Fahrplan eingehalten wird, ist ungewiss.

Pilotprojekt am Klinikum

Ein Projekt, das von der Digitalstadt Darmstadt noch umgesetzt werden soll, ist die Gesundheitsplattform "Smart Health Portal". Das Pilotprojekt am Klinikum soll es Patienten ermöglichen, ihre Gesundheitsdaten in einer persönlichen elektronischen Patientenakte verwalten zu können. In den vergangenen Jahren gab es viel Kritik für die Digitalstadt. Der Vorwurf: mangelnde Transparenz und zu wenig Greifbares für die Bürger. Bleibt abzuwarten, ob sich daran in 2020 etwas ändert.