Darmstädter Studenten entwickeln Erkennungszeichen für...

ESA-Astronaut Alexander Gerst mit den Logo-Mitgestaltern Marcel Marquardt, Michael Hartmann, Megan Luedke und Studienleiter Christian K. Pfestorf (von links).  Foto: dpa

Äußerst reduziert, aber mit großer Bedeutung - so wirkt das neue Logo des ESA-Astronauten Alexander Gerst, welches von Studenten der Darmstädter Hochschule unter der Leitung...

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DARMSTADT/KÖLN. Ende April 2018 wird der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst seine zweite Reise zur Internationalen Raumstation ISS antreten. Das Logo für die Mission haben Darmstädter Hochschul-Studenten unter der Leitung von Professor Christian K. Pfestorf entworfen.

"Horizons" heißt die nächste Mission von Alexander Gerst. Ende April 2018 beginnt der sechsmonatige Forschungsaufenthalt des 41 Jahre alten Geophysikers auf der ISS. Der Name der Mission symbolisiert "die Neugier und die Faszination, Unbekanntes zu entdecken und zu erforschen", heißt es dazu beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln (DLR). Studenten des Fachs Kommunikationsdesign der Hochschule Darmstadt hatten den Auftrag, das Motto grafisch umzusetzen.

"Alexander Gerst hatte klare Vorstellungen, wie das Logo aussehen sollte. Und er wollte eins, das auch noch in 20 Jahren funktioniert", erzählt Christian Pfestorf. In einem ersten Schritt hatte eine Gruppe von neun Studierenden, darunter Austauschstudenten aus den USA, Asien und Belgien, Entwürfe gemacht. Mit einem Team aus ehemaligen Studenten wurde dann das Logo, das aus einer Wort-Bild-Marke besteht, in enger Zusammenarbeit mit DLR, ESA und Alexander Gerst entwickelt. "Wir hatten viel miteinander telefoniert", erzählt Pfestorf. Mal sei der Astronaut zu Ausbildungszwecken in Houston oder Moskau gewesen. Mal bekam Pfestorf den Astronauten zwischen zwei Parabelflügen an den Apparat. Ende Mai wurde das fertige Logo dann in Köln der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Logo orientiert sich an der Natur. Grundlage der ästhetischen Proportionen ist der Goldene Schnitt. "Deshalb strahlt es so eine Harmonie aus", erläutert Pfestorf. Das Logo gebe der Mission ein zeitloses Gesicht und beinhalte Aspekte wie "über den Horizont hinaus reisen" und "Neues entdecken". Die blaue Linie beziehe sich auf die Erde und auf Gersts vergangene "Blue-Dot"-Mission. Das Logo ist äußerst reduziert gestaltet. Das mit einer Linie skizzierte Gesicht ist geschlechtsneutral und könnte auch einem Kind gehören. "Das hatte sich Alexander Gerst so gewünscht", sagt Pfestorf. Das Auge wird durch eine Vogelsilhouette dargestellt - ein Sinnbild für den Traum des Menschen vom Fliegen. Wichtig war Alexander Gerst zudem, das Bild von Seefahrern ins Logo zu integrieren, da sie die ersten Menschen waren, die über den Horizont hinaus gesegelt sind. Die Viermaster, die man auch als die vier Solarpaneele der ISS deuten kann, sind auf dem Logo allerdings nur angedeutet. "Wir gucken aus der Flugzeugperspektive drauf", erklärt der Professor.

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Mit den Rückmeldungen auf das Logo ist Pfestorf zufrieden. Ihn freut, dass Gerst angekündigt hat, das Logo mit Stolz die nächsten Jahre auf seiner Astronauten-Uniform zu tragen. "Es ist ein bisschen so, als hätten wir einen Maßanzug für ihn entworfen", sagt Pfestorf.

Gerst wurde am 3. Mai 1976 in Künzelsau geboren. Er hatte sich 2008 um eine Aufnahme in die Astronautenabteilung der ESA beworben, am 28. Mai 2014 war es soweit: Eine Sojus-Trägerrakete brachte ihn für sechs Monate als Bordingenieur auf die ISS. 2018 wird Gerst wieder zur ISS fliegen, der Start ist für Mai geplant.