Darmstädter Schule testet digitale Lernmethoden

So sieht der Unterricht für künftige IT-Fachkräfte derzeit an der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule aus. Sie soll zur Modellschule für digitales Lernen aufgerüstet werden. Foto: Andreas Kelm

Drei Darmstädter Schulen wollen Vorbild für die Lehre im digitalen Zeitalter werden. Das ist das Ziel eines Projekts der Digitalstadt Darmstadt, des Medienzentrums Darmstadt...

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DARMSTADT. Die Bernhard-Adelung-Schule (BAS), die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule (HEMS) und die Herderschule sollen zum Vorbild für die Lehre im digitalen Zeitalter werden. Das ist das Ziel eines Projekts der Digitalstadt Darmstadt, des Medienzentrums Darmstadt sowie des in Bamberg ansässigen Schulbuchverlags Buchner. In den drei Modellschulen wird zwei Jahre lang das Potenzial digitaler Lern- und Lehrmethoden erprobt und analysiert.

Man wolle so den „souveränen Umgang“ von Schülern und Lehrern mit digitalen Medien vorantreiben, sagte Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts in den Räumen der Digitalstadt GmbH. Mit der BAS ist eine integrierte Gesamtschule, mit der HEMS eine berufliche Schule und mit der Herderschule eine Förderschule mit Schwerpunkt Sprachheilförderung beteiligt. Reißer betonte, dass der Schwerpunkt auf der Förderung der Medienkompetenz liege. Volker Seipp, Leiter des Medienzentrums und Initiator des Projekts, ergänzte: „Wir wollen damit einen Pflock in der digitalen Bildung einschlagen, der hessenweit ausstrahlen soll.“ Es handle sich um ein landesweit bisher einmaliges Projekt mit hohen Anforderungen.

Darin analysieren die Schulen zusammen mit einem vierköpfigen Projektteam des Buchner Verlags die jeweils schultypischen, aktuellen Herausforderungen, erarbeiten ein Handlungskonzept, zeigen Qualifizierungslücken auf und erstellen einen detaillierten Maßnahme- und Ablaufplan. Andreas Gerster und Harald Bender vom Buchner Verlag betonten, das Projekt sei als „iterativer Prozess“ gestaltet, der kontinuierlich anhand zuvor definierter Meilensteine überprüft werde. Beide gaben sich zuversichtlich, dass die beteiligten Schulen von diesem Schulentwicklungsprozess über den festgesetzten Projektzeitraum hinaus profitieren könnten.

Die Vertreter der drei Modellschulen gaben ganz unterschiedliche Gründe für die Beteiligung an dem Projekt an. So sieht BAS-Schulleiterin Heidrun Raum die Digitalisierung vor allem als Chance, individuelle Lernprozesse zu unterstützen. Peter Schug von der HEMS sieht die Digitalisierung der Schulen als notwendige Folge des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels, um die Schüler fit fürs Berufsleben zu machen. Als Modellschule könne man eigenes Know-how in die Diskussion einbringen. Man hoffe zugleich auf den Gewinn neuer Erkenntnisse und Impulse.

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Dorothee Fischer und Ulrich Vaeth von der Herderschule sehen den Modellschulcharakter als Chance, sich „an digitale Prozesse anzukoppeln“. Noch gäbe es im Lehrkörper nur wenige, „digital affine“ Vertreter. „Andererseits tragen natürlich die Schüler viele Themen in den Unterricht hinein“, sagte Dorothee Fischer. „Deshalb brauchen wir Know-how und Ideen, wie wir Schülern dabei unterstützen können, besser mit digitalen Medien umzugehen.“

Der in zwei Jahren vorzulegende Abschlussbericht „Modellschulen Digitale Stadt“ soll zudem Handlungsempfehlungen zur weiteren Entwicklung digitaler Kompetenzen für andere Darmstädter Schulen aufzeigen.