In Darmstadt häufen sich die Rollerdiebstähle

Motorroller sind in Darmstadt derzeit ein beliebtes Objekt für kriminelle Jugendliche. In acht Wochen wurden 13 gestohlen, vier Versuche scheiterten.

Die Zahlen bei Motorroller-Klau in Darmstadt steigen, das bestätigt die Polizei und erklärt auch, wen sie dafür verantwortlich macht.

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Darmstadt. Alleine in den vergangenen acht Wochen, seit Ende November, hat die Polizei 13 Rollerdiebstähle und vier Diebstahlversuche im Darmstädter Stadtgebiet registriert. Die Marke Piaggio scheint dabei den Dieben besonders zu gefallen, zehn Roller waren laut Mitteilungen der Polizei von diesem Hersteller. Martins- und Johannesviertel, Waldkolonie, Postsiedlung, Bessungen, aber auch Eberstadt, Wixhausen und Arheilgen – die Tatorte verteilten sich praktisch über die gesamte Stadt.

Die Polizei bestätigt eine Häufung der Diebstähle und kennt sogar Tatverdächtige. „Das sind Minderjährige, die in wechselnder Besetzung diese Taten begehen“, sagt Sprecherin Kathy Rosenberger.

So wurden erst vergangene Woche zwei 14- und 17-Jährige gefasst, die mit einem gestohlenen Roller in eine Gartenhütte in der Vogelsbergstraße eingebrochen waren. Mitte Dezember war auf der Kasinostraße ein 14-Jähriger auf einem gestohlenen Roller von der Polizei aus dem Verkehr gezogen worden, der natürlich keinen Führerschein hatte – den gibt’s erst mit 15 – und augenscheinlich unter Betäubungsmitteleinfluss stand. Schon Mitte November wurden ein 14- und ein 16-Jähriger gestoppt, die jeweils ohne Helm auf Motorrollern saßen, von denen der eine als gestohlen gemeldet war. Ende November war ein 16 Jahre alter Darmstädter ohne Helm auf einem gestohlenen Roller in Weiterstadt erwischt worden. In allen Fällen wurden die Minderjährigen angezeigt, in allen Fällen ihren Erziehungsberechtigten übergeben.

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Zweimal wurden die Diebstähle durch Anwohner verhindert. Am Nikolausabend wurden im Herdweg die Täter unerkannt in die Flucht geschlagen und hinterließen ein kaputtes Zündschloss. Und vier Tage vor Weihnachten hatten Anwohner in der Eberstädter Jakobstraße einen Jugendlichen erwischt, der sich an einem Roller zu schaffen machte. „Eine Personengruppe soll auf den in Richtung Wartehalle Rennenden gewartet und mit ihm weiter geflüchtet sein”, hieß es damals in der Polizeimeldung.

Das sind Minderjährige, die in wechselnder Besetzung diese Taten begehen.

KR
Kathy Rosenberger Polizeisprecherin

Polizei empfiehlt Diebstahlsicherung für Mopeds

Kathy Rosenberger empfiehlt grundsätzlich die Sicherung von Mopeds und Zweirädern über das eingebaute Lenkradschloss hinaus. Motorräder haben häufig eine elektronische Wegfahrsperre, die das Starten oder Kurzschließen verhindert, manche sind auch schon vom Hersteller aus mit einer akustischen Alarmanlage gesichert. Darüber hinaus erschwert sie das Auswechseln bzw. die Manipulation des Kombischaltermoduls. Diebstahlwarnanlage und Wegfahrsperren könnten auch nachgerüstet werden, heißt es auf dem Präventionsportal der Polizei. Beides biete keinen absoluten Diebstahlschutz, verhindere aber Aufsitzen und Wegfahren, was immer noch die häufigste Form des Motorraddiebstahls sei.

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Für die Darmstädter Rollerbesitzer empfiehlt die Polizei eine mechanische Diebstahlabwehr in Form Bügel- oder Panzerkabelschlössern. Der Verband der Schadensversicherer (vds) veröffentlicht im Internet eine Liste von getesteten und zertifizierten Schlössern. Auch Stiftung Warentest veröffentliche regelmäßig Tests.

Auch wenn die jugendlichen Täter zum Teil bekannt sind - Einsperren kann man sie so einfach nicht. Aber „die Ermittlungen laufen“, versichert Polizeisprecherin Kathy Rosenberger. Das für Jugendkriminalität zuständige Kommissariat 35 bearbeitet die Fälle gesammelt und stehe in Austausch mit Jugendamt und Staatsanwaltschaft.