Bäume in Darmstädter Park vertrocknen

Ein Hinweis an einem Baum im Akaziengarten soll zum Bewässern des Parks animieren. Auf dem Sandboden schlägt die Trockenheit besonders zu. Foto: Guido Schiek

Es sieht nicht gut aus im Akaziengarten. Dass dort Bäume seit Jahren vernachlässigt werden, ruft in diesen heißen Tagen zwei Bürgerinitiativen mit deutlicher Kritik am Land...

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DARMSTADT. Sie heißen Ronja, Sophie, Leah, Karsten und René. Es geht ihnen nicht gut. Das ist erkennbar. Die Bäume im Akaziengarten, von den Aktiven des Vereins „Pro Akaziengarten“ mit entsprechenden Namensschildern versehen, leiden Durst, gerade in diesen heißen Tagen.

Der Verein macht auch in diesem Jahr, wie in vielen Jahren zuvor, auf die Trockenheit im Park aufmerksam, unterstützt von der benachbarten Initiative „Zusammen in der Postsiedlung“.

Vorwürfe gegen verantwortlichen Landesbetrieb

Von dort ist in diesen Tagen die Vermutung zu vernehmen, dass „der schwarz-grünen Landesregierung der Erhalt des Parks nicht viel wert zu sein scheint“. Der verantwortliche Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) verwalte und gestalte Naturschutz nicht, so der Vorwurf der Postsiedler, die vermuten, dass „mutmaßlich eine Baumaßnahme am Rande des Parks vor vielen Jahren die unterirdischen Grundwasserströme zuungunsten des Parks verändert“ haben sollen.

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Dem widerspricht Alexander Hoffmann, Sprecher des LBIH in Wiesbaden. „Uns liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass Baumaßnahmen auf dem Nachbargrundstück Grundwasserströme verändert haben könnten“, sagt Hoffmann.

Zudem sei der Landesbetrieb „permanent damit befasst, seine Anlagen ausreichend zu bewässern“. Das gelte auch für den Akaziengarten. Erschwerend kommt nach Hoffmanns Darstellung dort die Bodenbeschaffenheit hinzu: „Sandböden, die eine sehr geringe Wasserspeicherfähigkeit aufweisen.“

Grundhafte Instandsetzung des Parks geplant

Der Sprecher verweist auf den nächsten anstehenden Bewässerungstermin für den Akaziengarten, den 19. August. Außerdem sehe der Landesbetrieb ohnehin „eine noch näher zu planende, grundhafte Instandsetzung des Parks mit an die Bodenverhältnisse angepassten Ersatzpflanzungen“ vor. Einen Zeitrahmen nannte der Sprecher nicht.

Das alles tröstet Cecile Roos von „Pro Akaziengarten“ nicht. „Das ist seit Jahren ein ewiges Hü und Hott, was das Land da veranstaltet“, erzählt sie aus den vergangenen Jahren. Im Sommer 2018 habe das Technische Hilfswerk (THW) mit einer „Sommerübung“ beim Bewässern geholfen, jetzt setzte der Verein auf Baumpatenschaften und Eigeninitiative. „Aber die Anwohner können bei dieser Hitze doch nicht schwer befüllte Gießkannen meterweit durch die Gegend tragen“, gibt Roos zu bedenken. „Das sind ja zumeist auch ältere Menschen, das können die Verantwortlichen doch nicht zulassen“, zeigt sich die Vereinsvertreterin entsetzt.

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Bäume kämpfen ums Überleben

Die Postsiedler vermuten in einem Eintrag auf ihrer Homepage System: „Nach Lage der Dinge könnte man sagen: Der LBIH lässt den Park durch eine Strategie des Nichtstuns faktisch verkommen.“

Das weist der Sprecher des Landesbetriebs zurück: Die Grünpflege im Akaziengarten sei für den LBIH eine dauerhafte Aufgabe.

Den Eindruck, den die Bäume im Park derzeit machen, lässt daran aber tatsächlich Zweifel aufkommen. Ronja, Sophie, Leah, Karsten und René sind wohl chancenlos und werden in den kommenden heißen Tagen ums Überleben kämpfen.

Von Frank Horneff