50 Teilnehmer gehen bei der Deutschen Meisterschaft des...

Bei der Deutschen Schwimm-Meisterschaft des Verbands für Freikörperkultur herrscht rund um das Becken Urlaubsstimmung.Foto: Dirk Zengel  Foto: Dirk Zengel

Bei herrlichstem Sommerwetter hat der Deutsche Verband für Freikörperkultur (DFK) am Wochenende die Schwimm-Meisterschaften auf dem Orplid-Gelände in Arheilgen ausgerichtet....

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ARHEILGEN. Bei herrlichstem Sommerwetter hat der Deutsche Verband für Freikörperkultur (DFK) am Wochenende die Schwimm-Meisterschaften auf dem Orplid-Gelände in Arheilgen ausgerichtet. 138 Schwimmer, Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer aus ganz Deutschland gingen an den Start.

Die „Naturisten“, wie Vereinsvorsitzender Matthias Lippert sie nennt, sind zwei Tage zu Gast auf dem 85 000 Quadratmeter großen Areal, wo längst nicht nur geschwommen werden kann. Kinder toben sich auf dem riesigen Hüpfkissen wie auf den Spielplätzen aus, andere vergnügen sich beim Tischtennis, Boule oder Volleyball. „Sich im natürlichen Kleid bewegen“, ist hier die Devise. „Wir sind mit 800 Mitgliedern der größte Verein im Landesverband Hessen und Rheinland-Pfalz“, berichtet Lippert, der seit zwölf Jahren Vereinsvorsitzender ist, mit Stolz.

Rund um das in der Sonne glitzernde Schwimmbecken sitzen Nackte und feuern „Janne“ beim Rückenschwimmen an. Gerade hat sie den Vorlauf gewonnen, als Beste von vieren, wird jetzt prompt Zweite im Endlauf und erntet dafür Bravorufe. Am laufenden Band geht’s mit den insgesamt 350 Starts weiter, die Teilnehmer messen sich im Schmetterling, Freistil, Rücken- und Brustschwimmen auf einer Strecke von 50 oder 100 Metern.

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Rund 20 Leute hat der DFK während der Großveranstaltung als Schiedsgericht im Einsatz: am Beckenrand stehen Zeitnehmer, Schieds- und Wenderichter und auch Ergebnis-Auswerter. Regina Sang-Quaiser vom Landesverband Mitte ist die Organisationsleiterin der Veranstaltung. Sie freut sich besonders darüber, dass über 40 Frauen für 50 Meter gemeldet sind. Dabei gehe es bei dem Wettbewerb mehr ums Mitmachen und darum, ein schönes Wochenende gemeinsam zu verbringen, als ums Gewinnen. Dennoch ist erstaunlich, dass so mancher „Krümel“, wie die ganz Kleinen hier heißen, ihre 25 Meter in weniger als einer Minute schaffen. „Und es machen schon Dreijährige mit.“

Ganz ohne Ehrgeiz geht’s dann doch nicht: Die Schwimmer qualifizieren sich für den Wettkampf auf der Ebene der Internationalen Naturisten-Föderation (INF) in Le Havre, wie Berthold Alt erklärt, der für die Pressearbeit bei Orplid zuständig ist. Sein Favorit ist Thomas Malauschek, der könnte als Sieger hervorgehen, meint Alt: Er schmetterte in 38 Sekunden die 50 Meter runter, war ein Superschwimmer beim DSW, und ist immerhin schon 64 Jahre alt, sagt Berthold Alt voller Respekt. „Orplid gegen den Rest der Welt“, tönt es durchs Megafon, und: „Wir hoffen, Darmstadt behält die Oberhand“, tönt es weiter. Auch Sportamtsleiter der Stadt Darmstadt, Ralf Rainer Glatt, und Hans-Dieter Karl vom Sportkreis Darmstadt-Dieburg schauen vorbei.

Alle im Orplid schwärmen von ihrem „Familiensportverein“, wo sich „naturverbundene Menschen wohlfühlen“, weil sie „sich in ihrem natürlichen Kleid bewegen“ und „sich mit ihren Ideen einbringen können“.

Zu den Deutschen Schwimm-Meisterschaften sind viele mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder mit Zelten angereist. Regina Sang-Quaiser sagt: „Wir fördern das Miteinander und bieten ein Generationen übergreifendes Sportangebot.“ Die weitläufige Anlage mit altem Baumbestand und den unterschiedlichen Spielfeldern wirkt wie eine paradiesische Oase im Süden. Pit Vollgraf ist einer der Geländewarte, die dafür sorgen, dass Orplid tipptopp präsentiert wird. Und obwohl alles sehr entspannt und still zugeht, gibt es sogar noch ausgewiesene Ruhewiesen.