Das Ehepaar Töpelmann bereitet in der Galerie des Reinheimer Hofguts die neue Gemäldeschau mit Motiven aus Südhessen vor. Foto: Guido Schiek
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REINHEIM - Rund 400 Besucher waren im vergangenen Jahr gekommen, um sich den zweiten Teil der Ausstellung „Der Odenwald in der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts“ anzuschauen, eine Steigerung gegenüber dem ersten Jahr. Im dritten Teil, dessen Vernissage am Samstag, 1. Juli, ab 17 Uhr in der Galerie des Hofguts ist, hat das Team des Heimatmuseums zusammen mit dem Kunsthistoriker Dr. Benno Lehmann 60 Bilder von 20 Künstlern zusammengetragen, dazu kommen noch Skulpturen und Fotografien. Diesmal sind es laut Museumsleiterin Rosemarie Töpelmann vielfach Künstler aus dem Darmstädter Raum, die im Zentrum stehen.
Die Schau richtet sich auch an Naturfreunde
Der Schwerpunkt beim bildlichen Rundgang durch den Odenwald, der in der Galerie in Reinheim startet und über Neunkirchen und Lichtenberg an die Bergstraße führt, liegt auf dem Modautal-Örtchen Lützelbach und einem Künstlerkreis, der sich dort immer traf – im Gasthaus „Zur Sonne“. Initiator der illustren Runde war August Wondra, von Hermann Pfeiffer gibt es Scherenschnitte zu sehen, mit denen er etwa Ausgaben des Datterich und des Liederbuchs „Zupfgeigenhansl“ bebildert hat. Aber auch Skulpturen, die in Lützelbach entstanden, sind zu sehen. „Es ist erstaunlich, dass Lützelbach so häufig gemalt wurde“, sagt Rosemarie Töpelmann. Aber hier sei der Darmstädter eben relativ schnell mitten im Odenwald gewesen und konnte sich dort künstlerisch ausleben.
Es sind aber nicht nur verstorbene Künstler, von denen es Werke zu sehen gibt. Inzwischen rufen die Leute von sich aus an und bieten Gemälde an für die Ausstellung. „Sammler haben ja auch durchaus ihre Freude daran, ihr Eigentum anderen zu zeigen“, sagt Rosemarie Töpelmann und lacht. Und die Galerie der Stadt Reinheim im malerischen Hofgut biete ja auch den richtigen Rahmen für die Ausstellung.
„Wir haben die Exponate von vielen Leihgebern geholt“, sagt sie, „zunächst haben wir sie im Museum gelagert, jetzt ist die Herausforderung, sie so zu hängen, dass es einen schönen Weg ergibt.“ Dabei hilft ihr Ehemann Nikolaus Töpelmann. „Unser pädagogischer Anspruch ist es, Leute hierher zu locken, die sonst nicht in Kunstausstellungen gehen, sondern eher Natur- und Wanderfreunde sind.“
Benno Lehmann, der als Kind im Odenwald gelebt hat, habe seine Freude daran, den Reinheimern diese Bilder zeigen zu können. Und das bereits zum dritten Mal. Beim ersten Mal im Jahr 2015 ging es quer durch den Odenwald, im vergangenen Jahr wurde die Ausstellung bereits systematisch aufbereitet. „Wir hatten dann im vergangenen Jahr schon gesagt, dass wir eine dritte machen werden“, sagt Töpelmann. Und sie fügt hinzu: „Sehr wahrscheinlich wird es auch im kommenden Jahr eine weitere geben.“