Die Bürgermeister von Dieburg, Münster und Eppertshausen wollen eine bessere Anbindung bei der Regionaltangente West. Sie fordern unter anderem einen Halbstundentakt.
Von Melanie Schweinfurth
Im Zuge des Baus der Regionaltangente West bei Frankfurt soll auch die Anbindung der „Dreieichbahn“ über Eppertshausen und Münster bis Dieburg verbessert werden. Das fordern die drei Bürgermeister mit Amtskollegen aus dem Kreis Offenbach in einem Positionspapier.
(Foto: Melanie Schweinfurth)
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EPPERTSHAUSEN - Die Einwohnerzahlen im Rhein-Main-Gebiet steigen stetig. Mit dem wachsenden Zuzug wachsen auch die Probleme. Denn die Infrastruktur kann nicht im gleichen Maße mithalten. Das gilt besonders für die Verkehrsinfrastruktur.
Straßen sind überlastet, Parkplätze sind Mangelware, immer mehr Bürger sehen durch Lärm und Abgase ihre Gesundheit und Lebensqualität gefährdet. Die täglichen Staus auf Autobahnen und Bundesstraßen schaden zudem der Volkswirtschaft. Mit einem ambitionierten Schienenbauprojekt soll nun eine Antwort auf den steigenden Mobilitätsbedarf im Ballungsraum Rhein-Main gefunden werden.
Die Regionaltangente West (RTW) soll vom Hochtaunuskreis im Nordwesten bis nach Dreieich im Süden um das Frankfurter Stadtzentrum herumführen. Damit soll das Angebot des regionalen Schienenverkehrs erheblich erweitert und verbessert werden. Vor allem für Berufspendler und Studenten, die sich in der teuren Metropole keine Wohnung leisten können.
Derzeit pendeln, laut RTW-Planungsgesellschaft, täglich etwa 335 000 Menschen nach Frankfurt. Unter ihnen auch viele Menschen aus dem Osten des Kreises Darmstadt-Dieburg. Besonders die Bürger aus Eppertshausen, Münster und Dieburg könnten vom Projekt Regionaltangente West profitieren. Denn die RB 61, auch „Dreieichbahn“ genannt, dient auch die drei Kreiskommunen an.
Die gegenwärtige Planung der Regionaltangente West endet allerdings in Dreieich-Buchschlag. Danach sind für die Strecke, auf der die Dreieichbahn verkehrt, keine Änderungen vorgesehen. Im Zuge des RTW-Baus soll aber auch die Andienung von Dieburg, Münster und Eppertshausen deutlich verbessert werden. Um dies zu erreichen, haben die Bürgermeister der drei Kommunen mit ihren Amtskollegen von Dreieich und Rödermark ein Positionspapier erarbeitet.
Das acht Punkte umfassende Papier sieht einen emissionsfreien Antrieb der bisher dieselbetriebenen Bahn vor. Brennstoffzellen seien ebenso denkbar wie eine Elektrifizierung der Strecke. Diese soll von Dieburg bis zum Frankfurter Hauptbahnhof durchgehend im Halbstundentakt angedient werden. Um eine dichtere Taktung zu erreichen, fordern die fünf Kommunen einen zweigleisigen Ausbau. Bahnsteigverlängerungen an allen Stationen sollen den Einsatz von längeren Zügen mit höheren Aufnahmekapazitäten ermöglichen.
In drei Workshops, die die Bürgermeister mit der Nahverkehrsorganisation Dadina und der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach durchführten, seien die Forderungen auf ihre Realisierbarkeit überprüft worden, sagte Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann (CDU) nun am Rande der Gemeindevertretersitzung dem ECHO.
„Wir brauchen für unsere Kommunen, die einen starken Zuwachs erfahren, bessere Mobilitätskonzepte, die attraktiv, schnell und ökologisch sind. Deshalb haben wir das Positionspapier bereits dem Regierungspräsidium Darmstadt überreicht“, erläuterte Helfmann. Es sei aber wahrscheinlich, dass es auf diesem Wege kaum Wirkung zeigen wird. „Daher haben wir beschlossen, das Papier jeweils von unseren höchsten kommunalen Organen – den Parlamenten – verabschieden zu lassen und es im Rahmen der Offenlage als Stellungnahme nochmals einzureichen.“
Dadurch sollen die Forderungen den entsprechenden Nachdruck erhalten. Die Eppertshäuser Gemeindevertreter votierten einstimmig für das Positionspapier.