Vorschau auf neue Saison im Velvets Theater

Schneewittchen wird die Zuschauer im Velvets-Theater verzaubern. Foto: Volker Watschounek

„Der kleine Prinz“, „Schneewittchen“ oder „Ein Mords-Sonntag“: Das Schwarzlichttheater Velvets gab eine Vorschau auf die kommende Spielzeit.

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WIESBADEN. „Ein Blick in die Zukunft“ im Velvets-Theater: In gut 80 Minuten erlebte das Publikum in dem schwarzen Theater eine Vorschau auf die kommende Saison. Klassiker seines Repertoires kamen ebenso zum Zuge wie Neuproduktionen des Hauses und Gastspiele, am Ende sollte es noch eine feierliche Überraschung geben.

Zum Auftakt „Schneewittchen“ – Barbara Naughton, die mit ihren Eltern Dana Bufková und Bedrich Hanyš die Bühne leitet, schlüpfte in die Rolle der bösen Stiefmutter, schnell entfaltete sich der Reiz dieser besonderen Form des Spiels. Naughton stand im Dunkeln, rot gewandet, hinzu kamen Figuren und eine effektvolle Beleuchtung. Aus Tschechien stammt das Velvets-Theater, das Land hat eine ganz große Tradition im Bereich der Kinder- und Märchenfilme. In den Räumen an der Schwarzenbergstraße entsteht sogleich eine spezielle Atmosphäre. Die sieben Zwerge hopsen herein und bilden eine Tonleiter, Schneewittchen ergänzt sie zur Oktav.

„Ich ziehe mir jetzt etwas Bequemeres an“, sagte Naughton, für den Rest der Revue übernahm sie die Moderation. Auszüge aus dem ersten Dauerbrenner des Abends folgten: Über 1600 Mal haben die Velvets ihre Bühnenfassung von Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ gegeben – ungebrochen ist die Kraft der feinfühligen Inszenierung. Wie Naughton erzählte, dass ihre Eltern mit vielen Größen zusammenarbeiteten, so auch mit Caterina Valente. Szenen aus der ihr gewidmeten Hommage „Bonjour Kathrin“ wurden eingeblendet. Darin werden die „Wirtschaftswunder-Jahre“ gefeiert.

Zwei Schauspielerinnen der Gruppe Fairspielt gaben mit humoristischem Gespür einen Vorgeschmack auf das Stück „Ein-Mords-Sonntag“ – zwei Schwestern versuchen alles, um Männer in ihre Wohnungen zu locken. Einen Blick hinter die Kulissen gewährten die Velvets in der Parkbank-Szene aus „Der Zauberlehrling“ – sie wurde in je einer Fassung ohne und mit Beleuchtung gespielt; in letzterer offenbarte sich die Akribie, mit welcher das Ensemble arbeitet. Das Stück „Grenzenlos“ ist autobiografisch und erzählt von Tourneen der Velvets nach der Flucht aus der sozialistischen Tschechoslowakei. Poetisch gerieten Szenen aus „Der Blaue Vogel oder die Suche nach dem Glück“.