Nach der Sommerpause geht es nun mit der...

Mit Streichzeug und Körper

Anzeige

WIESBADEN. „Wer bist du? Was spielst du?“ – bedingungslos offen wurde jeder empfangen, der das Foyer im Kunsthaus betrat. Weil die Aula als Abstellraum gebraucht wird und das neue Domizil in der Walkmühle noch nicht fertig ist, wurde es da etwas eng. „Ich spiele Streichzeug“, schmunzelte Lutz aus Offenbach. Er hatte gerade sein Schlagzeug aufgebaut und gab somit den Hinweis, dass man Trommeln und Becken auch durch Reiben und Streichen zum Klingen bringen kann. Sylvia benutzte ihren eigenen Körper als Schlagzeug. Michael, ein Wiesbadener, der eigentlich Geige spielt, hatte heute ein afrikanisches Daumenklavier Kalimba dabei. Man staunte, wie gut der Klang dieses Instruments mit dem der Steeldrum verschmolz, die Daniel aus Frankfurt ebenso feinsinnig dazu spielte.

Die rund ein Dutzend aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet gekommenen Musiker sind teils Laien, teils Professionelle, die Spaß am gemeinsamen Ad-hoc-Komponieren haben. Verabredet wird nur, wer wann mit wem zusammenspielt. Jeder hört den anderen zu und fügt sich ein.

Gerade an diesem Abend entstanden besonders schöne Atmosphären, etwa, als die Bassklarinette die kleinen, von Franz kaum hörbar gesungenen Melodien ebenso leise aufgriff, während Wolfgangs mit Filzlappen geschlagenes Schlagzeug einen Kontrapunkt bildete. Schließlich wurde auch „die Presse“ als Mitspieler gewünscht, die nicht einmal ihre Stimme ganz dabei hatte. Aber, wow, macht das Spaß! Dieses Spiel mit Energien, diese Intensität, auch durch die Aufmerksamkeit der Zuhörer! Aber ich sollte wirklich einmal wieder üben.

Von Doris Kösterke