Bayreuther Festspiele: Laufenberg über die Wiederaufnahme...

„Parsifal“-Regisseur Uwe Eric Laufenberg vor dem Festspielhaus in Bayreuth.Archivfoto: dpa  Foto:

Im Juli 2016 hat Richard Wagners „Parsifal“ in der Inszenierung des Wiesbadener Staatstheater-Intendanten Uwe Eric Laufenberg die Bayreuther Festspiele eröffnet. In diesem...

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WIESBADEN. Im Juli 2016 hat Richard Wagners „Parsifal“ in der Inszenierung des Wiesbadener Staatstheater-Intendanten Uwe Eric Laufenberg die Bayreuther Festspiele eröffnet. In diesem Jahr steht die Wiederaufnahme am 27. Juli auf dem Spielplan.

„Parsifal“-Regisseur Uwe Eric Laufenberg vor dem Festspielhaus in Bayreuth.Archivfoto: dpa  Foto:
„Parsifal“-Regisseur Uwe Eric Laufenberg ist Intendant in Wiesbaden.Archivfoto:  Lena Obst  Foto:

Herr Laufenberg, wie arbeitet es sich im zweiten Jahr in Bayreuth – ohne den Premierendruck und nicht mehr ganz so zentral im Zentrum des öffentlichen Interesses?

Das Wetter ist gut und die Landschaft herrlich. Also: sehr frohgemut. Die Zäune stehen noch, aber der Sicherheitswahnsinn ist ins Erträgliche zurückgenommen. Bei Stephanie im „MiamMiam“ gibt’s immer noch wunderbares Essen und freundliche Bedienung.

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Sie haben 2016 auf „Parsifal“-Verrisse mit einer „Antwort an die Schnellvernichter“ in Form eines Offenen Briefs reagiert. Sind die Wunden mittlerweile verheilt? Haben die Reaktionen gebracht, was Sie sich erhofft hatten?

Die deutsche Presse denkt zum Teil in Lagern und Ideologien. Vielleicht war das einmal sinnvoll und nötig, im Moment kann ich den Sinn von solchem Schubladendenken nicht erkennen. Ein offenes Aufnehmen von dem, was auf der Bühne zu sehen und zu hören ist, würde für alle zu besseren Ergebnissen in den Rezensionen führen. Das Publikum ist da eben viel offener, weil es ja nicht kommt, um eine Meinung breit zu treten, sondern um etwas zu erleben.

Konnten Sie sich schon einen Eindruck von Barrie Koskys Sicht der „Meistersinger“ verschaffen?

Ja, aber es herrscht Betriebsgeheimnis. Barry ist ein wunderbarer Mensch und Künstler. Er ist der erste jüdische Regisseur, der in Bayreuth „Meistersinger“ macht. Das wird man sehen.

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Wagner wird Sie in der nächsten Spielzeit auch am Staatstheater beschäftigen. „Götterdämmerung“ bleibt auf dem Spielplan, „Tannhäuser“ kommt im November neu.

Es wird fünf Aufführungen der Götterdämmerung geben mit Catherine Foster, Lance Ryan oder Andreas Schager, Johannes Martin Kränzle und Albert Pesendorfer, eine Neuinszenierung von Tannhäuser unter dem Dirigat unseres neuen GMD Patrick Lange und eine Wiederaufnahme vom Holländer, wo das Geisterschiff bis über die zehnte Reihe des Zuschauerraums fährt.

Wo begegnet man heute einem lustvoll-rebellischen Minnesänger?

Tannhäuser versucht, in der Wartburg sich und die Welt nicht zu verleugnen. Es gibt die Erfahrungen des Venusbergs, von 1968, Aufbrüche, Revolutionen. Es gibt immer noch Kräfte, auch in unserer Gesellschaft, die das nicht wahrhaben wollen.

Der Künstler als Rebell und Hedonist bietet dem streitbaren Theatermann womöglich Identifikationspotenzial?

Wenn Sie mit dem streitbaren Theatermann Laufenberg meinen, kann der sich auf manches emphatisch einlassen. Aber Tannhäuser ist Tannhäuser, Wagner Wagner und Laufenberg Laufenberg.

Das Interview führte Volker Milch.