Das Medium der Verständigung

Tag der offenen Tür im Institut français: Zwischen analog und digital ist viel Platz für Buchstaben-Experimente. Foto: hbz/Sämmer

„Zwischen Basel und Mainz sind wir im Garten Europas“ – diesen Satz eines elsässischen Humanisten zitierte der Straßburger Historiker Georges Bischoff im Institut...

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MAINZ. „Zwischen Basel und Mainz sind wir im Garten Europas“ – diesen Satz eines elsässischen Humanisten zitierte der Straßburger Historiker Georges Bischoff im Institut français, wo die „Variations Gutenberg. Gutenberg en français“ stattfanden. Zum Auftakt indes erklang der Anfang von Bachs „Goldberg-Variationen“, anmutig war hier das Klavierspiel Eloise Bella Kohns.

Die „Gutenberg Variationen“ veranstaltete das Institut français (Leitung: Aline Oswald) anlässlich des Gutenbergjahres 2018 und des europäischen Jahres des Kulturerbes in enger Abstimmung mit dem Espace Européen Gutenberg (Leitung: Sarah Lang).

Pascale Trimbach, französische Generalkonsulin in Frankfurt, sagte in ihrer Ansprache, dass Europa sich in unruhigen Zeiten befinde, Frankreich und Deutschland müssten eine neue Vision für ein stärkeres Europa schaffen.

Als Vertreter des „Espace Européen Gutenberg“ sprach Guy Tinsel, er ging auf die Rolle des Rheins ein: Der Fluss verbinde und transportiere Ideen.

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Straßburg und Mainz im Leben Gutenbergs

Kulturdezernentin Marianne Grosse hob die enge Beziehung zwischen Mainz und Straßburg hervor, beide Städte waren wichtige Stationen im Leben Gutenbergs. Der Erfinder des Buchdrucks, so Grosse, rage aus der Mainzer Stadtgeschichte, welche von beständigem Wandel geprägt sei, heraus. Es gelte, sich folgende Fragen zu stellen: „Was wissen wir wirklich über Gutenberg? Wo steht das Buch heute?“ Stephan Jolie, Vizepräsident der Johannes-Gutenberg-Universität, verwies auf die enge Zusammenarbeit der Universitäten von Mainz und Dijon, welche die ausgeprägteste ihrer Art in Europa sei.

Deutsch-französisches Tandem ist gefordert

Catherine Trautmann, Ko-Präsidentin des Deutsch-französischen Kulturrats, sagte, dass Europa in Gefahr sei und die Kultur eine tragende Rolle bei der Überwindung der aktuellen Krise spielen müsse. Harte Arbeit stehe bevor. Das deutsch-französische Tandem solle Impulse setzen, aber gleichzeitig offen für andere Länder sein.

Gutenberg, so bemerkte Trautmann, habe einen Raum erschlossen, in welchem Schrift zugänglich sei, und die ersten Mittel zum gegenseitigen Verständnis seien Bücher.

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In der sich anschließenden Gesprächsrunde reflektierten Annette Ludwig, Direktorin des Mainzer Gutenberg-Museums, Georges Bischoff (Uni Straßburg) und Christoph Reske (JGU) über das Gutenberg-Jahr. Die Gesprächsleitung hatten Christophe Didier, Herausgeber der Zeitschrift „Bibliothèque nationale et Universitaire de Strasbourg“, und Maud Pfaff, Maître de Conférences der Universität Straßburg.

Annette Ludwig lobte die Zusammenarbeit ihres Hauses mit dem Partnermuseum in Südkorea und den Institutionen in Straßburg.

Alle Diskutanten waren sich einig darüber, dass man im Dienste der Forschung mittlerweile an einem Strang ziehe und Eifersüchteleien der Vergangenheit angehörten.