Wingerts Ziel: wieder ganz oben stehen

Wenn am Wochenende die deutsche Meisterschaft im Schautanzen in der Georg-Hofmann-Sporthalle in Hochheim steigt, hofft die Haßlocherin Sina Wingert mit ihrer Formation vom TSC...

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RÜSSELSHEIM. Wenn am Wochenende die deutsche Meisterschaft im Schautanzen in der Georg-Hofmann-Sporthalle in Hochheim steigt, hofft die Haßlocherin Sina Wingert mit ihrer Formation vom TSC Darmstadt in der Hauptklasse in den Disziplinen Modern und Charakter erneut ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Sie tritt mit ihren Mannschaftskolleginnen als Titelverteidigerin an und legte bei der hessischen Meisterschaft vor zwei Wochen schon einmal eine gelungene Generalprobe hin. Denn in beiden Disziplinen holte sie sich mit ihrem Team den Titel.

„Wir wollen natürlich unseren Titel verteidigen, aber das wird schwer“, mutmaßt die 26-Jährige. Gerade in der Disziplin Modern sei die Formation der TG Raunheim/Hausen stark einzuschätzen. Als „Luxus“ bezeichnete die Studentin den Umstand, dass die Titelkämpfe in diesem Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden. So hätte auch ihre Familie die Möglichkeit, dabei zu sein.

Raunheim, Gernsheim und jetzt Darmstadt

Bereits seit 17 Jahren hat sich die Haßlocherin, die ihre Karriere beim TSV Raunheim begann, dem Schautanzen verschrieben. Da ihre Freundinnen bei der TSG Blau-Silber Gernsheim aktiv waren, nahm sie die längere Anfahrt in Kauf und wechselte vom Nachbarort nach Gernsheim. Dort tanzte sie bis 2013, ehe es sie zum TSC Darmstadt zog, mit dem sie seitdem sämtliche Titel von der Hessenmeisterschaft bis zur Europameisterschaft gewann. Angefangen habe sie ursprünglich mit Ballett, „aber das war mir dann doch zu steif und zu langweilig“, gesteht Wingert, der vor allem das Tanzen in der Gruppe mit den Formationswechseln und der herausfordernden Synchronität viel Freude bereitet.

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Im Berufsleben möchte die 26-Jährige Grundschullehrerin werden. Den Bachelor in Sport- und Erziehungswissenschaften hat sie bereits in der Tasche und studiert zur Zeit Deutsch, Mathe und Sport auf Grundschullehramt an der Goethe-Universität in Frankfurt, wo sie ihren Abschluss für 2020 anpeilt.

Hohe Belastung, aber kein Gedanke ans Aufhören

Wie lange sie ihr zeitintensives Hobby noch betreiben wolle, wisse sie nicht. Das hänge zum einen von der Zeit ab, die ihr nach dem Studium noch bleiben werde. Zum anderen müsse sie natürlich auch schauen, wie lange ihr Körper die extreme Belastung noch mitmache. Gerade in der Saisonvorbereitung stünde zusätzlich zu den wöchentlichen Einheiten jeden Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr Training an.

Momentan verschwende sie allerdings keine Gedanken ans Aufhören, zumal nur eine Woche nach der deutschen Meisterschaft bereits die Europameisterschaft im österreichischen Wallgau ansteht. Hierfür hat sich Wingert mit ihrer Formation durch den Sieg beim Masters-Cup bereits qualifiziert, und auch dort starten die Darmstädterinnen als Titelverteidigerinnen. Anders als bei der deutschen Meisterschaft könne Wingert hier die Siegchancen ihres Teams jedoch nicht einschätzen, da sie keine Vergleichsmöglichkeiten habe. Aber selbstverständlich würde sie auch von der EM am liebsten mit der Siegertrophäe heimkehren.