Vrbsky spielt seine Fortschritte aus

Hessenmeister durch ein 6:3, 6:3 im Finale wurde Jan Simon Vrbsky vom TEC Darmstadt.Foto: Hikmet Temizer  Foto: Hikmet Temizer

(bo). Das war typisch für das Endspiel der Herren bei den hessischen Tennismeisterschaften. Da landete beim Matchball der knallharte Aufschlag von Jan Simon Vrbsky (TEC...

Anzeige

OFFENBACH. (bo). Das war typisch für das Endspiel der Herren bei den hessischen Tennismeisterschaften. Da landete beim Matchball der knallharte Aufschlag von Jan Simon Vrbsky (TEC Darmstadt) unerreichbar für Moritz Geis (BW Wiesbaden) in dessen Aufschlagfeld. Und da liefen die Kontrahenten ans Netz, um sich herzlich zu umarmen. Wie Freunde eben.

Der 18 Jahre alte Vrbsky und der ein Jahr ältere Geis, die dieses Finale trotz des klaren 6:3, 6:3 eindrucksvoll gestalteten, sind zu guten Kumpels zusammengewachsen. In drei Jahren Kaderarbeit beim Hessischen Tennisverband, aber auch durch zwei Jahre intensives Üben beim gemeinsamen Heimtrainer Philipp Seisler (TC Groß-Zimmern). Im Vorjahr schließlich kämpften sie Seite an Seite im Hessenliga-Team des TEC Darmstadt.

In dieser gemeinsamen Zeit spielten sie weitgehend auf Augenhöhe, eher mit leichten Vorteilen für Geis. Das verschob sich, als Vrbsky im Vorjahr nahezu täglich in der Schüttler-Waske-Akademie unter professionellen Bedingungen, zum Teil mit hochklassigen Profis trainierte. Da verbesserte er Kondition und Beinarbeit, feilte in technischer Hinsicht am Aufschlag. Von diesem Zugewinn zehrte er im Endspiel.

Dennoch war er von seinen Vorteilen überrascht, zumal er im Hessenligaspiel gegen Geis noch verloren hatte. Geis hingegen bekannte offen: „Der Jan Simon war heute klar besser.“ Im Feld der 32 Spieler unterstrich der an zwei gesetzte Vrbsky seine Favoritenrolle mit einem 7:5, 6:3 über seinen früheren Trainer Philipp Seisler und einem 7:6, 6:0 über Boris Klingebiel (TC Bergen-Enkheim). Im Halbfinale profitierte er von der verletzungsbedingten Aufgabe von Oliver Tobisch (Palmengarten Frankfurt).

Anzeige

Kräftezehrender waren die Stationen des ungesetzten Nieder-Rodeners Moritz Geis: Dreisatzsiege über Mario Franz (TC Seeheim) und den von Seeheim zum TEC Darmstadt gewechselten Sebastian Weber. Fast drei Stunden spielte er auch im Halbfinale beim 7:5, 4:6, 6:3 über den topgesetzten Leon Hoeveler (TC Diedenbergen).

Nach dem Abitur folgt das Studium in den USA

Der neue Hessenmeister ist entschlossen, auf dem eingeschlagenen Erfolgsweg voranzukommen. Nach dem Abitur an einem Mannheimer Gymnasium will er im September in die USA wechseln, um dort den Spagat zwischen Studium und Leistungssport zu schaffen.

Seine Schwester Annika, die nach dem Abschied vom TEC Darmstadt für TGS Bieber-Offenbach aufschlägt, schied im Duell der Generationen in zwei Sätzen gegen die zwölf Jahre ältere Lisa Brinkmann aus. Die als Nummer fünf geführte Bundesligaspielerin vom TC Lorsch kam im Viertelfinale gegen Inasse Hamouti (TC Bad Vilbel) im Schlusssatz an die im zweiten Durchgang gezeigte Leistung nicht mehr heran.

Ergebnisse

Anzeige

Herren,Viertelfinale: Leon Hoeveler (TC Diedenbergen) – Maximilan Braag (TC Lorsch) 6:0, 6:1; Moritz Geis (BW Wiesbaden) – Bradley Eidenmüller (TC Lorsch) 6:1, 6:0; Jan Simon Vrbsky (TEC Darmstadt) – Boris Klingebiel (TC Bergen-Enkheim) 7:6, 6:0; Halbfinale: Geis - Hoeveler 7:5, 4:6, 6:3; Vrbsky – Oliver Tobisch (TC Palmengarten) 3:6, 6:0, 1:0 Aufgabe Tobisch; Finale: Vrbsky –Geis 6:3,6:3

Damen,Viertelfinale, u.a.: Inasse Hamouti (TC Bad Vilbel)– Lisa Brinkmann (TC Lorsch) 6:4, 1:6, 6:4; Halbfinale: Natalie Pröse (TGS Bieber-Offenbach) – Zoe Schmidt (TC Bad Vilbel) 6:2,6:1; Jil Nora Engelmann (Tennis 65 Eschborn) – Hamouti 6:4,6:3; Finale: Pröse – Engelmann 6:3, 6:4.

Von Wolfgang Boltz