Umweltaktivisten besetzen Bäume im Treburer Oberwald um...

Umweltaktivisten besetzen im Treburer Oberwald Bäume, um deren Rodung zu verhindern.     Foto: Hans Dieter Erlenbach  Foto: Hans Dieter Erlenbach

Der Protest gegen den Flughafenausbau beginnt sich erneut zu formieren. Waren Anwohner des Flughafens und Umweltaktivisten letztmals 2009 beim Bau der Nordwest-Landebahn zu...

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MÖRFELDEN-WALLDORF. Der Protest gegen den Flughafenausbau beginnt sich erneut zu formieren. Waren Anwohner des Flughafens und Umweltaktivisten letztmals 2009 beim Bau der Nordwest-Landebahn zu Protestaktionen im Wald, treffen sie sich nun erneut, um die Rodung von Teilen des Treburer Oberwaldes für einen Autobahnanschluss an der Autobahn A 5 zu verhindern. Er ist geplant, um Terminal 3 an die Autobahn anzubinden.

Umweltaktivisten besetzen im Treburer Oberwald Bäume, um deren Rodung zu verhindern.

Am Sonntagnachmittag kamen etwa 150 Personen, darunter viele ältere Semester, die bereits die Protestaktionen gegen den Bau der Startbahn-West getragen haben. Sie erinnerten sich an das Versprechen des damaligen Ministerpräsidenten Holger Börner (SPD), nach dem Bau der Startbahn-West werde kein einziger Baum außerhalb des Flughafenzaunes mehr fallen. Zur Bekräftigung wurde der gesamte Waldbestand rund um den Flughafen zu Bannwald erklärt.

Doch dieses Versprechen war schnell Makulatur. Für die neue Landebahn, den Bau der A 380-Halle, für eine Erweiterung der Auskiesungsflächen nahe des Langener Waldsees und eben jetzt für den Bau eines Autobahnanschlusses; die Bannwaldverordnung wurde immer mit Federstrichen der Landesregierung aufgehoben.

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Schutzfunktion soll nicht verloren gehen

Das bringt die Flughafenausbaugegner auf und eben immer wieder in den Wald, wenn dort weitere Bäume zu fallen drohen und die Schutzfunktion des Waldes für die Umwelt immer mehr verloren geht.

Monika Lege, Verkehrsreferentin von Robin Wood, sieht die Chance, den Waldverlust tatsächlich zu verhindern, als sehr gering an. „Aber jede Verzögerung ist ein Erfolg“, sagte sie. Diese Verzögerung könnte es geben, weil am Sonntagnachmittag spontan rund ein Dutzend Umweltaktivisten vier Bäume besetzt haben, was hektische Reaktionen der Polizei auslöste, die von den Baumbesetzern überrascht wurde und nach einem Verantwortlichen für diese Aktion suchte und nicht fand. Denn die Bürgerinitiative aus Mörfelden-Walldorf war lediglich für den Kuchenstand verantwortlich, wie deren Sprecherin Petra Schmidt sagte.

Die BI aus der Doppelstadt hatte, gemeinsam mit der BI aus Trebur, zu der Aktion im Wald eingeladen, um weitere Proteste zu besprechen und zu koordinieren. Es sei wichtig, in dem bedrohten Waldgebiet, das direkt an die Gemarkung von Walldorf angrenzt, präsent zu sein. Auch Christiane Böhm von der BI Trebur wirbt für weitere Proteste. „Das ist hier eine sehr schlimme Entwicklung“, sagte sie dieser Zeitung. Die Gemeindevertretung stimme allem zu, was Fraport fordere.

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In einer Ansprache kündigte Petra Schmidt „ein aktionsreiches Jahr 2018“ an. Die Umweltaktivsten wollen die Bäume voraussichtlich bis Ende Februar besetzt halten. Dann beginnt die Brut- und Setzzeit, weshalb Baumfällungen bis in den Herbst hinein verboten sind. Fraport hatte bereits angekündigt, vorerst keine Bäume fällen zu wollen, sondern zunächst den Wald nach schützenswerten Tierarten abzusuchen und diese umzusiedeln.