Stadt Groß-Gerau richtet Geschwindigkeits-Display ein

Wer nicht zu schnell fährt, dem erscheint in der Reichenberger Straße in Groß-Gerau ab sofort ein Smiley. Dort weist nun ein Geschwindigkeits-Display Verkehrsteilnehmer darauf hin, ob man das vorgegebene Tempo einhält.Foto: Vollformat/Marc Schüler  Foto: Vollformat/Marc Schüler

Wer wird nicht lieber angelächelt als mit grimmigem Blick bedacht? Um unachtsame Autofahrer und abenteuerlustige Raser auszubremsen und zum Überdenken ihres gefährdenden...

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GROSS-GERAU. Wer wird nicht lieber angelächelt als mit grimmigem Blick bedacht? Um unachtsame Autofahrer und abenteuerlustige Raser auszubremsen und zum Überdenken ihres gefährdenden Verhaltens anzuregen, ist jetzt an der Reichenberger Straße ein sogenanntes Geschwindigkeits-Display installiert worden.

Dass dies zu Beginn des neuen Schuljahres geschah, zu dem in der Kreisstadt täglich wieder rund 250 Erstklässler und Verkehrsanfänger unterwegs sein werden, ist Bernhard König von der Kreisverkehrswacht zu verdanken.

Weg führt zu Schulen und Kitas

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Unermüdlich plädieren er und seine Mitstreiter an die Vernunft der Autofahrer – so etwa auch mit den gelben Bannern zum Schulanfang, von denen die Kreisstadt jetzt zehn Stück entrollt hat. Mit dem Schriftzug „Tempo runter – Schulanfänger“ signalisiert solch ein Banner auch an der Reichenberger Straße, dass Vorsicht geboten ist. Verstärkend erinnert dazu das neue Geschwindigkeitsdisplay daran, dass es sich hier um eine als verkehrsberuhigte Zone – landläufig als „Spielstraße“ bezeichnet – ausgewiesene Straße handelt. Dort darf genau genommen nicht schneller als sieben Stundenkilometer gefahren werden. „Kleine Straße, hohes Verkehrsaufkommen“, pointiert Bernhard König. Die Liste der bei Lebrecht Viebahn, dem städtischen Sachgebietsleiter Sicherheit und Ordnung, eingehenden Anwohnerbeschwerden reißt nicht ab.

Schon Tempo 30 sei um ein Vielfaches zu schnell, bemerkt Bernhard König beim Ortstermin zur Inbetriebnahme des Displays, als eben wieder ein Auto vorüberfährt. „Mit dem Geschwindigkeitsdisplay setzen wir auf psychologische Wirkung, während Blitzer ja Verkehrssünder ohne Nachsicht bestrafen“, führt König im Beisein von Stadtrat Albert Weiß (CDU) sowie zwei Mitarbeiterinnen vom Amt für Ordnungsangelegenheiten und vom Ordnungsbehördenbezirk aus.

Im Ordnungsbehördenbezirk, zu dem neben Groß-Gerau die Kommunen Nauheim, Büttelborn und Trebur gehören, sind bislang schon vier Geschwindigkeitsdisplays mit Smiley an wechselnden Orten in Gebrauch. Das neue Display aber steht allein der Kreisstadt zur Verfügung und wird nach Bedarf hier sowie an sensiblen Verkehrspunkten der Stadtteile aufgestellt.

„Die Reichenberger Straße führt zur Nordschule, zur Kindertagesstätte sowie zum Nachbarschaftszentrum der Diakonie, ist also, wiewohl im vorderen Teil reine Anwohnerstraße, eine viel befahrene Straße“, unterstreicht Bernhard König. Mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren sei angemessen, so König.

Wer langsam fährt, bekommt ein lächelndes Symbolgesicht zu sehen. Das führe vielleicht auch dazu, dass Eltern darüber nachdenken, ob sie ihre Kinder zur Schule fahren müssen. Das berühmte „Mama-Taxi“ mache selten Sinn, so König. „Gemeinsam zu Fuß zu gehen oder das Kind in Begleitung von Klassenkameraden an Selbstständigkeit zu gewöhnen hingegen wohl.“ Und: „Das Verkehrsaufkommen in der Wohngegend würde damit sinken,“ ist er sich sicher. Ohnehin trübe ein grimmiges Gesicht auf dem Display bei zu schnellem Fahren die Laune schon am Morgen.