Mit Opel GT Jugendtraum erfüllt

Peter Steinwachs (rechts) und Copilot Jochen Weiß fahren mit einem Opel GT bei Oldtimer-Rallyes mit. Foto: Peter Steinwachs  Foto: Peter Steinwachs

Autos waren schon immer eine Leidenschaft von Peter Steinwachs. Seit vier Jahren hat der 65-Jährige nun die ruhigere Variante des Motorsports für sich entdeckt. 2013 wurde er...

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GROSS-GERAU. Autos waren schon immer eine Leidenschaft von Peter Steinwachs. Seit vier Jahren hat der 65-Jährige nun die ruhigere Variante des Motorsports für sich entdeckt. 2013 wurde er eingeladen, bei der Silvretta Classic Rallye Montafon mitzufahren. „Da wurde ich infiziert“, gesteht er. Jetzt kam er von der Teilnahme am „77. Internationalen Turnier des Westens um den Pokal der Bundeskanzlerin“, veranstaltet vom Automobil-Club Köln, zurück. Zusammen mit seinem Copiloten Dr. Jochen Weiß gab es in seiner Startklasse den fünften Platz mit einem Opel GT.

Eine Klassikrallye ist eine „touristisch-sportliche Zuverlässigkeitsfahrt für historische Fahrzeuge“, heißt es in der Ausschreibung. Dabei komme es weder auf das Erzielen von Höchstgeschwindigkeiten oder auf Bestzeiten an.

Zeitmessung mit mechanischer Stoppuhr

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Einfach sind die Klassikrallyes trotzdem nicht. Die historischen Fahrzeuge haben keine Servolenkung und müssen rund 250 bis 300 Kilometer durch die Landschaft kutschiert werden. Dazu kommen verschiedene Sonderprüfungen. „Das macht den besonderen Reiz aus“, erzählt er. Und natürlich andere Fahrer mit dem gleichen Hobby zu treffen.

Bei den Sonderwertungen können die Fahrer zeigen, ob sie ihr Fahrzeug beherrschen. „Dafür ist der Copilot ganz wichtig“, betont Steinwachs. Der Opel GT hat einen Tripmaster eingebaut, der auf zehn Meter genau die Strecke anzeigt. Die Zeiten werden mit drei mechanischen Stoppuhren gemessen. Denn zu den Sonderprüfungen gehören auch Zeitfahrten: Etwa 150 Meter in zwölf Sekunden und dann 100 Meter in 14 Sekunden fahren. „Das üben wir in Büttelborn im Gewerbegebiet“, verrät er. Knifflig wird es, wenn 40 Meter in genau neun Sekunden gefahren werden müssen, und zwar im Rückwärtsgang. „Da geht es um zehntel Sekunden“, sagt er.

Begonnen hat Peter Steinwachs vor drei Jahren mit einem Opel Commodore. Als Groß-Gerauer sollte es schon die Marke vor der Haustür sein. Zumal er kein „Schrauber“ sei, sich auf die Pflege des Fahrzeugs beschränke. Die ersten Teilnahmen – als dritte Rallye steht im Jahresablauf die Paul-Pietsch-Classic im Kalender – waren durchaus kurios. Eine gebrochene Feder im Vergaser des Commodore ließ bei heißen Außentemperaturen das Benzin verdampfen, der Wagen blieb sieben Mal liegen und musste sogar durchs Ziel geschleppt werden. „Solche Situationen müssen gelöst werden“, schildert er einen weiteren Anreiz.

Mit dem Opel GT habe er sich dann im vergangenen Jahr einen Jugendtraum erfüllt. Der Flitzer wurde von Opel nur fünf Jahre (1968 bis 1973) und mit rund 100 000 Exemplaren gebaut. „Ich musste lange suchen“, sagt er. Denn die Opelfahrzeuge landeten oft in der Schrottpresse. Doch das Fahrzeug hatte nur 3000 Kilometer auf dem Tacho, war nicht „verbastelt“ also alles noch Original und ist mit 1900 Kubikzentimetern sowie 90 Pferdestärken flott unterwegs.

„Meist bin ich der einzige Opel-Fahrer“, freut er sich. Die Aufmerksamkeit der Zuschauer ist ihm dann sicher und soll noch gut zehn Jahre genossen werden. Und natürlich dürfe bei der Zieleinfahrt oder beim Start nicht das typische Aufklappen der Scheinwerfer fehlen. „Das gibt immer Beifall.“ Als Opel-Fahrer habe er zudem den Vorteil, bei der Masse an historischen Fahrzeugen eher einen Startplatz ergattern zu können. „Die Veranstalter wollen einen Mix an verschiedenen Fahrzeugen haben“, erklärt er. „Die Leute stehen immer bei uns rum“, meint Steinwachs augenzwinkernd.