Mit elf Jahren schon bei den Großen

Während die Inlinehockey-Mannschaft der Rüsselsheim Royals in diesem Jahr nicht in der Oberliga vertreten ist und sich dafür in der Rhein-Main-Hockeyliga im monatlichen...

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RÜSS. Während die Inlinehockey-Mannschaft der Rüsselsheim Royals in diesem Jahr nicht in der Oberliga vertreten ist und sich dafür in der Rhein-Main-Hockeyliga im monatlichen Rhythmus mit drei weiteren Teams misst, hat der Klub eine andere Attraktion zu bieten: Gerade einmal elf Lenze zählt Max Schrank, ist seit Saisonbeginn aber trotzdem schon fester Bestandteil der Royals-Auswahl. Im Alter von fünf Jahren hat der waschechte Rüsselsheimer seine sportliche Laufbahn in der Opelstadt gestartet. Seine teils deutlich älteren Kollegen haben ihn mit der Zeit mehr und mehr mit ihrer Eishockey-Leidenschaft angesteckt, inzwischen spielt er im Winter für den EC Bad Nauheim und hat es bereits in die Hessenauswahl geschafft.

In offiziellen Ligen beträgt das Mindestalter 16 Jahre

Was auf den ersten Blick vor allem aus Versicherungsgründen problematisch erscheint, ist schnell erklärt: Max ist über seine Familie sowie den EC Bad Nauheim versichert, zumal es sich bei der Rhein-Main-Hockeyliga um eine inoffizielle Runde handelt, die nichts mit dem Deutschen Rollsport- und Inlineverband (DRIV) zu tun hat. Hessens Verbandspräsident Stefan Weber bezog zu diesem Aspekt klar Stellung: „Ich halte das für ganz gefährlich und würde das nicht zulassen.“ In den offiziellen Ligen dürften Jugendliche frühestens mit 16 bei den „Großen“ mitspielen, „nachdem die Eltern zugestimmt haben und immer eine Aufsichtsperson dabei ist“, so Weber. Diese beiden Voraussetzungen sind auch bei Max Schrank gewährleistet.

Dass der Elfjährige seinen Sport mit Inbrunst auslebt, merkt man ihm sofort an: „Fußball und Handball spielt fast jeder, da musste es schon etwas Einzigartigeres sein.“ Und auch leistungstechnisch steht Max seinen älteren Kontrahenten oft in nichts nach. So erzielte er in seinem ersten Match für die Royals gleich drei Treffer. Einige gegnerische Akteure hätten sich bereits über ihn geärgert, doch sagt er voller augenzwinkerndem Selbstvertrauen: „An deren Stelle hätte ich mich auch aufgeregt, wenn ich von einem Zwerg wie mir ausgespielt worden wäre.“ Was Max an körperlicher Kraft noch fehlt, macht er indes mit Technik wett. So reicht es noch nicht für einen harten Schlagschuss, doch seine Schlenzer in die Torecken haben schon manchen gegnerischen Torhüter in die Verzweiflung getrieben.

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Vater Klaus Schrank ist selbst großer Eishockey-Fan, hat seine spätere Ehefrau gar im Eisstadion kennengelernt. Er begleitet seinen Sprössling auf seinem Weg, fährt ihn im Winter teils weite Strecken zu seinen Spielen und kann seinen Stolz nicht verbergen: „Er macht sich wirklich gut. Gerade beim Eishockey, das ist nicht unbedingt selbstverständlich. Deshalb investieren wir viel Zeit in seine Leidenschaft und tun alles dafür, dass er seine Ziele erreicht.“ Und diese sind nicht gerade tief gesteckt: „Eines Tages möchte ich in der DEL 2 auflaufen“, betont Max und fügt hinzu: „Wenn es alles gut geht, vielleicht sogar in der Ersten Liga.“ Für weitere Hobbies bleibt da natürlich wenig Zeit, doch ab und zu lässt er es sich nicht nehmen, eine Runde auf dem BMX-Rad zu fahren.

Royals-Pressesprecher Stefan Swoboda erhofft sich bei dem kleinen Wirbelwind zudem einen positiven Nebeneffekt: „Wenn er irgendwann noch vier oder fünf Kumpels mitbringt, ist unsere Zukunft gesichert.“ Passend dazu bieten die Rüsselsheimer seit diesem Jahr ein Kindertraining auf der Anlage neben dem Stadion an: Jeden Freitag von 18.30 bis am 19.15 Uhr können junge Interessierte sich am Inlinehockey versuchen, das in Deutschland immer noch als Pioniersport gilt.