Fred Kellner-Combo und Susanne Engelke bringen heißen Soul...

Rhythmusbetonter Auftritt: „Fred Kellner & Die famosen Soulsister“ (Susanne Engelke) reißen mit tanzfreudigen Funk- und Soul-Coversongs das Publikum im Frankfurter Hof mit. Foto: hbz/Judith Wallerius  Foto: hbz/Judith Wallerius

„Crazy Mainz: Kommt und tanzt.“ Als am Freitag „Fred Kellner & Die famosen Soulsister“ mit „Soul Explosion“ den Frankfurter Hof in Mainz entern, ist es schier...

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MAINZ. „Crazy Mainz: Kommt und tanzt.“ Als am Freitag „Fred Kellner & Die famosen Soulsister“ mit „Soul Explosion“ den Frankfurter Hof in Mainz entern, ist es schier unmöglich, sich dieser Aufforderung zu widersetzen: spricht die Band doch gleichermaßen diejenigen an, die unkostümiert jenseits traditioneller Fastnachtsveranstaltungen Spaß haben wollen, und verkleidungswillige Narren, die sich musikalischem Hochgenuss hingeben.

Der Auftritt der Kellner-Familie ist ein Stück weit Persiflage der Ikonen des Funk & Soul, etwa wenn einer der Sänger den abgehackten, sich in Ausrufen ergehenden Stil des James Brown nachahmt und wie dieser erschöpft, von seinen Bandkollegen mit einem Umhang bedeckt, zu Boden geht, nur um später gut erholt in die weiteren Songtiraden einzustimmen. Das Konzert erwies sich aber vor allem als eine Verbeugung vor den Klassikern jenes Genres, die an einem der vielen Höhepunkte in einer kraftvollen e-gitarrenlastigen Version des von Ann Peebles und später erfolgreich von Tina Turner gesungenen „I Can’t Stand the Rain“ gipfelte. Das Ensemble hat sich als Coverband auf hohem Niveau etabliert, obgleich deren Mitglieder augenzwinkernd für sich beanspruchen, die alleinigen Urheber der Hits zu sein, die sie spielen. Als weiterer bekannter Gag hört beinahe jedes männliche Bandmitglied auf den Namen Fred Kellner. Das Publikum begleitet die Darbietungen mit einem kontinuierlichen Klatschen und Jubeln. Das begründet sich zum einen in den stimmgewaltigen Soulsisters und liegt nicht zuletzt an den Instrumentalisten, zu denen neben den weiblichen Streichern der „SuperSonic Silver Strings“ die „Horny Horny Horns“ gehören. Ihnen wird etwa in einem Saxophonsolo genügend Raum gegeben, ihr Können unter Beweis zu stellen. An anderer Stelle liefern sich Schlagzeuger und Perkussionist an seinen Congas ein rhythmisches Duell. Seit 29 Jahren existiert die Fred Kellner-Formation, zu der sich 1989 Anke Engelke und ihre Schwester Susanne gesellten. Erstere war beim 25. Auftritt in Mainz zwar nicht anwesend. Dennoch zeigte sich das Publikum begeistert und verlangte nach einer Zugabe schon vor Konzertbeginn. Dieser „längste Zugabenteil der Welt“, wie Fred Kellner das Konzert nannte, wurde ihnen über zweieinhalb Stunden serviert, bevor man die Gäste mit Funk & Soul in die Nacht entließ.