ESA-Satellitenbild der Woche: Rieskrater

aus ESA-Special

Thema folgen
Der nahezu kreisrunde, flache Rieskrater hat einen Durchmesser von 26 Kilometern. Foto: ESA

Der Rieskrater in Süddeutschland entstand durch einen Meteoriteneinschlag vor etwa 15 Millionen Jahren. Bei dem Einschlag entstanden unter intensivem Druck und Hitze 70.000...

Anzeige

DARMSTADT. Die Kopernikus-Sentinel-2-Mission führt uns über ein Gebiet in Süddeutschland, wo vor etwa 15 Millionen Jahren ein Asteroid durch die Erdatmosphäre stürzte. Der Hochgeschwindigkeitsaufprall formte den heutigen Rieskrater. Obwohl auf den ersten Blick schwer zu erkennen, ist das Ergebnis der Wirkung auch heute noch sichtbar.

Mit einem Durchmesser von 26 Kilometern ist der Rand des Kraters im Bild als Halbkreis zu sehen, der im Süden von dunkelgrünem Wald begrenzt wird. Der flache "Kraterboden" ist ideal für die landwirtschaftliche Nutzung geeignet und die entsprechenden Felder markieren die Ausdehnung des Kraters. Die mittelalterliche Stadt Nördlingen wurde in ihrer Senke erbaut. Das circa ein Kilometer breite historische Zentrum erscheint als rötlicher Kreis, sichtbar mit seinen roten Dächern, die von einer Mauer umgeben sind.

Der Asteroid wurde auf eine Geschwindigkeit von 70.000 Kilometer pro Stunde geschätzt, und als er auf die Erde auftrat, setzte die Hochgeschwindigkeitskraft das Gestein intensivem Druck und Hitze aus, über 25.000 Grad Celsius. Die Auswirkungen führten zur Entstehung von über 70.000 Tonnen mikroskopisch kleiner Diamanten von je etwa 0,2 Millimetern Größe. Die von den Bewohnern der Stadt übersehenen Steingebäude wurden fast vollständig aus diamantbesetztem Gestein gebaut. Details zu den Auswirkungen findet man im bekannten Rieskrater-Museum in Nördlingen.

Anzeige

Jahrhundertelang glaubten die Nördlinger, dass die Stadt im Krater eines Vulkans gebaut wurde. Aber in den 1960er Jahren bewiesen zwei amerikanische Wissenschaftler, dass die Senke tatsächlich durch einen Meteoriteneinschlag verursacht wurde. Heute versammeln sich Besucher aus der ganzen Welt, um diese glitzernde Stadt zu bestaunen, die auch als Kulisse für den Originalfilm "Willy Wonka und die Schokoladenfabrik" bekannt ist.

Von esa/jei