Enttäuschungen für Daniela Sämmler und Horst Reichel beim...

Paul Schuster kam wie in Roth auch in Hamburg unter die Top Ten.Foto: Ingo Kutsche  Foto: Ingo Kutsche

Paul Schuster durfte beim Ironman Hamburg zufrieden sein, Daniela Sämmler und Horst Reichel zeigten sich hingegen enttäuscht. Die südhessischen Triathleten hatten unter...

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HAMBURG/DARMSTADT. Zwei große Enttäuschungen für Daniela Sämmler und Horst Reichel, einmal das persönliche Ziel erreicht durch Paul Schuster. So lautet die Zusammenfassung des Ironman Hamburg aus Sicht der südhessischen Triathlon-Profis (wir berichteten).

„Wenn aus dem Ziel, ein Rennen gewinnen zu wollen, innerhalb kurzer Zeit der Gedanke wird, einfach nur noch irgendwie anzukommen, sagt das eigentlich alles über meine momentane Verfassung“, erklärte eine enttäuschte Daniela Sämmler nach dem Rennen. Übelkeit und Magen-Darm-Probleme sorgten dafür, dass sie die letzten zehn Kilometer nur noch gehend bewältigen konnte und schließlich als Fünfte eine Stunde hinter Siegerin Sarah Crowley ins Ziel kam.

Mit der Australierin hatte sich die für den DSW Darmstadt startende Vorjahressiegerin auf dem Rad einen harten Zweikampf geliefert, ehe sie sogar mit über zwei Minuten Vorsprung in den Marathon ging – obwohl schon auf dem Rad die Probleme eingesetzt hatten. Ein kleiner Trost blieb die Silbermedaille innerhalb der deutschen Meisterschaft, ehe nun in einem zweiwöchigen Urlaub über den weiteren Saisonverlauf nachgedacht wird.

Kopfsteinpflaster sorgt für eingerissenes Schaltwerk

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Bei Vereinskollege Horst Reichel streikte nicht der Körper, sondern das Material. „Nach einer super Ausgangslage in der Spitzengruppe ist mir auf dem Rad, wahrscheinlich durch die Kopfsteinpflasterpassage gleich zu Beginn, das Schaltwerk eingerissen“, erklärte der enttäuschte Darmstädter, der im Vorjahr Zweiter in Hamburg geworden war: „Die Kette lief dadurch nicht mehr richtig und ich musste das Rennen frühzeitig beenden.“ Als nächstes steht für Reichel eventuell der Frankfurt City Triathlon an, danach der Ironman 70.3 Rügen.

Für Paul Schuster dagegen heißt es: „Jetzt muss ich mich erstmal erholen und ein paar Tage Urlaub machen“. Wie Daniela Sämmler will sich auch der Profi im Rea Card Team Tus Griesheim in diesen Tagen zusammen mit Trainer Gerald Reichart Gedanken machen, wie die weitere Saison aussehen soll. Zumindest hat er gemerkt, dass er sich auch beim zweiten Langdistanz-Einsatz binnen vier Wochen in der Spitze behaupten kann. Dabei war die Umwandlung in einen Duathlon wegen der Blaualgen in der Alster so gar nicht nach dem Geschmack des starken Schwimmers. „Und auch die Laufdistanz hat mich nicht begeistert. Ich habe lange überlegt, ob ich es überhaupt mache“, erklärte Schuster, den im Vorjahr lange eine Fußverletzung plagte und der ja auch die Belastung von Roth in den Beinen hatte.

Auf der Laufstrecke aus Loch herausgekämpft

„Aber die Entscheidung war definitiv richtig“, bilanzierte der 30-Jährige, der nach einem schnellen ersten Laufabschnitt und einem sehr schnellen Radfahren auf der neuen flachen Strecke („4:07 Stunden, damit bin ich sehr zufrieden“) einen ähnlichen Marathon wie in Roth erlebte. „Zwischendurch war ich tot, konnte mich aber aus dem Loch wieder raus kämpfen.“ Der Lohn war neben der Top-Ten-Platzierung die Bronzemedaille im Rahmen der deutschen Meisterschaften.

Und als Achter erreichte er das Ziel einen Platz vor Ironman-Rekordhalter Tim Don, der bei seinem Comeback nach überstandenem Genickbruch auch einen Einbruch auf der Laufstrecke erlebte.