Eindrucksvolle Aufführung des Bach-Chores Darmstadt und des...

Die Matthäus-Passion mit dem Bach-Chor begeisterte die Zuschauer am Sonntagabend in der Darmstädter Pauluskirche. Foto: Dirk Zengel  Foto: Dirk Zengel
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Einen Höhepunkt in der langen Geschichte des Darmstädter Bach-Werke-Zyklus bedeutete die Aufführung der Matthäus-Passion BWV 244 am Sonntag in der voll besetzten...

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DARMSTADT. Einen Höhepunkt in der langen Geschichte des Darmstädter Bach-Werke-Zyklus bedeutete die Aufführung der Matthäus-Passion BWV 244 am Sonntag in der voll besetzten Pauluskirche.

Der von Angela-Gehann-Dernbach gründlich vorbereitete Bach-Chor präsentierte sich in prächtiger Verfassung. Die über sechzig Damen und Herren, vor und über dem Altar postiert, sangen sauber und ausgeglichen.

Festliche Stimmung in den Chorälen

Alles klang festlich gestimmt in den Chorälen, die das Werk wie eherne Säulen stützen, und dramatisch geschärft in den Turba-Szenen, die das Geschehen um die Verurteilung Jesu vor Pontius Pilatus und die anschließende Kreuzigung nacherleben lassen. Im Eingangs- und Schlusschor des ersten Teils trat noch eine Ripieno-Gruppe junger Sopranistinnen hinzu, die den jeweiligen Cantus firmus mit strahlendem Klang übernommen hatte.

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Die tiefe Trauer, die weite Teile des Werks durchzieht, kam ebenso zum Ausdruck wie der Trost, der aus den im Programmheft eigens hervorgehobenen Chorälen spricht.

Das Kammerorchester Pro Musica, das den Bach-Chor seit der Gründung im Jahr 1980 in wechselnder Besetzung zuverlässig begleitet, war auch diesmal ein gleichgewichtiger Partner, durch Angela Dernbach-Gehanns sorgsames Dirigat sicher mit den Sängern zusammengeführt. Nur bei der Koordination der Rezitativ-Begleitungen gab es manchmal kleine Divergenzen. Aus dem in zwei Klangkörper geteilten Orchester hoben sich feine Sololeistungen der Bläser und einzelner Streicher heraus – die tüchtigen Solisten blieben leider ungenannt.

Einen starken Anteil am Gelingen der Aufführung hatten die Vokalsolisten, allen voran der Tenor Markus Schäfer, der als Evangelist seinen Part mit heller, ausdrucksvoller Stimme, immer dem Sinn des Bibeltextes auf der Spur, vorbildlich erfüllte. Ihm zur Seite stand der Bass-Bariton Klaus Mertens, der die Christusworte mit Nachdruck, aber ohne übertriebenes Pathos vortrug.

Die Accompagnato-Rezitative und Arien hatten vier Solisten übernommen, die sich harmonisch ergänzten. Die Sopranistin Ursula Ott zeichnete sich durch klare, saubere Stimmführung aus. Melanie Sandrine Arnhold gefiel als Altistin vor allem in der hohen Lage mit warmem Timbre, während es dem tiefen Register noch an Volumen fehlt. Der Tenor Martin Steffen erwies sich als versierter Bach-Sänger, Peter Schüler erfüllte seine Auftritte als Petrus und Pilatus mit kraftvollem Bass.

Die dreistündige Aufführung mit nur kurzer Pause zwischen den beiden Teilen stand unter einem großen Spannungsbogen, der durch die Intensität des Musizierens, die kluge Wahl der fließenden Tempi und das konzentrierte Aufeinanderhören aller Mitwirkenden bestimmt war. Am Ende gab es nach einem Moment der Stille lang anhaltenden Beifall.