Doppelsieg für Christian Zahn

Sieger im S-Springen des Pfungstädter Pferdefestes ist der Schaafheimer Christian Zahn. Doch der ließ sowohl Zuschauer als auch Richter vor seinem erfolgreichen Ritt lange auf...

Anzeige

PFUNGSTADT. Sieger im S-Springen des Pfungstädter Pferdefestes ist der Schaafheimer Christian Zahn. Doch der ließ sowohl Zuschauer als auch Richter vor seinem erfolgreichen Ritt lange auf sich warten. Rund zehn Minuten pausierte das Stechen, bevor Zahn mit der Holsteiner Stute „Nelda“ in den Stechparcours einritt. „Was kann ich dafür, wenn’s im S nur zehn Pferde sind?“, brachte er das eigentliche Problem auf den Punkt. Aufgrund der wenigen Starter entstanden immer wieder Wartezeiten – so auch im Stechen, weil sich Zahn mit seinem zweiten Pferd auf die Prüfung vorbereiten musste.

Auf nassem Rasen drohen Rutschpartien

Dabei waren im Vorfeld rund 750 Nennungen eingegangen, wie Pressesprecher Rico Gottschalk berichtete. Eigentlich ein zufriedenstellendes Meldeergebnis. Allerdings sei je nach Prüfung ein Drittel oder sogar die Hälfte der genannten Teilnehmer gar nicht erst an den Start gegangen. In dem schlechten Wetter sah Gottschalk den eigentlichen Grund für die letztlich geringe Beteiligung. Besonders der anhaltende Regen am Samstag sorgte für erschwerte Bedingungen im Parcours. Das Pfungstädter Turnier ist eines von wenigen in der Region, bei dem noch auf Rasen geritten wird. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, Stollen in die Hufeisen zu drehen, droht bei Nässe schnell eine riskante Rutschpartie für Pferd und Reiter.

Der Schaafheimer Christian Zahn hatte trotz leichten Regens beim sportlichen Höhepunkt keine Probleme mit den Bodenverhältnissen. Als einziger Teilnehmer ritt er gleich zwei Pferde ohne Fehler in die zweite Runde. Ohne Strafpunkte im Normalparcours blieb außerdem der Ried- städter Johannes Brodhecker (RFV Wolfskehlen) sowie Marcel Wegfahrt (RFV Schwanheim). Zunächst gelang es auch keinem der drei Finalteilnehmer, den Stechparcours fehlerfrei zu bewältigen.

Anzeige

So ging Christian Zahn „relativ gelassen“ in den verkürzten Parcours, denn trotz der vier Strafpunkte, die er mit „Goldmarie“ sammelte, hatte er im Stechen die bis dato schnellste Runde gezeigt. Der Sieg war ihm damit ohnehin nicht mehr zu nehmen. So ging er es mit „Nelda“ schon wesentlich ruhiger an. Souverän und ohne Abwurf absolvierte er seine zweite Runde im Stechen und feierte einen Doppelerfolg. Johannes Brodhecker wurde vor Marcel Wegfahrt Dritter und freute sich zusätzlich über die Auszeichnung als erfolgreichster Reiter des Turniers. Während der gesamten Veranstaltung war er fünf Mal platziert, darunter auch bei einem Sieg im Springen der Klasse M**.

Dabei verliehen die Reiter des Prinzenberg Gestüts Pfungstadt dem Turnier einen Hauch internationales Flair. Neben der Puerto-Ricanerin Maria Victoria Perez ging die Irin Jessica Kuehnle für Pfungstadt an den Start. Beiden wurde jedoch im M-Springen vor der Hauptprüfung die Zeit zum Verhängnis. Ohne Springfehler erhielten sie lediglich für das Überschreiten des Zeitlimits Strafpunkte und belegten (mit mehreren Pferden) die Plätze 14 bis 17. Im nachfolgenden S-Springen verhinderte ein Abwurf von Perez den Einzug in das Stechen.

Erfolgreicher sah hingegen die Bilanz von Nachwuchsspringreiterin Antonia Kircher (RuF Pfungstadt) aus. Vier Mal führte sie als Siegerin die Ehrenrunde an. Während in den beiden A-Springen der Schimmelwallach „Crossini“ ihr Erfolgspartner war, verhalf ihr in den L-Springen der Hengst „Aleqs“ zu zwei Siegen.

Vielleicht bald S-Dressuren im Programm

Rico Gottschalk sieht trotz der teilweise fehlenden Starter in den Springprüfungen die Zukunft des Turniers nicht in Gefahr. „Wir haben mit Adrian Löbig einen neuen Sportwart, der selbst im Turniersport aktiv ist und immer wieder neue Ideen mitbringt.“ So sei beim Pfung-städter Pferdefest der Freitag als zusätzlicher Turniertag mit Jungpferdeprüfungen in diesem Jahr neu hinzugekommen. Auch mit dem im letzten Jahr fertiggestellten Dressurplatz halte man sich die Option offen, in Zukunft Prüfungen bis S auszuschreiben.