Bereits 27 Hektar Wald für A49 gerodet

Die Baumfällarbeiten für den Weiterbau der A49 in Mittelhessen gehen voran. Während sich die Projektgesellschaft Deges mit dem Fortgang der Arbeiten zufrieden zeigt, halten die Proteste gegen das Verkehrsprojekt an. Foto: dpa

Die Baumfällarbeiten für den Weiterbau der A49 gehen voran. Während sich die Deges mit dem Stand der Arbeiten zufrieden zeigt, halten die Proteste gegen den Ausbau an.

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STADTALLENDORF/HOMBERG. Für den umstrittenen Lückenschluss der Autobahn 49 sind mittlerweile rund 27 Hektar Wald gerodet worden. "Wir sind im Plan", sagte ein Sprecher der Projektgesellschaft Deges am Donnerstag. Die Arbeiten konzentrieren sich derzeit auf den Herrenwald bei Stadtallendorf. Dort seien bislang Bäume auf einer Fläche von mehr als 20 Hektar gefällt worden. Im Maulbacher Wald bei Homberg (Ohm) sind es der Deges zufolge 3,5 Hektar. Im nahe gelegenen Dannenröder Wald haben die Rodungen noch nicht begonnen.

Während weiterer Fällarbeiten kam es auch am Donnerstag zu Protesten. Auf der Bundesstraße 62 demonstrierten nach Polizeiangaben rund 80 bis 90 Menschen gegen die Rodungen für das Autobahnprojekt. Aufgerufen zu dem Demonstrationszug von Kirtorf-Lehrbach zum Stadtallendorfer Stadtteil Niederklein hatte der Umweltschutzverband BUND.

Die Veranstaltung sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Im Herrenwald seien wieder einige Aktivisten auf Bäume geklettert, um die Rodungen zu verhindern oder zu verzögern, auch ein Tripod - ein dreibeiniges Gestell - sei von Aktivisten besetzt worden. Eine Reihe von Personen seien auf den Boden geholt und aus dem Sicherheitsbereich geführt worden, sagte der Sprecher.

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Am Donnerstagabend ergänzte die Polizei, dass es auch Gewalt gegen Polizisten gegeben habe. Ein Mann sei von einem Baum auf den Boden begleitet worden. Danach habe er einen Beamten mit einem Tritt ins Gesicht verletzt. Es seien zwei Polizeifahrzeuge durch sogenannte Krähenfüße beschädigt worden. Zudem seien fünf Aktivisten auf eine fahrende Forstarbeitsmaschine geklettert. Die Maschine musste stoppen. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben Strafverfahren ein.

Seit dem 1. Oktober laufen die Baumfällarbeiten für die geplante Trasse der A49. Insgesamt sollen dafür 85 Hektar Wald weichen. Um das zu verhindern hatten Umwelt- und Klimaschützer im Herrenwald und im Dannenröder Forst Baumhäuser und Plattformen sowie Barrikaden errichtet.