Aus gefällten Bäumen wird Kunst in der Fasanerie

Kettensägen-Schnitzer Christoph Peez stellt seine Holzskulpturen in der Fasanerie vor. Foto: Vollformat/Robert Heiler  Foto: Vollformat/Robert Heiler

Der fidele Specht wendet der geruhsamen Frau Eule den Rücken zu und scheint mit seinem hackfreudigen Schnabel unermüdlich auf Holz zu klopfen: Die großformatigen Skulpturen,...

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GROSS-GERAU. Der fidele Specht wendet der geruhsamen Frau Eule den Rücken zu und scheint mit seinem hackfreudigen Schnabel unermüdlich auf Holz zu klopfen: Die großformatigen Skulpturen, vom Kettensägen-Holzkünstler Christoph Peez gefertigt, haben seit einigen Tagen inmitten der Fasanerie ihren Platz. Um Specht und Eule offiziell als Parkbewohner zu begrüßen, stapften Bürgermeister Stefan Sauer (CDU), Magistratsmitglieder, Arbeiter des städtischen Betriebshof sowie der Künstler gut beschirmt durch den Regen.

Vom Portal entlang des breiten Hauptwegs und dann in scharfer Rechtskurve ostwärts, waren die gefiederten Holztiere bald erreicht. „Mich freut das große Interesse der Presse, geht es hier doch zunächst nur um zwei Holzskulpturen“, merkte Stefan Sauer an, als die Fotografen die Kameras ausrichteten, den Künstler und sein Werk abzulichten. Derweilen umschwirrten die Schnaken die Menschen mit spürbarem Behagen und ließen sich gern auch auf Hand oder Hals nieder.

Der Bürgermeister hielt die Ansprache daher dankenswert kurz: „In den Wintermonaten mussten hier einige schadhafte Bäume gefällt werden. Aus einem der dickeren Stämme hat Christoph Peez die beiden Skulpturen gefertigt.“ Sauer wies auf einen verbliebenen Baumstumpf nahe des Kunststandorts am Rand des Wegs hin. Und Christoph Peez sagte: „Die Skulpturen haben metallische Unterkonstruktionen bekommen, sind gut verankert im betonierten Fundament.“

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Dank geht an die Bauhof-Mitarbeiter

Dank ging an die Bau-und Betriebshofmitarbeiter der Stadt. Auf dem Gelände des Betriebshofes am Nordring hatte Peez die Skulpturen auch geschaffen, hatte mit unterschiedlich langen Schwertern gesägt und gebohrt, geschliffen und geölt. „Vier Tage insgesamt für beide Skulpturen“, gab er auf Nachfrage die Dauer seiner Arbeit an.

Dreidimensionales Vorstellungsvermögen, rasche, grobe Schnitte für die Umrisse der Skulpturen und im Anschluss detaillierte Feinarbeit – so gehe es für ihn stets ans Werk. Fein gefiedert und von allen Seiten hübsch anzusehen, thronen Eule und Specht nun auf den Baumsockeln – etwa in zwei Meter Höhe die Eule, noch etwas höher die Figur des munteren Spechts.

Die Betriebshofmitarbeiter, die sich bei der Versammlung im regennassen Grünen im Hintergrund hielten, meinten, es sei das Holz von Eschen gewesen, das hier verarbeitet wurde. Auf 400 Kilo schätzten sie das Gewicht der kleineren Skulptur, die – ebenso wie die größere – mit Lkw und Kran von Bauhofkollegen hierher verfrachtet worden sei.

Stefan Sauer kam auch auf die Kosten der Kunstinstallation zu sprechen: „Christoph Peez, der zur Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gehört, ist vor einigen Jahren dazu übergegangen, Holz nicht nur als Brennholz zu verwerten, sondern künstlerisch zu verarbeiten. Also fragte ich, ob er für die gefällten Bäume der Fasanerie etwas beitragen könne. Gesagt, getan. 450 Euro haben wir vereinbart – ein Freundschaftspreis.“

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Christoph Peez wirkte zufrieden mit seinem Werk der gefiederten Tiere, die Besuchergruppe auch. Indes, umschwirrt von Schnaken unter den Regenschirmen, war’s Zeit, um aufzubrechen – um nächstens bei Sonnenschein entspannter wiederzukommen.