Protest gegen Windpark Breuberg wächst

Von Birgit Reuther
Lokalredakteurin Odenwälder Echo

Sieben Rotoren plant die Juwi AG mit ihrem Windpark Breuberg östlich von Rai-Breitenbach. (Grafik: VRM)

HAINSTADT - Gegen die mögliche Bebauung des Höhenzugs zwischen Rai-Breitenbach und Lützelbach mit bis zu sieben Windrädern machen immer mehr Breuberger mobil. Dies zeigte sich am Dienstagabend bei der jüngsten Sitzung des Hainstädter Ortsbeirates, zu der Vorsitzender Horst Raitz als kompetenten Referenten den Breuberger Naturschützer und Wald-Fachmann Michael Romig eingeladen hatte. Der schilderte vor rund 50 Besuchern der Sitzung, welche Auswirkungen der geplante Windpark auf die Dörfer in der nahen Umgebung nicht nur seiner Ansicht nach haben würde.

Wie berichtet, plant der regional bekannte Projektierer Juwi AG (Wörrstadt) auf 159 Hektar Hochfläche zwischen Arnheiter Höhe und Querberg – gelegen im Dreieck von Rai-Breitenbach, Hainstadt und Lützelbach – den Bau von sieben Rotoren. Die weisen jeweils eine Gesamthöhe von 241 und eine Nabenhöhe von 166 Meter auf. Das Vorhaben befindet sich noch in der Vorplanung, derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung. Laut Bürgermeister Jörg Springer will Juwi noch im Winter den Bauantrag einreichen.

Die Stadt Breuberg hat einen Gutachter beauftragt, um die Pläne zu verhindern: Verwaltung und Stadtverordnete lehnen das Projekt vor allem wegen massiver Bedenken zum Trinkwasserschutz („Das ist unser Wasserberg“), wegen des brüchigen Buntsandstein-Untergrundes und der am Standort nur geringen Windhöffigkeit von maximal 5,2 Metern pro Sekunde in 140 Metern über Grund ab. Die eigens gegründete IG „Gegen Windpark Breuberg“ macht zusätzlich mobil. Eigentümer der betreffenden Waldflächen ist die Bofrost-Stiftung.

„Pro Windrad werden 7500 Tonnen Gewicht auf den brüchigen Sandstein drücken, und dort gibt es viele Quellen“, argumentiert der mit Breubergs Waldgebieten gut vertraute Michael Romig. Alles andere als vertrauensbildend sei zudem, „dass es bei Windparks auch mal zum Einbau von kontaminiertem Material in die Böden“ kommen könne – „so wie am Greiner Eck bei Hirschhorn, wo man als Bürger sogar festgenommen werden kann“. Angesichts der am geplanten Standort eher geringen Windhöffigkeit würde sich das Projekt für Juwi wohl nur dank der Subventionen rechnen. „Der Wald wird in Gänze bis an die Grenze nach Bayern hin kahl geschlagen, es müssen Massen von Beton und Stahl eingebracht werden, die Pfahlbohrungen werden wegen des Untergrunds sehr tief ausfallen müssen“, nannte der Romig weitere Contra-Argumente. Ebenso befürchten er und seine Mitstreiter zusätzliche Landschaftszerstörung durch den Ausbau von Transportwegen, die Gefährdung oder gar Auslöschung bedrohter Vogelarten sowie eine erhebliche Zunahme des Schwerlastverkehrs im ohnehin gebeutelten Hainstadt. „Und dass bei einem Rückbau der Windräder nach 30 Jahren die umfassenden Fundamente nicht ausgebaut, sondern einfach zugeschüttet werden, das weiß auch kaum jemand.“

Dass man in Breuberg nicht generell gegen Windräder ist, wurde in der nachfolgenden Diskussion deutlich: Mehrere Kommunalpolitiker und Bürger wiesen auf den – vom Verwaltungsgerichtshof Kassel nun abgelehnten – Windkraft-Flächennutzungsplan hin, mit dem Kreis und Kommunen ihre Beiträge zur Energiewende eigenverantwortlich hatten steuern wollen. „Dieses Gerichtsurteil ist ein Schlag ins Gesicht für uns alle“, hieß es unisono. Dennoch baten nicht nur Windkraft-Befürworter: „Lasst uns das Thema differenziert betrachten.“

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