Shark City in Pfungstadt: Weiter warten auf die Haie

PFUNGSTADT - Der Zeitplan für Shark City wackelt. Im nächsten Jahr sollte das in Pfungstadt geplante größte Hai-Aquarium Europas mit 150 Haien eröffnet werden. Dass der von den Betreibern genannte Termin eingehalten werden kann, ist mehr als fraglich. Selbst Bürgermeister Patrick Koch (SPD) geht von einer weiteren Verzögerung aus. Der Grund: Die Betreiber haben umgeplant. Das hat Folgen. Koch rechnet mit der Grundsteinlegung erst Anfang nächsten Jahres - "wenn alles nach Plan läuft". Die Bauzeit soll 14 Monate betragen.

14 MILLIONEN LITER WASSER

Fast 150 Haie und andere Meerestiere sollen bei Shark City zu sehen sein. Große Hochsee-Haie wie der Weiße Hai werden in Pfungstadt nicht gezeigt.

Herzstück des zweistöckigen Gebäudes wird ein 10,5 Millionen Liter fassendes Becken - 38 Meter lang, 24 Meter tief und zwölf Meter hoch. Es soll weitere Becken unterschiedlicher Größe geben. Die Gesamtkapazität der Bassins geben die Betreiber mit 14 Millionen Litern an.

"Das didaktische Konzept sieht die Wissensvermittlung rund ums Thema Hai vor", nennt Geschäftsführer Thomas Walter als Ziel.

Die Unternehmer wollen 20,5 Millionen Euro in die Anlage investieren. (wog)

"Die Umplanungen bedeuten lediglich Optimierungen am Gebäude, dem Besucherrundgang und der Außenanlage", sagt der Geschäftsführer des Betreibers The Seven Seas Aquarium Betriebs GmbH, Thomas Walter. Weitere Details nennt er jedoch nicht. Es gebe keine Abweichung von dem bisherigen Konzept. Diese Änderungen müssen nun in den Bebauungsplan eingearbeitet werden. 2017 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Aus rechtlichen Gründen war im vergangenen Jahr das Verfahren geändert worden. Das hat unter anderem zur Folge, dass Planungen und Gutachten nicht nur einmal, sondern zweimal öffentlich ausgelegt werden. Auch das kostet Zeit.

Kaufvertrag noch nicht unterzeichnet

Bevor der Bebauungsplan vom Stadtparlament beschlossen werden kann, sind eine Reihe von Gutachten erforderlich. Dazu zählen Expertisen über die Verkehrsführung, den Schallschutz und die Entwässerung.

Derweil ist mehr als eineinhalb Jahre nach seiner Vorstellung von dem 20,5-Millionen-Projekt im Pfungstädter Gewerbegebiet Nordwest nichts zu sehen. Dort, wo später Tausende Besucher Haie anschauen sollen, ist noch Brachland. Die Planungen laufen, versichern Betreiber und Stadt stets.

Unterdessen seien die Unterlagen noch nicht vollständig. Nach Angaben des Landkreises stehen die Planungsunterlagen aus. Ebenso Gutachten. "Es gibt keine neue Entwicklung", heißt es aus der Pressestelle der Kreisverwaltung.

Auch der Kaufvertrag für die beiden Grundstücke im Gewerbegebiet ist noch nicht unterzeichnet. Nach Auskunft der Stadtverwaltung ist der Termin immer wieder verschoben worden. "Ich rechne damit, dass der Vertrag in sechs bis acht Wochen unterzeichnet wird", sagt Bürgermeister Koch. Auf den komme es aber zunächst nicht an. Denn der Verkauf wird erst dann wirksam, wenn die Stadt das Baurecht geschaffen hat. "Das kann im Spätherbst sein", sagt Bürgermeister Koch. Davor liegen noch die beiden Offenlagen. Möglicherweise sind danach noch Änderungen einzuarbeiten. Am Ende entscheidet das Stadtparlament. Widerstände sind dort nicht zu erwarten. Bislang standen die Fraktionen geschlossen hinter dem Projekt.

Zweifel an dem Projekt hat Koch, der wie die sechs in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen ein Verfechter von Shark City ist, nicht. Trotz des inzwischen lange währenden Verfahrens. "Ich habe keinen Hinweis darauf, dass es anders ist", sagt Koch.

Auch die Betreiberfirma bekennt sich weiterhin zu Shark City. "Wir halten an unserer positiven Zusammenarbeit mit Stadt und Behörden fest und gehen von einer weiter sehr konstruktiven Zusammenarbeit für die Genehmigung unseres Vorhabens und damit einhergehend den Baubeginn aus", lässt Geschäftsführer Walter mitteilen.

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