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21. Juli 2009  | Alexandra Welsch

„Kamera läuft“ mit Verzögerungen bei der Darmstadt-Webisode

Dreharbeiten für “Vier gewinnt und der Herr Schmitz“ laufen an

Webisode Darmstadt
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Drehort Tanke Teichhausstraße: Am Dienstag entstanden diese Aufnahmen für die Webisode ,,Vier gewinnt und der Herr Schmitz", die die Erlebnisse einer Darmstädter Studenten-WG zeigt und ab Herbst bei ,,Echo Online" zu sehen sind. Von links: Kameramann Sascha Halfmann, Tim Romer als Patrick, Jan Borchert als Robin, Tatiana Soto-Bermudez als Jay Jay und Tonmann Mario Wilhelm. Foto: Claus Völker.

Jetzt aber schnell. Noch das eine Auto durchlassen, und dann los. „Wollen wir Gas geben?“, fragt Tim Romer in die Runde. „Ja, sonst hängt der Zeitplan wieder“, antwortet Aufnahmeleiter Mario Wilhelm und hebt die Stange mit dem Mikrofon über seinen Kopf, zum x-ten Mal. „Kamera?“, ruft Regisseur Fabian Anstätt: „Und los!“ Doch nein, halt, das Set-Handy klingelt, da muss Mario dran. Er schiebt den Kopfhörer beiseite und hält genervt das Mobiltelefon ans Ohr: „Hallo?“

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Webisode Darmstadt Proben
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Webisode Darmstadt
 

Welche Widrigkeiten einen Filmdreh zur Nervenprobe machen können, ließ sich am Dienstagmittag anschaulich an der Tankstelle in der Teichhausstraße beobachten. Dort drehte das junge Filmteam mit vielen Unterbrechungen zwei Szenen für Darmstadts erste Webisode (von „Web“ und „Episode“).

„Vier gewinnt und der Herr Schmitz“ ist die Internet-Serie betitelt, an der Studierende unter Anleitung des Filmemachers Christian Gropper seit Monaten arbeiten und das auf einer Kooperation der Technischen Universität Darmstadt mit dem Medienhaus Südhessen beruht (wir haben berichtet). Zu sehen sein werden die sechs Kurzfolgen ab Herbst hier auf „Echo Online“.

Ursprünglich sollte im Frühjahr gedreht werden. Das war der Plan. Doch dass nicht immer alles nach Plan läuft in dem Metier, ist einer der Lerneffekte, den die jungen Nachwuchs-Serienmacher schon mal mitnehmen können. „Es hat sich zum einen extrem herausgezögert wegen der Finanzierung“, verrät Christian Gropper. Von zehn anvisierten Sponsoren hätten nur zwei zugesagt. Nun hoffe man auf Stiftungsgelder, um die Kosten von geschätzten 30.000 Euro auffangen zu können.

Verzögerungen ergaben sich aber auch immer wieder durch die an dem ehrgeizigen und zeitintensiven Projekt beteiligten Studenten selbst, wie Gropper erläutert. Da haben offenbar nicht alle die nötige Disziplin und Verbindlichkeit an den Tag gelegt. Der erfahrene Filmemacher griff schließlich auf einen Kontakt zum „Theaterlabor“ zurück und organisierte von dort ein paar junge Darsteller. Nun steht der Stab, und Gropper hält sich bewusst im Hintergrund – wohlwollend: „Die sind wirklich mit Feuereifer dabei!“

Geld verdient dabei freilich keiner von ihnen. Auch wenn der 22 Jahre alte Tim, der in der leichten Unterhaltungsserie über eine bunt gemischte und zuweilen chaotische Studenten-WG im Martinsviertel den Aufschneider Patrick spielt, scherzt: „Ich mach’ das nur des Geldes wegen.“ Nein, im Ernst: Im Gegensatz zu TV-Soaps wie „Verbotene Liebe“, in denen er bereits kleinere Rollen übernommen habe, könne er hier auch eigene Ideen einbringen.

Tatiana Soto-Bermudez, in der Internetserie Partymaus Jay Jay, steht hier hingegen erstmals vor der Kamera, denn die 16-Jährige agierte bislang nur auf der Theaterbühne. „Man spielt hier anders“, stellt sie fest, „man darf nicht so übertreiben.“ Jede Menge Dreherfahrung hat Aufnahmeleiter Mario, wie viele in dem jungen Team Medien-Student in Dieburg.

„Etwas Neues lerne ich hier nicht“, sagt er abgeklärt. „Aber ich sammle sehr viel Erfahrung.“ Und gerade in diesem Moment trainiert er wieder unfreiwillig seine Arm- und Schultermuskulatur: Wie vorhin schon am Drehort Jugendstilbad und nachher noch im Herrngarten hält er wieder mal mit gestreckten Armen das Stangenmikrofon über seinen Kopf, gerichtet auf die Tankstellen-Szene mit Jay Jay und Patrick, die endlich in den Kasten soll. „Da spart man sich das Fitness-Studio“, witzelt er noch, dann ist wieder Konzentration angesagt.

„Alles auf Anfang bitte, bisschen mehr Ernsthaftigkeit jetzt“, fordert Regisseur Fabian. „Bildausschnitt? Kamera? Und bitte.“ Doch keine Chance: Das Set-Handy klingelt schon wieder. Und Mario – vor Augen die Tatsache, dass sie noch drei Wochen Drehzeit und viele Szenen vor sich haben – reißt endgültig der Geduldsfaden. „Ist jetzt egal, wie wichtig das ist, ich mach’s jetzt aus“, raunzt der Aufnahmeleiter und drückt den Knopf. „Wir müssen hier fertig werden.“

 


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