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„Die SPD muss Vertrauen zurückgewinnen“

150 Jahre Sozialdemokraten – Odenwälder Genossen nutzen lokale Jubiläumsfeier für ihren Wahlkampf

Aufbruchstimmung brachte Thorsten Schäfer-Gümbel mit in die Odenwälder Jubiläumsfeier der Sozialdemokraten. Die Genossen empfingen den hessischen Spitzenkandidaten mit stürmischem Applaus. Foto: Gabriele Lermann
„Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“, das Recht auf Würde, Bildung und faire Entlohnung sind Werte der Sozialdemokratie. Daran erinnerte die SPD im Odenwaldkreis bei ihrer Feier zum 150. Parteijubiläum. Gastredner war Thorsten Schäfer-Gümbel.
HÖCHST.

Geprägt war die Würdigung der SPD als älteste Partei Deutschlands und als Zünder der demokratischen Rechte für alle bei der Odenwälder Jubiläumsfeier am Freitag im Höchster Bürgerhaus weniger von der Geschichte und den Helden vergangener Tage als vom aktuellen Wahlkampf. Am 23. Mai 1863 wurde in Leipzig der „Allgemeine deutsche Arbeiterverein“ als Grundstein der SPD gegründet, erwähnte der Höchster Ortsvereinsvorsitzende Karl-Heinz Amos. Allen Menschen die gleichen Rechte und ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, sei damals das Ziel gewesen. Gerade Sozialdemokraten haben den Nationalsozialismus zu spüren bekommen, so Amos. Auch der Höchster Sozialdemokrat Wilhelm Fröhlich sei wegen seiner Überzeugung 1933 ermordet worden. Oliver Grobeis, Vorsitzender des Unterbezirks, würdigte den 111 Jahre alten Ortsverein Höchst als einen der frühen Wegweiser.

Mit stürmischem Applaus empfingen die Genossen den Hauptredner des Abends, den SPD-Spitzenkandidaten für den Landtag, Thorsten Schäfer-Gümbel. Verdienste der SPD wie das Wahlrecht für Frauen, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Presse- und Meinungsfreiheit würden heute als Selbstverständlichkeiten der Demokratie verstanden: „Das sind heute Grundrechte, die gemeinsam mit den Gewerkschaften erkämpft wurden.“ Ein Schulterschluss, dem die SPD heute wieder mehr Gewichtung schenken wolle. Schäfer-Gümbel: „Die Frage ist nicht, was haben wir Tolles erreicht, sondern welche Weichen stellen wir auf Dauer für die Zukunft?“

Respekt vor arbeitenden Menschen müsse wieder einkehren, darum stehe die SPD hinter einem flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro. G 8 abschaffen und schrittweise die Ganztagsschule realisieren seien die Bildungsziele.

„Null Toleranz für Steuerflucht“, fordert Thorsten Schäfer-Gümbel. Solidarität statt Troika sei die richtige Antwort auf Griechenland. Sechzig Prozent der jungen Griechen bis 25 Jahre seien ohne Ausbildung und Arbeit, im Rest Südeuropas sehe es nicht viel anders aus.

Die größte Herausforderung für die SPD seien nicht die politischen Gegner, sondern das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen, mahnte der Redner.

An die starke Verbundenheit zwischen SPD und Gewerkschaft erinnerte Horst Raupp, Regionssekretär des DGB Südhessen. „Immer wenn es rückwärts geht, ist Hessen vorn“, forderte er den Politikwechsel, der Bildung und Soziales wieder in den Vordergrund rücken soll. Mit der „Agenda 2010“ und ihren Folgen habe die SPD viel Vertrauen verloren. Die Politik habe sich jahrzehntelang an den angeblichen Bedürfnissen des Marktes orientiert. „Es ist höchste Zeit, sich endlich den Bedürfnissen der Menschen zuzuwenden“, sagte Raupp.

Soziale Gleichstellung, bessere Bildungschancen unabhängig der sozialen Herkunft waren auch Themen, mit denen sich der Landtagskandidat des Odenwaldkreises, Rüdiger Holschuh, und der Wahlkreis-Bundestagskandidat Jens Zimmermann vorstellten. „Nein zum Krieg“ müsse wieder Priorität haben, so Zimmermann. Den ländlichen Raum stärken, waren Ziele von Holschuh.

Geehrt wurden bei der Feierstunde treue Genossen: Für 65 Jahre Parteizugehörigkeit Katharina Volk (Höchst), für 50 Jahre Rolf Wilkes (Michelstadt), Rudi Babor (Erbach) und Ruth Friedt (Mümling-Grumbach).

Für humoristische Einlagen sorgte die Odenwälder Kabarettistin Herta Wacker, alias Marlene Schwarz. Sie gab den Kandidaten so manch deftigen Werbeslogan mit auf den Weg.

 

Artikel Text Laenge: 3384

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  • 09. September 2013
  • Von glb
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