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11. November 2009  | e/rea

Vom Kopf aufs Band aufs Papier ins Theater

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In einer Anekdotenkonferenz berichteten die Künstler und Besucher der Frankfurter Oskar-von-Miller-Straße 2003 von ihren Erinnerungen an die Veranstaltungen in dem Künstlerhaus. Michael Riedel transkribierte die Tonbandaufzeichnungen in Text, der jetzt auf der Studiobühne des Stadttheaters wiederum in die Theaterdimension überführt wird. Foto: Veranstalter

Mit dem Performancetheater „Oskar“ unternimmt das Ensemble „sechzig90“ am heutigen Mittwoch (11.) ab 20 Uhr auf der Studiobühne des Stadttheaters den Versuch, einer als Text niedergeschriebenen Realität neues Leben einzuhauchen.

Grundlage ist eine sogenannte Anekdotenkonferenz, die die beiden Künstler Michael Riedel und Dennis Loesch vor dem Abriss des von ihnen zwischen 2000 und 2003 betriebenen Frankfurter Künstlerhauses in der Oskar-von-Miller-Straße 16 einberufen hatten. Dort erzählten die Teilnehmer in chronologischer Reihenfolge von ihren Erinnerungen an die Veranstaltungen und Clubabende in dem Haus, in dem stets Duplikate des Kunstbetriebs in verschiedener Form produziert wurden. Die Tonbandaufnahmen von diesen 15 Stunden Anekdotenkonzerenz transkribierten Riedel und Loesch in Text, erschienen 2003 unter dem Titel „Oskar“.

Für die Performance am Mittwoch in seiner Heimatstadt Rüsselsheim hat Riedel die Teilnehmer der Anekdotenkonferenz eingeladen, damit sie in ihrem improvisierten Spiel den Text in die Realität zurückführen. Rund 100 Personen umfasst der Kreis, berichtet Michael Friemel von „sechzig90“, der die Regie führt. Wie viele kommen, ist eine der unbekannten Größen in dieser Theaterarbeit. Für das Bühnenbild setzt Anja Stoffel Requisiten, die in der Anekdotenkonferenz in der Oskar-von-Miller-Straße in Szene genannt wurden, in Szene – Fleischsalat, Rechner, Video, Drogen und vieles mehr.

Michael Riedel ist Kunststipendiat der Stadt Rüsselsheim und Träger des Frankfurter Kunstpreises. Er wird von verschiedenen Galerien, unter anderem Berlin, Wien und New York und im In- und Ausland vertreten. Bei der Aufführung am Mittwoch ist er anwesend.

Dennis Loesch lebt und arbeitet als bildender Künstler in Berlin. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er mit Aktivitäten in der Oskar-von-Miller Strasse 16 und einer Verdopplung der Londoner Kunstmesse „Frieze Art Fair“. Er wird von Galerien in Stockholm, Hamburg und Wien vertreten.


 


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