Feuerwehr nutzt Wasser mal anders
Rettungsdienst: Fünf Mitglieder der Freiwilligen Wehr Stadt erfolgreich bei Prüfung für Rettungsschwimmerabzeichen
Das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber überreichte Olaf Schnückel (DLRG Rüsselsheim, links) an Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stadt (stehend von links) Martin Held, Wehrführer Günther Hansel und Thorsten Fels sowie an (sitzend) Daniel Sotschewka und Patricia Füllhard. Foto: Jürgen Palme
Das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen in Silber bekamen am Samstag fünf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rüsselsheim-Stadt verliehen. Zum Ehrungstermin war Olaf Schnückel, Technischer Leiter Einsatz der Rüsselsheimer DLRG mit einem Vorausrüstwagen Wasserrettung in die Feuerwache gekommen.Erstmals hatten sich im vergangenen Jahr zehn Feuerwehrleute der Einsatzabteilung Rüsselsheim-Stadt den anspruchsvollen Prüfungen für Rettungsschwimmer gestellt, nachdem zuvor schon Gruppen aus anderen Ortsteilen sowie die Jugendfeuerwehr verschiedene Abzeichen gemacht hatten. Sie waren dabei von Schnückel im wahrsten Wortsinne ins kalte Wasser geworfen worden. ,,Wir dachten, wir kommen da zum Training hin, aber dann sind wir gleich zum Test angetreten", berichtet Martin Held, der stellvertretende Wehrführer der Wache, mit einem Schmunzeln. Ohne Vorbereitung stellten sich die Anforderungen für fünf der Prüflinge dann doch als zu groß heraus - ,,beim nächsten Mal werden wir vorher trainieren." Das Streckentauchen sei für die meisten am schwierigsten. Daneben galt es unter anderem, eine Strecke von 300 Metern in Kleidung zu schwimmen, Techniken zu erlernen, mit denen man sich aus der Umklammerung eines in Panik geratenen Menschen befreit, und einen Menschen schwimmend über eine Strecke von 50 Metern zu schleppen. Am Ende der Prüfung stand dann eine kombinierte Übung zur Wasserrettung an, die einen Ernstfall simulieren soll.Einen solchen hat die Freiwillige Feuerwehr in Rüsselsheim freilich noch nicht erlebt, für die Rettung von Personen aus Gewässern ist die DLRG zuständig. ,,Aber wir hoffen, dass wir jetzt wissen, was wir zu tun haben, denn die Feuerwehr ist ja oft vor dem DLRG an Ort und Stelle", meint Martin Held. Der sportliche Aspekt stand bei der Aktion aber klar im Vordergrund, bestätigt auch Wehrführer Günther Hansel: ,,Die Leute, die heute zur Feuerwehr kommen, sind nicht mehr so fit wie die vor 20 Jahren. Das merkt man auch bei der Tauglichkeitsuntersuchung für den Feuerwehrdienst." Bei der Jugendfeuerwehr lege man schon seit einiger Zeit größeren Wert auf sportliche Betätigung, für die Einsatzgruppe werden jetzt ebenfalls verstärkt Sport gefördert. Im Sommer sollen die Feuerwehrleute das Sportabzeichen angehen, im nächsten Herbst dann erneut das Abzeichen für Rettungsschwimmer. Dann will der eine oder andere sich auch am Abzeichen in Gold versuchen. Stolz dürfen die Fünf sein, ergänzt Schnückel: ,,Beim einen oder anderen hat man gleich gemerkt, dass Wasser nicht das bevorzugte Element ist, aber die Leute, die mitmachen, lernen auch Ihre Grenzen kennen", und das trage dazu bei, Gefahren und Risiken richtig zu bewerten. ,,Und außerdem", sind sich alle Beteiligten einig, ,,sieht man so auch einmal, was andere Organisationen leisten, was dahinter steckt, wenn man sie bei einem Einsatz mit ihren Abzeichen sieht."
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