Odenwälder fassen in Australien Fuß
Auswanderer: Die Michelstädter Familie Hock berichtet über ihre seither guten Erfahrungen auf dem fünften Kontinent
Ein Jahr ist es nun her, seit die Frauenärztin Michaela Hock (46) mit ihrer Familie von Michelstadt nach Australien auswanderte. Ihre Familie - das sind Ehemann Dieter (50) sowie die Töchter Carina (9) und Isabelle (12). Gelandet ist das Quartett in Horsham, einem Städtchen etwa 300 Kilometer westlich von Melbourne im Grampians Nationalpark.
Am Wimmera Hospital hat Michaela Hock seitdem mit ihren beiden Kollegen insgesamt 415 Kindern dabei geholfen, gesund das Licht der Welt zu erblicken. Außerdem operiert die Frauenärztin. Obwohl sie die Zahl ihrer Operationstage von zwei auf drei pro Woche aufgestockt hat, verlängerte sich die Wartezeit auf mittlerweile neun Wochen: ,,Das ist in Australien Standard - in den Städten ist die Wartezeit bei Spezialisten noch länger." Beruflich soll es für Michaela Hock mit einem Praktikum am renommierten Royal Hospital in Melbourne und einer Fortbildung in Adelaide (Landeshauptstadt des Territoriums Süd-Australien) vorwärts gehen. Außerdem ist der alljährliche Austausch mit anderen deutschen Ärzten in Australien geplant. Die ältere Tochter Isabelle wechselte zum 1. Februar auf das Horsham College und wird auch dort eine Schuluniform tragen. Von der neuen Schule gab es vorab bereits einen Laptop, der in Raten abgezahlt wird. Carina kommt in die dritte Klasse der Primary School und darf sich auf neue Freunde freuen, denn der Klassenverband wird frisch zusammengestellt. Obwohl Ausländer, bekamen die Hocks von der australischen Schulbehörde einen Scheck über 300 Dollar (180 Euro) für die Ausstattung ihrer Kinder zum neuen Schuljahr. Beide Töchter sprechen inzwischen fließend Englisch ,,und monieren unseren deutschen Akzent", berichtet Michaela Hock. Die Familie hat schon viel von Australien gesehen: Ballettaufführungen im berühmten Opernhaus von Sidney, Inseln, Strände, Perltaucher, Weinberge, Flusslandschaften, Wale, seltene Fische, Giftschlangen und Spinnen. ,,Ein faszinierender Kontinent." Bei einem Pferderennen wurde auf ,,Good Medicine" gesetzt und prompt ein Gewinn eingeheimst. Hausmann Dieter Hock hat als Gitarrist mit der Band ,,Benchwarmers" schon einige Auftritte absolviert und dabei viel Spaß mit seinen Musikerkollegen und den tanzfreudigen Australiern erfahren. Festliche Gefühle zu Weihnachten wollten sich nicht einstellen: Es war 30 Grad warm, sonnig und der Tannenbaum aus Plastik: ,,Wir haben eher an Sommerferien gedacht, denn an White Christmas." Schwester, Schwiegereltern und Freunde aus dem Odenwald waren schon mehrfach zu Besuch. Längst hat sich ein neuer Bekanntenkreis gebildet, ,,denn Australier sind sehr gastfreundlich und laden einen schnell zum Essen ein". Noch ein Jahr, und dann wird der insgesamt für vier Jahre geplante Aufenthalt einem gründlichen Check unterzogen. Bislang jedenfalls haben die Hocks ihre Auswanderung nach Australien keinen Moment bereut.
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