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14. Januar 2010  |  e

Gastfreundschaft für Gänse

Natur: Zahlreiche Zugvögel aus der sibirischen Tundra und Skandinaviens Norden machen rund um den Kühkopf Station

RIED. 
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Gänse aller Art sind im Ried derzeit keine Seltenheit. Felder und Wiesen zwischen Leeheim und Erfelden sind ein beliebtes Winterquartier für Gäste aus dem hohen Norden. Foto: Frank Vetter

Manche Menschen unternehmen weite Reisen, um Tiere in freier Wildbahn zu beobachten und sie sorgen sich um das Überleben von Pandabär, Gorilla und Tiger. Riedstadt habe das Glück, dass viele wilde Tiere zu Besuch kommen, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung heißt. Besonders bemerkenswert seien die Saat- und Blessgänse.

,,Vielleicht denkt man bei Gänsen zuerst mal an den jüngst verspeisten Weihnachtsbraten oder ein wärmendes Federbett. Dabei kann man leicht vergessen, dass es sich bei unseren Wintergästen um etwas ganz besonderes handelt", so das Schreiben weiter.
Information
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Mehr Informationen zu den Tieren gibt es im Internet. Beobachtungen auf dem Kühkopf werden unter www.kuehkopf.hessen.de veröffentlicht.

Saatgans und Blessgans gehören zu den Bewohnern der arktischen Regionen oder der Tundra. Dort brüten sie in den Sommermonaten. Über Herbst und Winter fliegen die Gänse in typischen Formationen sehr weite Strecken in ihre Winterquartiere, die meist in West- und Südeuropa liegen. Wenn auch dort die Winter sehr kalt sind, kann die Reise sogar bis nach Nordafrika führen. Die Tiere können Strecken bis zu 2500 Kilometer zurücklegen. Unterwegs suchen sie Winterquartiere mit gutem Futterangebot und, was ganz wichtig ist, ausreichend Ruhe.

Das Gebiet um Leeheim und Erfelden wird seit vielen Jahren von den Gänsen aus dem hohen Norden geschätzt. Sie ziehen sich auf die Wasserflächen des Alt rheins zum Schlafen zurück und halten sich tagsüber auf den entfernteren Weideplätzen auf. Teilweise sind bis zu 1000 Tiere zu beobachten. Ganz wichtig ist es, sie möglichst wenig zu stören, damit sie sich von ihrem langen Flug erholen können und mit neuer Kraft in die Sommersaison starten. Vogelfreunde sollten sich möglichst den Rast- und Weideplätzen nicht nähern, Hunde nicht frei laufen lassen und Lärm vermeiden. Bless- und Saatgänse reagieren sehr empfindlich auf Störungen, und jede Störung verbraucht Energie. Wie viele wandernde Tierarten stehen auch Bless- und Saatgans unter besonderem Schutz der Europäischen Union.

Gänse verbringen ihr Leben mit einem Partner. Und speziell bei den Blessgänsen haben Forscher in Osnabrück herausgefunden, dass auch die Eltern mit ihren Jungtieren längere Zeit als Familie zusammenbleiben. Die jungen Gänse aus dem letzten Sommer lernen über ihre Eltern die Zugrouten und die geeigneten Rastplätze kennen. Der erste Winter ist also ein wichtiger Baustein im Lernprozess fürs Leben. Es bilden sich richtiggehende Familientraditionen zu Flugrouten und Winterquartieren heraus, die jeweils von den Eltern an die Kinder weiter gegeben werden.

Geeignete Rastgebiete sind in Europa selten geworden, da die Tiere große Wasserflächen und ungestörte Weideplätze brauchen. Gastfreundschaft ist also ganz einfach: Am besten in Ruhe lassen.


 
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