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09. Februar 2010  |  lo

Geringes Interesse an der Rentner Partei

Versammlung: Nur zwei Zuhörer folgen der Einladung zu einem Vortrag in Worfelden

WORFELDEN. 

Seine Parteistruktur auf Bezirks-, Kreis- und Ortsverbandsebene weiter ausbauen will der hessische Landesverband der Rentnerinnen und Rentner Partei (RRP). Am Samstag warb der Landesvorsitzende Werner Bihn aus Worfelden zusammen mit seinem Stellvertreter Wolfgang Feistel (Hanau) und Geschäftsführer Peter Ohmann (Schlüchtern) in der Gaststätte ,,Hessischer Hof" für das Parteiprogramm.

Die RRP verstehe sich als ,,Generationenpartei", betonte Werner Bihn vor gerade einmal zwei Zuhörern. ,,Wir hoffen auf junge Leute, denn für unsere Kinder und Enkelkinder ist fast kein Geld mehr da, und das kann nicht sein, denn Deutschland ist ein reiches Land", sagte Werner Bihn. Er bemängelte, dass es für Eltern mit durchschnittlichem Verdienst kaum mehr möglich sei, ihre Kinder studieren zu lassen.

Die RRP setze sich für mehr soziale Gerechtigkeit bei den Renten sowie im Gesundheits- und Bildungssystem ein, erklärte Bihn. Er forderte die Altersvorsorge in Anlehnung an das Schweizer Rentenmodell mit staatlicher Grundsicherung sowie betrieblicher und privater Altersvorsorge und sprach sich für eine Gleichstellung von Renten und Pensionen aus.

Darüber hinaus befand der RRP-Landesvorsitzende die Anzahl von 170 Krankenkassen als zu hoch, denn damit gehe ein erheblicher Verwaltungsaufwand einher. Er sprach sich auch für die Abschaffung des Gesundheitsfonds und der Praxisgebühr aus. Bei der Bildung gehe es der RRP um die Frühförderung und um die Kostenübernahme der Bildung durch den Staat.

Werner Bihn ist seit September 2008 Mitglied in der RRP. ,,Ich hätte nicht geglaubt, dass ich mich noch mal politisch betätige", sagte der 68 Jahre alte Rentner auf ECHO-Nachfrage. Ausgelöst wurde sein Engagement durch die Erfahrung, dass Frauen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis so niedrige Renten bekämen, dass sie kaum zum Überleben reichten.

Werner Bihn will sich durch die geringe Resonanz auf seine Vortragseinladung in Worfelden nicht entmutigen lassen. In naher Zukunft, betonte er, stünden weitere Veranstaltungen in Fulda und Hanau auf dem Programm.


 
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