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09. Februar 2010  |  wog

Wirtschaftskrise treibt das Defizit beim Darmstadtium hoch

Bilanz für 2009 weist ein Minus von 4,1 Millionen aus - Deutliches Einnahmeplus für dieses Jahr erwartet

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Das Darmstadtium. Archivfoto: roman grösser

Die Wirtschaftskrise macht dem Darmstadtium zu schaffen. Vor allem im zweiten Halbjahr 2009 sind Gäste und Einnahmen ausgeblieben. Die Folge sind höhere Verluste, für die am Ende die Stadt aufkommen muss. 4,1 Millionen Euro betrug das Minus der Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co.KG (WKZ) im vergangenen Jahr. Aber nicht nur die Flaute trübt die Bilanz. WKZ-Geschäftsführer Klaus Krumrey beklagte am Montag während seiner Bilanzpressekonferenz zudem Einnahmeausfälle, weil die Hotel-Infrastruktur nicht ausreichend sei. Für 2010 ist der Darmstadtium-Chef aber zuversichtlich und rechnet mit einem deutlichen Einnahmezuwachs.

Danach hatte es auch noch im ersten Halbjahr vergangenen Jahres ausgesehen. In den ersten sechs Monaten waren 90.000 Besucher zu 133 Veranstaltungen gekommen. Mehr als im Jahr zuvor. Doch von Juli bis Dezember besuchten nur noch 55.000 Menschen 123 Konferenzen, Tagungen und Kulturtermine. Das hat sich in der Bilanz niedergeschlagen. Zwei Millionen Euro nahm die WKZ aus dem Geschäft mit Veranstaltungen ein.

Unterm Strich bedeutete dies ein Minus von 1,7 Millionen Euro in diesem operativen Geschäft. Hinzu kamen Abschreibungen und Zinszahlungen. Auf 4,1 Millionen Euro beziffert Krumrey das Gesamtdefizit. Dabei habe er die Kosten bereits um eine halbe Million gedrückt, unter anderem über niedrigere Marketingausgaben: ,,Das kann man nur einmal machen."

Es bleibt somit ein um fast 700.000 Euro höherer Zuschussbedarf als im städtischen Haushalt und im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Immobilienmanagement bereitgestellt worden ist. Dennoch soll die Stadt nicht mehr als geplant zahlen müssen. Denn über Mehreinnahmen und eine Umstrukturierung bei den Finanzen will der WKZ-Chef schon in diesem Jahr das Minus unter den in Haushalt und Wirtschaftsplan fixierten 3,4 Millionen Euro halten. ,,Innerhalb von zwei Jahren ist dann das zusätzliche Defizit abgetragen", gibt er sich optimistisch. Dazu muss aber auch der städtische Zuschuss gleichhoch gehalten werden

Die Zuversicht, dass das Defizit sinken wird, speist Krumrey aus der Prognose für dieses Jahr. Um 40 Prozent auf 2,8 Millionen Euro sollen die Einnahmen aus Veranstaltungen steigen. Damit würde das Minus in dem Geschäftsfeld auf 1,3 Millionen sinken. Ähnlich große Kongresszentren hätten höhere Defizite.

Basis für diese Berechnungen sind die vorliegenden Buchungen. ,,Das sieht sehr gut aus", erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin Hildegard Schoger. Derzeit lägen 134 feste Buchungen vor - 34 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres. Erstmals gibt es eine Warteliste. Auch ist durch weltweite Werbeauftritte der Anteil internationaler Kunden im vergangenen Jahr auf zehn Prozent gestiegen.
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Optisch aufgewertet ist das Foyer des Darmstadtiums. In den vergangenen Monaten kamen Sitzgrupppen sowie die Segel über den Resten der alten Stadtmauer hinzu. Foto: Roman Grösser

Große Veranstaltungen in diesem Jahr sind unter anderem der Vertiebsauftakt der Software Ag und IDS Scheer ab Donnsertag (11.) und die Hauptversammlung der Software AG sowie zahlreiche wissenschaftliche Kongresse und Konferenzen zur Informationstechnik. Nach zwei Jahren gibt es bereits so etwas wie Stammkunden. Merck, Evonik und die Sparkasse gehören dazu. Ebenso die Technische Universität Darmstadt, die sich aber auch vertraglich zu einem Veranstaltungskontingent von 500.000 Euro verpflichtet hat.

Doch die ganz großen Tagungen, von denen wie im Falle des Mannheimer Rosengartens wenige genügen, um einen Großteil der Einnahmen zu sichern, gibt es nicht. Dafür reicht nicht nur das Raumangebot nicht aus. Auch die Infrastruktur fehlt. Seit langem beklagt Krumrey, dass die Hotelkapazitäten nicht ausreichten. Vor allem in der Drei- und Vier-Sterne-Kategorie. Allein im ersten Halbjahr habe es deshalb fünf Absagen gegeben. 350.000 Euro seien der Betreibergesellschaft damit entgangen. ,,Das hat mich richtig geärgert", sagt Krumrey. Zwar gibt es in Darmstadt rund 3400 Hotelbetten, doch längst nicht alle in der von den Kunden nachgefragten Kategorie.

Aus der Sicht des WKZ-Geschäftsführers fehlt ein Drei- bis Vier-Sterne-Hotel mit bis zu 300 Zimmern. Einen Betreiber hat er nach eigenen Angaben an der Hand: die Hyatt-Gruppe. Auch hat er einen Vorschlag für den Standort: auf dem Platz neben der Stadtmauer, schräg gegenüber dem Jugendstilbad. Krumrey bleibt optimistisch: Er hofft, dass das zusätzliche Hotel bis zum Jahr 2014 gebaut ist. Denn in vier Jahren soll das Darmstadtium Schauplatz des Deutschen Ärztetages werden. Dazu werden 1300 Zimmer gebraucht.

Unterdessen sind die Bauarbeiten im Darmstadtium abgeschlossen. ,,Wir sind fertig", sagt der Geschäftsführer. So wurden im vergangenen Jahr unter anderem Fluchtwege und -treppen komplettiert, neue Vortragsräume und Künstlergarderoben eingerichtet sowie ein neuer Zugang zum Restaurant ,,Calla" gebaut.

Wie teuer das nun fertige Darmstadtium gewesen ist, will Krumrey nicht sagen. Zahlen seien Sache des Aufsichtsratsvorsitzenden . Doch Oberbürgermeister Walter Hoffmann will seit Monaten die Investitionskosten nicht nennen.


 
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KOMMENTARE
Das fehlende Geld für die Strassensanierung. | Von:  stefanbka | 09.02.2010, 08:17 Uhr

Schau einer an, da ist das Geld für die Strassensanierung geblieben!!
Klar, dass Hoffmann die Summe nicht nennen will, der weiss warum.
Bitte Herr Hoffmann, nicht noch eine Amtszeit, ein Rücktritt wäre passend !

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Finger weg von der Stadtmauer! | Von:  Uffmugge | 09.02.2010, 09:14 Uhr

"...einen Vorschlag für den Standort: auf dem Platz neben der Stadtmauer..."
noch eine Verschandelung der letzten Reste der Stadtmauer,nein Danke.
Wenn den Herren der Geschäftswelt ihre schepp Schachtel so wichtig ist,warum kaufen sie sie nicht?
Privatisierung nur mit staatlich garantiertem Gewinn,den Rest zahlt die Allgemeinheit?
Immer wieder fordern sie neue Millionengräber (Hotels,NordOstUmgehung) ,um dann scheinheilig die Bürger und ihre Stadt zur Sparsamkeit zu rufen.
Gerade eben beschlossen CDU-SPD-FDP die NOU mit zig-Millionen Kosten,schon wieder kommt das nächste Loch.
Bald ist Wahl...
Es grüsst,
Euer Uffmugger

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Ja, bald ist Wahl... | Von:  ehrlicher | 09.02.2010, 11:29 Uhr

...und dann bitte nicht vergessen, dass das Kongresszentrum von SPD und GRÜNEN so gewollt war und gegen jede Kritik so durchgesetzt wurde. Augen zu und durch, koste es, was es wolle. Hauptsache war noch, dass der wie eine Pissrinne anmutende Darmbach auf dem Vorplatz offengelegt wurde.
Fehlplanungen, Pfusch, Folgekosten, Verkehrsanbindung und vieles mehr haben weder SPD noch Grüne geschert. Die Zeche zahlen jetzt wir alle, Jahr für Jahr und wer weiß wie lange noch!?

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