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06. Februar 2010  | db

Wenzel: Straßen bisher vernachlässigt

,,Zu wenig für Sanierung getan" - Folge sind die enormen Frostschäden - Tempo 30 auf Landgraf-Georg-Straße

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Schweres Gelände in der Beckstraße. Foto: Claus Völker

Die gnädige Schneedecke ist weitgehend abgeschmolzen, darunter kommt im südlichen Rhein-Main-Gebiet eine Dritte-Welt-Stadt zum Vorschein - genau diesen Eindruck vermitteln jedenfalls die Darmstädter Straßen in der aktuellen Atempause eines strengen Winters. Doch anhaltende Kälte und große Schneemengen allein erklären nicht den desolaten Zustand der Fahrbahnen, von denen viele derzeit diese Bezeichnung kaum verdienen.

Die Witterung legt schonungslos Versäumnisse der vergangenen Jahre und Jahrzehnte offen, wie Stadtrat Dieter Wenzel einräumte: ,,Was wir bisher für die Straßen sanierung getan haben, war zu wenig", erklärte der Bau- und Verkehrsdezernent (im Amt seit 2003) am Freitagvormittag bei einem Orts termin an der Landgraf-Georg-Straße.

Die wichtige Durchgangsstraße gleicht derzeit einer Schlaglochpiste. Verschärft wird die Lage durch die alten Straßenbahnschienen. Wegen des verkehrsgefährdenden Zustands gilt seit Freitag auf der Landgraf-Georg-Straße zwischen Fiedlerweg und Püt zerstraße Tempo 30.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung bleibe bestehen, bis die gröbsten Schäden beseitigt seien, erklärte Reinhold Schuster vom Tiefbauamt. Die Dauer sei wegen der bau-unfreundlichen Witterung schwer vorauszusagen, es könne sich über mehrere Wochen hinziehen.

Wenzel erklärte, Magistrat und Stadtparlament müssten sich vorwerfen, in vergangenen Jahren zuwenig Haushaltsmittel für die Straßen erhaltung vorgesehen zu haben. Er selbst habe sich mit dem Anliegen nicht immer durchsetzen können und nehme sich daher von der Kritik nicht aus. ,,Die Stadtverordneten sind nun gefordert, die notwendigen Finanzmittel bereitzustellen." Er wolle zusätzlich 750 000 Euro für die Straßensanierung beantragen.

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Piste nach Eberstadt: die Heidelberger Landstraße. Im Bereich Lincolnsiedlung soll die Fahrbahn im kommenden Frühjahr saniert werden. Foto: Roman Grösser

Zunächst einmal geht es um die Beseitigung der gröbsten Frostschäden. Zur Schlagloch-Ausbesserung seien im Januar 88 Tonnen sogenanntes Kaltmischgut verarbeitet worden, erklärte Thomas Bittner, für Straßenunterhaltung zuständiger Abteilungsleiter beim EAD - Kostenpunkt 40 000 Euro. Ewig wird das Material nicht halten, aber für nachhaltige Flickarbeiten sei es nach wie vor zu kalt. ,,Die Asphaltwerke sind derzeit gar nicht im Betrieb."

3500 Arbeitsstunden hätten EAD-Mitarbeiter im Januar allein in Straßenreparaturen investiert, sagte Bittner. ,,Eine Kolonne ist eigens abgestellt zur schnellen Reaktion auf Bürgerhinweise. Die Priorität liegt allerdings ganz klar auf den Hauptverkehrsstraßen."

An vielen Stellen kommt unter der aufgeplatzten Fahrbahndecke das darunter liegende Kopfsteinpflaster zum Vorschein - oft nur von einer dünnen Asphaltschicht bedeckt. ,,Optimal ist das nicht", sagte Schuster zu dem uralten Untergrund. Bei grundhafter Erneuerung einer Straße wird das Kopfsteinpflaster beseitigt, um geeignetere Tragschichten unterhalb der Fahrbahndecke aufzubringen. Wo dies in den vergangenen Jahren geschehen ist, sind die Frostschäden spürbar geringer - etwa in der Frankfurter Landstraße in Arheilgen.

Schuster gab zu erkennen, dass er den Verfall der Darmstädter Straßen-Infrastruktur wegen unzureichender Erhaltungsmittel mit Schmerzen verfolgt hatte. Eine Studie eines Ingenieurbüros ergab bereits 2006, dass nahezu die Hälfte der Darmstädter Hauptverkehrsstraßen in die schlechteste Zustandsklasse 5 fallen: Das steht für starke Schäden und dringend nötige Instandsetzungs-Maßnahmen. Bei weiteren 18 Prozent der Hauptverkehrsstraßen in Zustandsklasse 4 sind Baumaßnahmen innerhalb der nächsten drei Jahre nötig.

Im Vergleich zur Bestandsaufnahme von 2001 wird eine deutliche Verschlechterung des Gesamtzustands des insgesamt 375 Kilometer langen Straßennetzes in Darmstadt sichtbar.

Für etwas Bewegung sorgen die Konjunkturpakete von Bund und Land Hessen. Mit diesem Geld ist bereits mit der Sanierung der Klappacher Straße zwischen Landskronstraße und Böllenfalltor begonnen worden (Kosten 120 000 Euro).
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Im Frühjahr steht die grundhafte Erneuerung der Heidelberger Straße in Höhe Lincolnsiedlung zwischen Noack - und Cooperstraße an (630 000 Euro). Auch für die Deckenerneuerung der Kranichsteiner Straße zwischen Grundstraße und Ruthsenbach (150 000 Euro) seien die Aufträge bereits vergeben, sagte Reinhold Schuster. Ebenfalls mit Bundesmitteln gefördert werden geplante Sanierungsarbeiten im Haardtring sowie in der Heinrichstraße.


 

„Echo Online“ sucht die schlimmsten Schlaglöcher auf Südhessens Straßen

Schicken Sie uns Ihre besten Schlaglochfoto-Beispiele an die Mail-Adresse kontakt@echo-online.de und schreiben Sie uns Ihren Namen, Ihren Wohnort sowie die Fundstelle dazu. Wir veröffentlichen die Bilder dann kommende Woche in einer Fotogalerie.

 
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KOMMENTARE
Vielleicht... | Von:  E.P. | 06.02.2010, 00:21 Uhr

... sollte man eher die Straßen aufzählen, bei denen keine Schäden auftreten. Die Liste wäre erheblich kürzer.
Was ist eigentlich mit der Nieder-Ramstädter-Straße ab Böllenfalltor stadteinwärts? Seit Jahren katastrophaler Zustand, und wer die Strecke täglich fährt, hat Angst, dass an einer gewissen Stelle irgendwann die komplette Straße einsackt, so gross und muldig ist die Beschädigung.
Naja, nun hat man ja wieder nen Sündenbock (das Winterwetter) gefunden...

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Flickschusterei ist schon seit Jahren an der... | Von:  kassandra10 | 06.02.2010, 00:44 Uhr

Dieter Wenzel will Asche über seit Haupt schütten, ach wie goldig. Nehmen wir Darmstädter das denn wirklich ernst? Er hat es versäumt, nachhaltig die seit den Grünen Jahren maroden Straßen Darmstadts im Rahmen eines Sanierungsplanes " Winterfest" zu machen. Aber wie in anderen Fällen ist er der Flickschusterei gefolgt, Dabei waren die Darmstädter Finanzen wie die Gewerebesteuer seit er Baudezernent ist so hoch wie nie zuvor. Das lässst sich im Faktencheck leicht feststellen. Fakt ist, daß er stattdessen Millionen in seinem Heimatstadteil Arheilgen versenkt hat, dazu kräftig von der Benzsippe unterstützend gelobt wird. Pech, wenn man den Sippschaften nicht angehört oder in einem anderen Stadtteil wohnt. Darmstadt wie es leibt ud lebt, Liebe SPD, wann begreift ihr endlich, daß ihr auch mit euerem Beschluß zur NOU , damit der Stützung von Wenzel euer eigen Grab geschaiufelt habt. Die maroden Straßen und Schulen in Darmstadt sind ein deutlicher Beleg.Neuer Darmstadt Film fürs Kino?

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Wenzel | Von:  DA_Heiner | 06.02.2010, 12:51 Uhr

Nur zur Info: Herr Wnzel wohnt nicht in Arheilgen sondern in "Alt" Kranichstein, in 'ner Querstraße vom Wachtelweg. Warum auch immer, gibt sich Herr Wenzel gerne als Arheilger. Vieleicht ist er dort ja aufgewachsen...

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