Mit dem Lego-Auto durch die Flure
Schulprojekt: Im Fachbereich Elektro- und Informationstechnik können Schüler ihre Programmierkenntnisse erweitern
Tüfteln am Computer: Am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik sind seit vergangener Woche Elftklässler der Dieburger Alfred-Delp-Schule zu Gast. Sie lernen unter Anleitung von wissenschaftlichen Mitarbeitern, Programme zu schreiben und diese an Lego-Fahrzeugen anzuwenden. Im Bild (von links) Michael Monath, Lysander Wittinger, Laura Fröhlich, TU-Informatiker Sebastian Oster, Vincent Raim und Lucas Gorlesky. Foto: Claus Völker
An einem gewöhnlichen Wochentag laufen durch die Gänge des Hans-Busch-Instituts an der Merckstraße Studenten und Dozenten. In dieser Woche aber fahren hin und wieder Lego-Autos durch die Flure, begleitet von Schülern, die das Fahrzeug zuvor programmiert haben. ,,Räder gerade stellen", lautet etwa ein Kommando, ,,rückwärts fahren" ein zweites.An jeweils drei Tagen der vergangenen und der laufenden Woche sind zwischen 15 und 20 Schüler der Dieburger Alfred-Delp-Schule am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik zu Gast, wo sie mit Unterstützung von wissenschaftlichen Mitarbeitern lernen, kleine Programme am Computer zu schreiben, und diese dann direkt an Lego-Fahrzeugen testen.Die Idee für diese Workshops, die bereits im vergangenen Jahr auf große Resonanz stießen, hatte Andy Schürr, Studiendekan des Studiengangs Informationssystemtechnik. Darunter versteht man eine Mischung aus Elektrotechnik, Informationstechnik und Informatik, erklärt Sebastian Oster. Er schreibt am Fachgebiet Echtzeitsysteme derzeit seine Doktorarbeit und betreut als wissenschaftlicher Mitarbeiter das Projekt.,,Wir wollen Schüler für den Studiengang begeistern", sagt er. ,,Und das geht am besten über praxisnahe Projekte." Hard- und Software bildeten immer mehr eine Einheit und könnten oft nicht mehr getrennt voneinander und ohne das Wissen über die Einsatzumgebung entwickelt werden, erklärt Oster. Dies ist die Aufgabe von Informationssystemtechnikern. ,,Sie werden dringend gebraucht", sagt Oster. Die Absolventen des sechs Jahre alten Studiengangs seien sehr gefragt, der Nachwuchs aber nicht entsprechend stark. ,,Daher versuchen wir schon früh, die jungen Leute etwa bei den Hochschul- und Berufsinformationstagen oder durch Praxistage an der Uni dafür zu interessieren", sagt er. Rund 30 Studienanfänger starteten pro Jahr, insgesamt sind derzeit etwa 150 Studierende in dem Studiengang eingeschrieben. Und wie gefällt es den jungen Leuten, die fünf Stunden lang eifrig am Tüfteln sind? Johannes findet den Workshop interessant und würde ihn weiterempfehlen. Vor allem die praktische Anwendung von den Inhalten, die er im Unterricht gelernt hat, gefallen ihm. ,,Man sollte allerdings ein Interesse für Informatik haben", sagt der 17 Jahre alte Schüler. Wobei Vorkenntnisse im Programmieren - am besten mit der Programmiersprache Java - eine wichtige Voraussetzung seien .Dass an den Schulen in Darmstadt und im Landkreis mit Java gearbeitet wird, hatten die Organisatoren davor erfragt. Michaela Steffens etwa, die Sebastian Oster bei dem Projekt unterstützt, hat sich von den Schulen Details über den Wissensstand der Schüler besorgt. ,,Darauf haben wir dann die Aufgabenstellung abgestimmt."Fabian Schumacher , der ebenfalls am Donnerstag früh vor einem Rechner sitzt, hat sich schon früher für Programmieren interessiert und ,,zuhause auch schon vieles selbst ausprobiert", sagt der 16 Jahre alte Alfred-Delp-Schüler. Er ist begeistert von dem Projekt: ,,Es ist einfach etwas anderes, als im Informatikunterricht der Schule, da es hier mit mehr Praxis verbunden ist."Das einzige Mädchen, das am Donnerstag dabei ist , heißt Laura Fröhlich. ,,Ich war schon immer Computerinteressiert, und hier lernt man neue Methoden kennen, die man im normalen Schulunterricht so nicht behandelt." Die Siebzehnjährige nutze den Ausflug, ,,um mal reinzuschnuppern", wie sie erzählt.Genauso soll es auch sein, sagen die Organisatoren. So freuen sie sich, wenn einer der Teilnehmer sich später für ein Schulpraktikum am Fachgebiet anmeldet. Sie hoffen, dass die Praktika dann Früchte tragen, wenn sich die jetzigen Schüler für einen Studiengang entscheiden müssen und dabei wissen, was am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik gemacht wird.
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.
Merken
|














