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19. Dezember 2009  |  br

Im Darmstädter Forst hat Leichtsinn keinen Platz

Waldarbeit: Forstamt wird für Unfallsicherheit ausgezeichnet - ,,Männer sind sich der Gefährlichkeit ihres Berufs bewusst"

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Ohne Kettensäge geht es nicht: Im Darmstädter Forstamt hat die Arbeitssicherheit einen hohen Stellenwert. Foto: Roman Grösser

Das sicherste hessische Forstamt ist das in Darmstadt. Bei der Waldarbeit passieren dort die wenigsten Unfälle aller Forstämter des Landes. ,,Jetzt Erster, im vergangenen Jahr bereits Zweiter, das beweist, wie ernst unsere Leute die Arbeitssicherheit nehmen", freute sich Forstamtsleiter Hartmut Müller am Freitag.

Die Landesbetriebsleitung Hessen-Forst und die Unfallkasse Hessen zeichnen seit Jahren die sichersten hessischen Forstämter der Staatswälder aus. ,,Seit 2004 gibt es ein systematisches Arbeitsschutz-Management-System, das jetzt seine Früchte trägt", sagte Müller. Insgesamt seien die Unfallzahlen in den hessischen Wäldern zurückgegangen, das aus neun Forstwirten und drei Forstwirtschaftsmeistern bestehende Darmstädter Team agiere dabei besonders unfallsicher.

Bei der Ehrung im Forstamt Schotten wurden die sechs sichersten Forstämter ausgezeichnet; 16 000 Euro samt Urkunde gingen nach Darmstadt. Dort soll das Geld für die Verbesserung der Arbeitsschutzkleidung verwendet werden. ,,Das ist vorbildlich und beweist, dass sich die Männer durchaus der Gefährlichkeit ihres Berufs bewusst sind und das Präventionskonzept begriffen haben", ergänzte Rudolf Schilling, Revierleiter im Revier Mühltal und Vorsitzender des örtlichen Personalrats.

,,Jeder Baum steht anders, ist anders gewachsen, muss neu beurteilt werden", beschrieb Müller die Aufgabe der Forstwirte. Der erste Platz beweise, dass man im Darmstädter Forstamt einem altbewährten, eingespielten Team vertrauen könne, das stets voll konzentriert und umsichtig zu Werke gehe und sich davor hüte, leichtsinnig zu werden.

Zu der Bewertung gehörte auch, dass die Forstwirte zweimal im Jahr überraschend Besuch bekamen, dann von ihrer Arbeit Sicherheitsanalysen erstellt wurden. Über die Platzierung beim Wettbewerb in Sachen Unfallsicherheit entschieden zudem die Zahl der Unfälle pro geernteten Festmeter Holz und die meldepflichtigen Unfälle pro Arbeitsstunde. Sind bei der Sicherheitsanalyse Fehler entdeckt worden, erfolge sofort eine Beratung der Forstwirte und Revierleitungen, berichtete der Forstamtsleiter. Auch Gemeinden, die eigene Forstwirte beschäftigten, beteiligten sich mittlerweile an dem Präventionskonzept, sagte Hartmut Müller. Dies sei erfreulich, denn die Waldarbeit bleibe seiner Meinung nach weiterhin ein gefährlicher Berufszweig. ,,Die Arbeit mit der Motorsäge ist vor allem beim Ernten der Laubhölzer nicht durch Maschinen zu ersetzen."


 
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