Mein Echo: | Merkliste (0) | Anmelden |
  Notdienste | Wetter | Videos | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 
 
05. Februar 2010  | tb/bp/bs

Löcher in den Etats und in den Straßen

Winter: Auf die Kommunen kommen erhebliche Kosten zu, um die Schäden zu beseitigen - und das in Zeiten leerer Kassen

DARMSTADT-DIEBURG. 
| Vergrößern |
Spuren des strengen Winters finden sich – wie hier in Gundernhausen – auf den Straßen im Landkreis. Die Beseitigung der Schlaglöcher belastet die zumeist defizitären Etats der Städte und Gemeinden noch zusätzlich. Foto: Karl-Heinz Bärtl

Das Tauwetter bringt sie zum Vorschein: die Schlaglöcher in den Straßen im Landkreis. Genaue Zahlen liegen den Kommunen sowie dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), das für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen zuständig ist, zwar noch nicht vor, den Prognosen zufolge verursachen die Schäden, die der Frost hinterlassen hat, aber erhebliche Ausgaben. Hinzu kommen die Kosten für den Winterdienst, die in diesem Jahr auch um einiges höher ausfallen als üblich. Und dies zu einer Zeit, in der die Finanzlage der Kommunen alles andere als gut ist.

,,Die Frostschäden werden ein erhebliches Loch in unseren Etat reißen", sagt der Reinheimer Bürgermeister Karl Hartmann (SPD). ,,Einen genauen Überblick haben wir noch nicht, aber was wir sehen, ist erschreckend." Nur habe die Kommune keine Wahl, da sie für ihre Straßen der sogenannten Verkehrssicherungspflicht nachkommen muss. ,,Schäden, die die Verkehrssicherheit gefährden, müssen wir beheben", sagt Hartmann.

Die Mitarbeiter des Reinheimer Bauhofs haben im Januar 974 Überstunden im Winter- und Räumdienst geleistet. Im Januar 2009 waren es nur 285. Üblicherweise wird die Überzeit abgefeiert. ,,Nur bei dieser Menge könnte das zu Engpässen im Bauhof führen", sagt Hartmann. Also überlegt die Stadt, eventuell die Überstunden auszubezahlen.

Über das Problem macht sich auch die Gemeinde Roßdorf Gedanken. 1600 Stunden Winterdienst haben die Bauhof-Mitarbeiter im Januar geleistet. ,,Im vergangenen Jahr war es nicht einmal die Hälfte", sagt Bauamtsleiter Josef Trägner. Der Zustand der Straßen sei ,,katastrophal": ,,Überall tun sich riesige Löcher auf." Hinzu kommen laut Trägner die Gehwege, auf denen die Platten hochgefroren sind. ,,Das ist alles unbefriedigend", sagt er, ,,aber das Schlimmste kommt ja erst noch." Der Boden sei derzeit etwa noch bis zu einem halben Meter gefroren. Taut er auf, vergrößern sich auch die Risse und Löcher in den Straßen nochmal.

,,Die Schadensbilder, die wir derzeit erkennen können, lassen uns erwarten, dass es bis zu 25 Prozent mehr ist als in nicht so strengen Wintern", sagt der Babenhäuser Bauamtsleiter Heinrich Grimm. ,,Das reißt natürlich ein Loch in die Kasse." Auch für den Winterdienst seien ,,erhebliche Überstunden angefallen". An Salz und Splitt hat die Stadt bislang etwa 100 Tonnen verbraucht. In durchschnittlichen Wintern sind es laut Bürgermeisterin Gabi Coutandin (SPD) etwa 15 bis 20 Tonnen.

Auch der Weiterstädter Bürgermeister Peter Rohrbach rechnet mit ,,immensen Schäden" auf den Straßen. Kernstadt und Stadtteile durchziehen insgesamt rund 130 Kilometer Straßenfläche. Zwar könne man die Menge der Löcher und Asphaltrisse teilweise noch gar nicht abschätzen, da in den Nebenstraßen immer noch Schnee- und Matschreste mögliche Problemstellen überdecken, doch sei jetzt schon absehbar: ,,Das wird heftig werden."

Im Schnitt sind im Weiterstädter Haushalt rund 250 000 Euro pro Jahr für die Unterhaltung der städtischen Straßen - eine Pflichtaufgabe der Kommunen - eingeplant, auch diesmal. Doch Rohrbach schätzt: ,,Wir werden durch den kräftigen Winter wohl mindestens zehn bis 20 Prozent über dem Ansatz liegen."

In Weiterstadt kümmert sich das ganze Jahr über ein hauptberuflicher Tiefbaufachmann aus der Verwaltung um die Überprüfung des Straßenzustands. ,,Er hat jetzt natürlich unheimlich viel zu tun", sagt Rohrbach. Ebenso wie die Bauhofmitarbeiter, die seit Wochen Zusatzstunden im Winterdienst schieben. In Weiterstadt werden sie die Überstunden wohl eher abfeiern als den Geldwert ausbezahlt bekommen: Laut Rohrbach ist das die gängige Praxis. Wie teuer die Kommune der strenge Winter mit Blick auf Arbeitseinsätze, Streumittelverbrauch und Straßenausbesserung insgesamt kommen wird, sei noch nicht abschätzbar.

,,Hier und da gibt es natürlich mehr Probleme als in einem milden Winter", sagt Fred Nerschbach, Leiter des Amts für Straßen- und Verkehrswesen, ,,unser Netz ist aber insgesamt noch gut in Ordnung." Auf den Kreis-, Bundes- und Landesstraßen sei in den zurückliegenden Jahren viel für den Erhalt getan worden, auch verstärkt durch das Konjunkturpaket von Bund und Land. Für eine Schadensprognose sei es aber noch zu früh. ,,Wenn jetzt nochmal Frost kommt, wird es ja noch schlimmer", sagt Nerschbach. Eine Bestandsaufnahme wird es Ende März/Anfang April geben. Aufgefüllt würden die Löcher aber schon derzeit, jedenfalls die größeren. ,,Das passiert zum Teil über Nacht", sagt Nerschbach. Die Prioritäten liegen dabei auf den Autobahnen. So gebe es auf der A 67 in Richtung Lorsch derzeit ,,erhebliche Ausbrüche", die immer wieder schnell verfüllt werden. Deshalb ist derzeit dort nur Tempo 100 erlaubt.

,,Es ist schlimm, was da unter dem Schnee zum Vorschein kommt", urteilt der Münsterer Bürgermeister Walter Blank (CDU) und fügt mit etwas Galgenhumor an: ,,Gottlob sind diese Schlaglöcher leichter zu flicken als die Löcher im Haushalt der Gemeinde. Aber an machen Stellen sieht es wirklich nicht sehr gut aus. Das wird unsere Männern vom Bauhof viel Arbeit und Zeit und die Gemeinde viel Geld kosten."

Auch der Leiter des Dieburger Stadtbauamtes, Karl Schmitt, bilanziert große Schäden. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben bereits mit dem Flicken der schlimmsten Schlaglöcher begonnen.


 
BEWERTUNGEN
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten. | Anmelden |
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.
 
ANZEIGE
ticKER: Nachrichten
 
Wetter: Heute | Morgen |
 
Morgens Mittags Abends
 
 
Darmstadt aktuell:
bedeckt, 10°C | Mehr Wetter |
... ... ...
 
FRAGE DER WOCHE
 
 
 
 
| Abstimmen |
Reinklicken. Stöbern. Bestellen.
 
Echo-Shop
Mehr |
 
ECHO-Exklusivangebote
 
Wellness-Reise nach Island KURZREISE NACH ISLAND: Wellness im Einklang mit der Natur
 
| Alle Angebote anzeigen |
Veranstaltungskalender
 

Veranstaltungen in Südhessen zu Kultur und Kunst, Märkten und Börsen, Party und Disko.

Mehr |
 
 
SCHON GESEHEN?
 
ANZEIGE