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17. November 2009  | Von Reinhard Jörs

Campus in Dieburg weicht 170 Eigenheimen

Städtebau: „Das ist ein guter Kompromiss“

DIEBURG. 
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Der Campus Dieburg, hier ein älteres Luftbild, wird zweigeteilt. Rechts die Hälfte mit Aula, Mensa, Bibliothek, Verwaltung und Lehrgebäuden, die erhalten bleibt. Links das Areal für künftiges Bauland. Markant sind die drei Studenten-Hochhäuser, die seit Jahren leer stehen. Flach im Hintergrund zu erkennen sind die ebenfalls bereits geschlossene Sporthalle, Sportplatz und das angrenzende Hallenbad.


Der städtebauliche Wettbewerb zur Neugestaltung des Campusareals in Dieburg ist entschieden. Das Frankfurter Büro „happarchitecture“ hat gewonnen. „Das ist ein guter Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und städtebaulicher Wirkung“, kommentierte am Montag Dieburgs Bürgermeister Werner Thomas gegenüber dem ECHO erfreut.

Den Wettbewerb hatte Telekom-Immobilienverwalter „Corpus Sireo“ mit der Stadt Dieburg ausgelobt. „Das war interessant: Es gab eine absolut einmütige Entscheidung des Schiedsgerichts“, so Thomas.

Das Sieger-Bebauungskonzept sieht 170 Eigenheime für das zehn Hektar große Grundstück vor. Es überzeugte die Jury durch städtebauliche Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit. Thomas: „Die Bebauung wird nicht dichter sein als die vorhandene, an die es sich anschließt. Und es bleibt noch etwas vom Parkcharakter erhalten.“

Wann und wo

Alle Entwurfsbeiträge werden vom 11. bis 20. Dezember im Museum Schloss Fechenbach erstmals öffentlich ausgestellt. Die aktuelle Entwicklung am Campus mit knapp 2000 Studenten wird das erste Thema sein bei der Dieburger Stadtverordnetensitzung am Donnerstag (26.) ab 19.30 Uhr im Rathaus.

An dem zweistufigen Verfahren hatten sich elf Architekturbüros beteiligt. Das Gutachtergremium bestand aus dem Leiter des Fachbereichs Energieeffizientes Bauen an der TU Darmstadt, Professor Manfred Hegger, dem Frankfurter Stadtplaner Professor Martin Wentz, Vertretern der Stadt Dieburg und des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen sowie Corpus Sireo, das den Telekom-Anteil am Grundstück verkaufen wird, wenn Baurecht geschaffen ist.

Vorbereitet wird aus Dieburger Sicht auch ein kleines Mischgebiet, in dem sich „hochschulaffine Firmen“ (Thomas) am Rande des Mediencampus für ein Klein-Babelsberg niederlassen können. Ausgespart vom Abriss bleibt zunächst das dortige Hallenbad, dessen Bestand per Nutzungsvertrag bis zum 31. Dezember 2014 gesichert ist.

Die anderen Gebäude dürften im Jahr 2011 weichen. „Ich gehe davon aus“, so der Bürgermeister, „dass die drei Wohntürme auf spektakuläre Weise fallen werden.“


 
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