,,Die Mehrheit hat nicht immer Recht!", so lautete eine Aussage bei der Veranstaltungsreihe ,,Jugend - stark für Demokratie" im Wicom-Forum in Heppenheim. 70 junge Heppenheimer waren gekommen, um ihre Ansichten zur politischen Kultur in Deutschland zu äußern. Dabei blieb es nicht bei einem Meinungsaustausch.
Wie es in einem Bericht von Petra Wünker, Dekanatsjugendreferentin in der Katholischen Jugendzentrale Bergstraße, heißt, setzten sich die Teilnehmer auf kreative Weise mit dem Thema Demokratie auseinander. Animiert wurden sie dabei von den Moderatorinnen Charlotte Hussong (Schulsprecherin am Starkenburg-Gymnasium) und Ulrike Schwahn (Jugendreferentin im Evangelischen Dekanat Bergstraße), die durch den Abend führten und die Jugendlichen einluden, ihre Ergebnisse am Ende auf der Bühne zu präsentieren.
,,Was fällt Dir spontan zu Demokratie ein?", ,,Wo liegen Stärken und Schwächen?" und ,,Welche persönlichen Erfahrungen hast Du mit Demokratie gemacht?", waren die Fragen, die die Diskussionen in Gruppen bestimmten.
,,Mehr Rechte für Jugendliche - nehmt uns ernst!", stand auf einem der Demonstrationsplakate. Andere Besucher beschäftigten sich mit der Politikverdrossenheit und stellten ohne Worte dar, wie sich die Wahlbeteiligung von 1949 zu 2009 verändert hat.
Mit der Unterstützung von Benjamin Serdani gelang es einigen Jugendlichen, einen Hip-Hop-Song zum Thema aufzunehmen, der bei den Teilnehmern großen Anklang fand.
Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte die Heppenheimer Band ,,Cursed Sky", die das Publikum mit ihren Songs für sich begeisterte. Ergänzt wurde das Musikprogramm von Serdani, der mit seinem Duopartner Marc Schäffauer zwei eigene Hip-Hop-Stücke zum Besten gab und ebenfalls großen Beifall bekam. In Heppenheim sind beide unter dem Namen ,,No Budget" bekannt.
Die Ergebnisse aus den Workshops wanderten in den Koffer der Demokratie. ,,Dieser Koffer steht symbolisch für das, was wir aus der Veranstaltung mitnehmen", sagte Ulrike Schwahn und dankte den Teilnehmern.
Über die rege Teilnahme freute sich Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD), der in seinem Grußwort deutlich machte, wie wichtig die Veranstaltung sei. Er dankte den Veranstaltern für die Idee und die Vorbereitung und den Jugendlichen für ihr Interesse.
Das Workshop-Forum entstand auf Anregung der ,,Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße", die diese Veranstaltungsreihe gemeinsam mit Mitarbeitern der Evangelischen Jugend, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), dem Haus am Maiberg, dem Kreisjugendamt und dem Katholischen Bildungswerk anbietet. Nach Lorsch, Birkenau und Zwingenberg ist Heppenheim der vierte Ort, an dem das Worshop-Forum tagte und der Koffer der Demokratie gefüllt wurde. Die Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe haben sich vorgenommen, in möglichst vielen Kommunen des Kreises ein Stimmungs- und Meinungsbild der örtlichen Jugendlichen herzustellen - verbunden mit dem Ziel, das Demokratiebewusstsein zu stärken.
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