Jetzt ist es sicher. Nach langem juristischen Tauziehen haben der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) und Bundestrainer Dirk Lange ihre Zusammenarbeit auch offiziell beendet. Beide Seiten gaben am Donnerstag in einer gemeinsamen Presse-Erklärung die Vereinbarung eines Aufhebungsvertrages bekannt. Als Grund wurde die unterschiedliche Auffassung in der Frage der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft bekannt gegeben. In der Erklärung wurde betont, dass die Trennung nicht aufgrund schlechter Leistungen des Teams erfolgt sei. Vielmehr danke man Dirk Lange „für die außerordentlich erfolgreiche Tätigkeit in den letzten drei Jahren, in welcher Athleten des DSV 60 internationale Medaillen und Weltmeister- und Europameistertitel errungen haben“, hieß es.
„Ich bin natürlich froh, dass ich jetzt wieder arbeiten kann, wie ich das machen möchte. Es haben sich jetzt schon Verbände bei mir gemeldet, die nach Olympia mit mir zusammenarbeiten wollen“, sagte Lange selbst am Donnerstag, „auch wenn ich als Legionär für andere tätig sein sollte, wünsche ich der Nationalmannschaft alles Gute.“
Einen neuen Bundestrainer wird es bis zu den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in London nicht geben. Bis dahin sollen die Aufgaben auf die Heimtrainer, die ohnehin das Gros der Arbeit leisten, aufgeteilt werden. Dazu wird sich Leistungssportdirektor Lutz Buschkow einbringen. Neben den etablierten Stützpunkttrainern wie Henning Lambertz, Paul-Biedermann-Coach Frank Embacher oder auch Britta Steffens Heimcoach Norbert Warnatzsch wird auch der von Buschkow geschätzte Diagnostik-Bundestrainer Markus Buck weitere Aufgaben bekommen. „Ich überlasse das dem Team mit dem Sportdirektor, wie sie das im Einzelnen aufteilen“, sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel.
Die Frage, wie es nach London 2012 weitergeht, „ist erstmal überhaupt kein Thema für uns“, betonte Thiel. „Die Frage der Struktur darf jetzt nicht der Fokus sein. Der Fokus liegt auf den Olympischen Spielen. Darauf konzentrieren wir uns, nicht auf Spekulationen.“ Der neue Mann am Beckenrand soll danach in einem offiziellen Bewerbungsverfahren gefunden werden.
Dirk Lange will die Zeit bis zu Olympia erst einmal „überbrücken“. Bis dahin wird er sich weiter in die Betreuung der Brustschwimmer Marco Koch (Darmstadt) und Cameron van der Burgh (Südafrika) einbringen. Der Aufhebung des bis Ende 2012 laufenden Kontrakts stimmte der Achtundvierzigjährige wohl nur gegen eine üppige finanzielle Zahlung zu. Über Inhalt des Aufhebungsvertrages und die Verhandlungen, die fair und professionell abgelaufen sein sollen, vereinbarten aber beide Seiten Stillschweigen.
Auch wenn Verband und der scheidende Trainer am Donnerstag bemüht waren, nette Formulierungen zu finden, galt das Verhältnis zwischen Lange und Leistungssportdirektor Buschkow schon seit Zeiten als zerrüttet. Beide Seiten wollten und konnten nicht mehr weitermachen. Der selbst- und sendungsbewusste Lange hatte seit seinem Amtsantritt 2008 mehr Kompetenzen gefordert, als der DSV ihm zugestehen wollte. Innerhalb des Verbands galt er nicht als Teamplayer. Bei der WM im Juli in Schanghai waren die Beckenschwimmer im Gegensatz zu den von Buschkow als Bundestrainer betreuten Wasserspringern hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Trennung von Lange perfekt
Schwimmen – DSV und Bundestrainer schließen Aufhebungsvertrag
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