Yannick Lebherz reiste sogar vorzeitig ab. Von ähnlichen Krankheitssymptomen geplagt wie schon vor den deutschen Meisterschaften ging es für den Zweiundzwanzigjährigen schon am Freitag per Bahn zurück an seinen Trainingsstützpunkt nach Potsdam. „Blöd gelaufen“, hakte er den Rückschlag bei der Kurzbahn-EM in Stettin ab, wo für den Titelverteidiger ein siebter Rang über 200 Meter Rücken zu Buche steht.
Marco Koch blieb zwar bis zum Schluss und erzielte zum Höhepunkt am Sonntag über seine Hausstrecke 200 Meter Brust, „die schnellste Zeit des Jahres“. Doch die Restbilanz las sich ebenfalls unglücklich: Rang vier ist nun mal ein undankbare Platzierung, gerade jenseits der Medaillen. Und in 2:04,41 Minuten, nach denen der Einundzwanzigjährige klar hinter dem siegreichen Ungarn Daniel Gyurta (2:02,37) anschlug, schrammte er mal wieder haarscharf am deutschen Rekord vorbei.
Neun Hundertstel fehlten Koch diesmal zur eigenen Marke, die aus dem Jahr 2009 stammt, als noch Hightech-Anzüge erlaubt waren. Der Darmstädter jagt ihr schon seit einiger Zeit hinterher – jedenfalls so lange, dass Koch das mehrfache knappe Scheitern als nervend empfindet. Ein Zeichen des Ehrgeizes und des Wunsches, die Fortschritte in den Rekordlisten belegen zu können.
Kochs Urteil über die EM fiel nach der Rückkehr nach Darmstadt am Montagabend dennoch positiv aus. „Für die Umstände auf jeden Fall ganz gut“. Denn ausgerechnet zum Finale hätten sich auch bei ihm Anzeichen einer Grippe mit Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost bemerkbar gemacht. „Die Gesundheit ist nun mal das A und O“, weiß er nach dem Malheur im Sommer, als er wegen einer Rückenverletzung die Qualifikation für die WM verpasst hatte.
Der DSW-Schwimmer verzeichnete danach einen hoffnungsvollen Neuanfang auf der Kurzbahn. „Im Großen und Ganzen kann ich mit der Saison sehr zufrieden sein“, bilanziert Koch konstant gute Leistungen in einem dichten Wettkampfprogramm, das er im kommenden Jahr auf hohem Niveau fortsetzen will. „Alles geht so weiter wie bisher.“ Die Zuversicht des Sportsoldaten belegt die Äußerung, dass Richtung Olympia „nichts im Weg steht“. Es gebe nun „ein paar Tage frei“, bevor das Training weitergehe und im Januar auf Teneriffa die erste Verbandsmaßnahme in 2012 folgt.
Auch Lebherz wird über Weihnachten nach Hause kommen. Nach wieder aufgeflammten Entzündungen im Nasen- und Ohren-Bereich, die den EM-Start über 400 Meter Lagen unmöglich machten, ist zunächst Regeneration angesagt. „Nichts weiter verschleppen“, heißt die Losung für dosiertes Training. „Langsam geht es wieder aufwärts“, spürt Lebherz bereits. Den Formaufbau für das kommende Jahr sieht er nicht in Gefahr. „Ich habe viel gemacht, da ist solch ein Aussetzer zu verkraften.“
Schwimmen: Richtung Olympia „steht nichts im Weg“
Schwimmen – Trotz des EM-Pechs bleiben Marco Koch und Yannick Lebherz optimistisch
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