Feucht-fröhlich, wie sonst sollten Meisterschaftsfeiern bei Schwimmern sein. Und so war es mit dem formellen „Stößchen“ per Sektglas nicht getan, nachdem das Männer-Team der SG Frankfurt den Titel bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (DMS) in Darmstadt gewonnen hatte: Trainer Michael Ulmer musste dran glauben. Mit vereinten Kräften setzten die Meisterschwimmer um Marco di Carli und Lukasz Wojt noch ein weiteres Mal das gemeinsame Motto um: „Einer für alle, alle für den Sieg“. Sie zogen und rangen den sich heftig dagegen stemmenden Meistertrainer ins Wasser des Nordbads, das am Ende seiner Tage noch ein turbulentes Wochenende mit der deutschen Schwimm-Elite erlebt hatte.
Neben den Frankfurtern mit ihrem Triumph vor dem großen Rivalen SG Essen und den Essener Frauen, die ihren Titel souverän verteidigten, hatte (wie berichtet) auch der DSW Darmstadt Grund zum Jubeln. Der Gastgeber, der das Großereignis im Jahr seines hundertjährigen Bestehens ins renovierungsbedürftige heimische Bad holte, schaffte trotz des Ausfalls von Leistungsträgern den Klassenerhalt und freute sich am Ende auch über den Sieg des gut bekannten hessischen Nachbarn.
Bis der deutsche Rekordhalter Marco di Carli am Sonntagabend mit seinem Sieg über die abschließenden 100 Meter Freistil den ersten Frankfurter Männer-Erfolg perfekt machen konnte, mussten sich die Hessen über die 32 Wettbewerbe der Endrunde einen harten Kampf mit der SG Essen liefern. Der Titelverteidiger büßte zwar seine knappe Führung aus dem Vorkampf schnell ein, konterte aber angeführt von Hendrik Feldwehr immer wieder. „Es war spannend und nervenaufreibend“, beschrieb Ulmer das Hin und Her. Am Ende habe sich aber das Risiko mehrerer Umstellungen bezahlt gemacht. So musste neben Manuel Schwarz auch Martin Kutscher zwei Langstrecken kurz hintereinander bestreiten.
Doch auch beim „letzten Knackpunkt“, wie der frühere Pfungstädter Wojt die 400 m Freistil nannte, hielt Kutscher seinen Rückstand gegen den Essener David Schepers in Grenzen. So konnte di Carli sogar bei einer knappen Punkteführung ins letzte Rennen gehen, das er von seinem Anspruch her „allemal im Griff haben musste“. Der Sechsundzwanzigjährige gilt zwar als durchaus unberechenbar, am Wochenende aber ohnehin „recht schnell unterwegs“ machte er den Sack zu. „So kann es weitergehen“, frohlockte der mehrfache deutsche Meister, der sich in diesem Jahr bei den Olympischen Spielen in London den internationalen Durchbruch erträumt. Auch für ihn stellt der erste Mannschaftstitel „etwas Besonderes“ dar. Die Leistungsträger wie er, Wojt und Jan-Philip Glania seien „über sich hinausgewachsen“ lobte Ulmer.
Bisher hatte die SGF den DMS-Titel allein 2000 mit den Frauen gewinnen können, strich auch der Trainer und Sportdirektor die Bedeutung heraus, nachdem er tropfnass aus dem Bad geklettert war. Doch trotz des knappen Standes nach dem Vorkampf hatte er schon vorab für trockene Ersatzkleider gesorgt: Ein Satz schwarzer T-Shirts, deren Aufdruck die SGF als Deutscher Meister der DMS 2012 auswies. „Wenn es nicht geklappt hätte, wären sie ja immerhin als Schlafanzug für die nächsten Tage gut gewesen“, sagte Ulmer, um dann wohl gelaunt mit seinen Mannen zur Siegerehrung zu gehen.
SG Frankfurt gewinnt Schwimm-Meisterschaft
SG Frankfurt feiert ihren Titelgewinn im Darmstädter Nordbad feucht-fröhlich
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